Just Dance 2017 [PS4]

Verfasst von Playzocker am 13.11.2016 um 22:03

 

Another One Bites The Dust

 

Fußball, Basketball, Wrestling … viele Sportarten sind mittlerweile seit einigen Jahren dem jährlichen Veröffentlichungsrhythmus verfallen und erscheinen jedes Jahr in neuen, überarbeiteten und aktualisierten Versionen. Eines haben diese Spiele jedoch alle gemeinsam: Man spielt sie gemütlich im Sitzen, ungesundes Beiwerk wie Snacks und Softdrinks gehören für viele schon fast zur Standardausstattung der Spielsitzung. Ubisoft hat sich nur einer Sportart verschrieben, die im jährlichen Intervall in einer neuen Version für alle gängigen Systeme veröffentlicht wird – diese jedoch bietet eine völlig andere Spielerfahrung. Um „Just Dance“ spielen zu können reichen entspanntes Zurücklehnen und Knöpfchendrücken nicht aus. Das Grundprinzip des Spiels ist es, den eingedrückten Platz auf der Couch zu verlassen und sich zu bewegen – und das im besten Fall zu aktueller Musik oder Klassikern aus vergangenen Jahrzehnten. In den letzten beiden Jahren haben wir uns bereits von den „Just Dance“ Ablegern den Schweiß auf die Stirn treiben lassen – und das Jahr 2016 macht da keine Ausnahme. Wir brachten den Boden unserer Redaktion mit „Just Dance 2017“ zum Beben und die Leute unter uns zur Weißglut. Ob sich das ausgezahlt hat verraten wir euch in diesem Test, für den wir unser Tanzbein auf der PlayStation 4 geschwungen haben.

 

Basic Steps

 

Wie ihr „Just Dance 2017“ spielt, bleibt wie gewohnt euch überlassen. Eure Tanzbewegungen können sowohl über die Kamera das PlayStation 4, einen Move-Controller oder euer Smartphone in das Spiel übertragen werden. Am Schwierigsten gestaltet sich dabei das Tanzen mit der Kamera, da diese vor allem bei schlechteren Lichtverhältnissen eure Bewegungen nicht immer erkennt, was den Spielspaß deutlich reduzieren kann. In unserem Test hat der PlayStation Move Controller wie bereits in den Vorjahren hervorragend funktioniert, vor allem weil dieser sehr gut in der Hand liegt und euch euren Fokus komplett auf die Choreographie legen lässt. Zudem kann man den Controller mittels Handgelenksschlaufe befestigen, was eine nette Zusatzversicherung für technische Geräte und Personen in eurer Umgebung bietet. Aber auch die Steuerung per Smartphone funktioniert hervorragend. Im Test haben wir ein Samsung Galaxy S7 Edge verwendet, auf dem die App anstandslos gearbeitet hat. Wichtig ist, dass eure PlayStation 4 und euer Smartphone mit demselben Wlan-Netzwerk verbunden sind, dann funktioniert die Kopplung beider Systeme makellos. Im direkten Vergleich sind uns kaum Unterschiede zwischen dem Move Controller und dem Smartphone aufgefallen, lediglich das Handling und die Sicherheit durch die Handgelenksschlaufe machen den Controller zur grundsätzlich besseren Wahl. Dennoch ist es erfreulich, dass „Just Dance 2017“ komplett ohne zusätzliche Peripheriegeräte gespielt werden kann und die App zudem sehr gut funktioniert. Insgesamt können bis zu sechs Spieler gleichzeitig tanzen.

 

 

Same Song and Dance

 

Neben der Funktionalität der Steuerung ist das Wichtigste bei einem Tanzspiel aber ohne Frage die Tracklist und mit dieser trifft Ubisoft – wieder einmal – völlig ins Schwarze. Vor allem, weil für jeden Geschmack passende Tracks dabei sind. Freunde aktueller Musik bedienen sich beispielsweise an „Bailar“ bon Deorro fr. Elvis Crespo, „Bonbon“ von Era Istrefi, „Let Me Love You“ von DJ Snake ft. Justin Bieber oder „Don’t Wanna Know“ von Maroon 5. Wer lieber Klassiker hat findet unter anderem „Don’t Stop Me Now“ von Queen auf der Disc. Am meisten Spaß macht „Just Dance“ aber bei absolut abgefahrenen Tracks, die dieses Jahr ebenfalls bedient werden – beispielsweise mit „DADDY“ von PSY ft. CL of 2NE1 oder „Dragostea Din Tei“ von O-Zone. Persönlich war ich vor allem erfreut darüber, dass nach dem grandiosen „Animals“ von Martin Garrix auch heuer wieder ein reiner EDM-Track in der Playlist vertreten ist, nämlich „RADICAL“ von den beiden Revealed Recordings Talenten Dannic und Dyro. Wem das noch nicht genug ist, der bekommt über den Abo-Service „Just Dance Unlimited“ Zugang zu über 200 Tracks, die entweder von bisherigen „Just Dance“ Ausgaben stammen oder gar exklusiv über diesen Service angeboten werden. Wenngleich dieser extra bezahlt werden muss ist jede Kopie des Spiels mit einer 90 Tage langen Probezeit ausgestattet, die mit dem ersten Start des Spiels automatisch aktiviert wird.

