Battlefield 1 [PS4]

Verfasst von Playzocker am 28.10.2016 um 08:40

 

All aboard the hype train!

 

Der FPS-Markt ist im wahrsten Sinne des Wortes hart umkämpft. Aus der Masse stechen dabei die beiden erbitterten Konkurrenten „Battlefield“ und „Call of Duty“ hervor, die nahezu jedes Jahr gegeneinander antreten und um die Gunst der Spieler buhlen. Selten allerdings hat sich ein Favorit derart schnell herauskristallisiert wie heuer. Während „Battlefield 1“ mit Vorschusslorbeeren und massivem Hype bedacht wurde kostete „Call of Duty – Infinite Warfare“ durch sein Setting exakt das Gegenteil vom Reaktionsspektrum aus. Der erste Trailer des Spiels teilt sich derzeit mit dem „Ghostbusters“ Reboot den zweifelhaftesten Status eines der unbeliebtesten Videos auf YouTube. Und dabei haben sowohl Infinity Ward als auch DICE einen Schritt in eine andere Richtung gewagt. Für einige Jahre war der FPS-Markt von Weltkriegsshootern übersättigt – ein Subgenre, das sich angesichts der modernen bzw. zukunftsorientierten Settings der letzten „Call of Duty“ Auflagen einige Spieler zurückwünschen. DICE reist mit „Battlefield 1“ wieder zurück in der Geschichte, landet allerdings ebenfalls nicht an dem Punkt, den sich einige erwartet hatten. Statt mit dem vielfach versofteten zweiten Weltkrieg beschäftigte sich das schwedische Studio mit dem ersten Weltkrieg, der in Eurpa zwischen 1914 und 1918 eine Spur der Verwüstung hinterlassen hat. Ein Konzept, das für viele nicht nur ein Schritt in die richtige (historische) Richtung ist sondern zusätzlich etwas völlig Neues bringt. Ob die Vorschusslorbeeren und der Hype für „Battlefield 1“ gerechtfertigt sind verraten wir euch in diesem Testbericht, für den wir das Spiel auf der PlayStation 4 gespielt haben.

 

Choo Choo

 

Levelaufstiege, Loot und vor allem das bemerkenswerte Gefühl seinen Mitspielern in den virtualisierten Hintern zu treten – all das sind Faktoren, wieso Spieler auch nach Jahren immer wieder auf das digitale Schlachtfeld zurückkehren. First Person Shooter haben es perfekt verstanden, die Multiplayer-Komponente immer weiter auszubauen und konnten Spieler teilweise sogar für tausende Stunden fesseln. Ein Aspekt der First Person Shooter, der dabei allerdings oftmals vernachlässigt wurde ist die Einzelspieler-Kampagne, die ihren traurigen Tiefpunkt ohne Frage vergangenes Jahr in dem ebenfalls von DICE entwickelten „Star Wars Battlefront“ gefunden hat, das sogar komplett auf einen Story Modus verzichtet hat. Dass das ein Fehler war hat zum Glück auch DICE eingesehen und verspricht, dass das Sequel eine Kampagne an Bord haben wird. Aber bereits „Battlefield 3“ und „Battlefield 4“ konnten mit ihren Einzelspieler-Erfahrungen nicht gerade begeistern. Ein Umstand, den sich DICE in „Battlefield 1“ offensichtlich zur Brust genommen hat. Das Spiel liefert nämlich eine der besten Kampagnen, die wir in den letzten Jahren gespielt haben.

 

 

Die Würfel sind gefallen

 

Ähnlich wie bei „Battlefield Hardline“ ist die Kampagne von „Battlefield 1“ in Episoden unterteilt. Diese werden allerdings nicht im Format einer fiktiven TV-Serie präsentiert sondern stellen unterschiedliche Auszüge aus dem Kriegsgeschehen dar, die aus verschiedenen Perspektiven und vor allem von Soldaten aus unterschiedlichen Ländern erzählt werden. Der Fokus lag dabei offensichtlich auf der Dramaturgie der einzelnen Sequenzen, was bereits im ca. 15 Minuten langen Prolog offensichtlich wird. Dieser schickt euch nicht in der Haut eines beinahe übermenschlichen Supersoldaten auf das Schlachtfeld sondern als Kanonenfutter. Überleben ist keine Option. Mit jedem Neustart kommt ihr dem vermeintlichen Ziel zwar eine Spur näher, erliegt dann aber erst recht wieder Maschinengewehren, Artillerie oder gar einem Flammenwerfer. Nach jedem Bildschirmtod blendet „Battlefield“ sogar den Namen sowie das Geburts- und Sterbedatum eures Charakters ein – ein Umstand, der das Geschehen trotz des unbarmherzigen Soldatenverschleiß persönlich und emotional erscheinen lässt. Die anderen Teile der Kampagne sind wesentlich länger und können mit dieser herausragenden Eröffnung nicht ganz mithalten, punkten allerdings vor allem mit Abwechslung.

 

Greetings from the Battlefield

 

Während der ca. 6-8 Stunden langen Kampagne schlüpft ihr in die Haut verschiedener Soldaten aus unterschiedlichen Ländern und erlebt jeweils einen wichtigen Teil aus dem ersten Weltkrieg. Dabei landet ihr in Schützengräben, steuert einen Panzer, nehmt in eine Kampfflugzeug Platz und erlebt so die gesamte Bandbreite des Kriegsgeschehens. Dadurch liefert „Battlefield 1“ nebenbei ein perfektes Tutorial für den Multiplayer-Modus, da man nach dem Spielen der Kampagne jeden Aspekt des Spiels kennen gelernt hat. Dabei spielt sich die Kamapgne aber keinesfalls nur wie eine glorifizierte und überlange Einführung in das ‚eigentliche