 

Kommt nicht aus der Mode

 

„Just Dance 2017“ bietet eine bunte Mischung aus bekannten und neuen Spielmodi. Der klassische „Just Dance“ Modus ist dabei natürlich wieder mit von der Partie. Je nachdem ob ihr lieber kompetitiv oder kooperativ spielt könnt ihr entweder um den Highscore kämpfen oder gemeinsam mit euren Freunden Diamanten sammeln. Der mit „Just Dance 2016“ eingeführte „Dance Quest“ Modus ist ebenfalls wieder an Bord. In diesem müsst ihr hintereinander zu drei themenverwandten Liedern tanzen und dabei einen der ersten drei Plätze belegen. Was auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad noch ein Kinderspiel ist entpuppt sich bei schwierigeren Settings schnell zu einer großen, aber motivierenden Herausforderung. Insgesamt stehen euch 10 verschiedene Dance Quests zur Verfügung. Einer unserer Kritikpunkte an „Just Dance 2016“ wurde für die aktuelle Ausgabe korrigiert – diesmal übernimmt das Spiel nicht nur die Tatsache, dass ihr einen Song getanzt habt in den klassischen Modus sondern speichert auch euren Highscore korrekt ab. So bietet euch die Tracklist im klassischen Modus endlich eine richtige Übersicht über alle Tracks, zu denen ihr bereits getanzt habt und wie gut ihr euch bei diesen geschlagen habt.

 

 

Im Schweiße meines Angesichts

 

Ein Dauerbrenner ist der „Sweat + Playlist“ Modus. In diesem könnt ihr entweder vorgefertigte Playlists nachtanzen oder euch nach Belieben eigene zusammenstellen. Selbstverständlich könnt ihr dabei sowohl auf die Tracks auf der Disc als auch auf Tracks von „Just Dance Unlimited“ zugreifen. Oder aber ihr versucht euch an dem Non Stop Shuffle Modus, der euch eine unbegrenzte, zufällig ausgewählte Playlist präsentiert. Das Besondere an diesem Modus ist, dass ihr eine kontinuierliche Performance über mehrere Songs aufs Parkett legen müsst, bei denen das Spiel sogar die verbrannten Kalorien anzeigt. Eine Anzeige, die wir uns nach wie vor auch in allen anderen Spielmodi zumindest optional zuschaltbar wünschen würden. Der Multiplayer-Modus wurde im Vergleich zum Vorgänger wieder ausgebaut. So ist diesmal auch der World Dance Floor wieder mit von der Partie, in dem ihr online gegen Spieler aus aller Welt tanzen und an Turnieren teilnehmen könnt. Über „Just Dance TV“ könnt ihr auf kurze Videos von anderen Spielern und andere Community-Inhalte zugreifen. Dies funktioniert nicht nur über das Spiel direkt, sondern kann auch über die App angesehen werden. Erfreulich dürfte in diesem Zusammenhang für viele auch sein, dass die Autodances ins Spiel zurück gekehrt sind.

 

Tanzen … und Aliens?

 

Es liest sich wie die Inhaltsangabe eines schlechten B-Movies. Und genau so spielt es sich auch. Glücklicherweise! Der komplett neue Spielmodus „Just Dance Machine“ beginnt mit einer kurzen Zwischensequenz, in der Aliens mit einem großen Problem konfrontiert sind: Die Batterie ihres Raumschiffs ist leer. Aufgeladen werden kann diese allerdings von tanzenden Menschen – naheliegend! Wenngleich sich dieser Modus perfekt für eine Rückkehr von Pia Zadoras „When the Rain begins to fall“ eignen würden (Oh ja, das war eine „Voyage of the Rock Aliens“ Reference) ist dieser komplett anders aufgebaut. Getanzt wird hier nicht zu den Tracks auf der Disc oder von Just Dance Unlimited, sondern zu kurzen, eigens produzierten Choreographien. Mit diesen erhalten erstmals klassische Tänze Einzug in das „Just Dance“ Universum. Von Flamenco über Charleston, Ballet, den Cancan, einen Dirigenten oder gar Jodeln ist alles dabei, das Spaß und Abwechslung bringt. Je besser ihr die vorgezeigten Bewegungen nachmacht, desto mehr Energie bekommen die Aliens in ihr Schiff getankt. Bei diesem Modus sollte man allerdings genügend Wasser bereits stehen haben – nicht, dass die Batterien des Spielers zur Neige gehen bevor die des Raumschiffs aufgefüllt sind.

 

 

Fazit: Einfach zu bedienen und tolle Tracklist – ein absoluter Partykracher

 

Im jährlichen Rhythmus veröffentlichten Franchises kann man skeptisch gegenüberstehen – immerhin bezahlt man den vollen Preis für ein Spiel, das man zumindest zu großen Teilen bereits im Vorjahr zum Vollpreis gekauft hat. Bei „Just Dance“ geht das noch eine Spur weiter. Seit Jahren werden wir nicht nur im selben Grafikstil sondern auch von derselben Musik begrüßt – aber das ist bei diesem Franchise absolut nebensächlich. Kaum ein anderes Musikspiel bietet Jahr für Jahr eine derart umfangreiche Tracklist und eine derart gut durchdachte Mischung aus aktuellen Tracks, Klassikern und verschiedenen Genres. Zudem werden über das Abo-Service „Just Dance 2017“ über 200 weitere Songs angeboten, sodass man im Gegensatz zu anderen Musikspielen bei der „Just Dance“ Party mit Freunden nicht gezwungen wäre mehrmals die Disc zu wechseln. Das Spiel funktioniert sowohl mit PlayStation Move Controllern als auch mit einem Smartphone hervorragend, außerdem hat sich das Entwicklerteam über neue Features Gedanken gemacht. Der neue „Just Dance Machine“ Modus ist eine interessante Neuerung, die vor allem völlig andere Tanzstile mitbringt. Egal, ob ihr die „Just Dance“ Ausgaben aus den vergangenen Jahren bereits besitzt oder neu in das Franchise einsteigen wollt, „Just Dance 2017“ lohnt sich auf jeden Fall sowohl als spaßige Partygranate als auch um auf unterhaltsame Art und Weise etwas für die eigene Gesundheit zu tun.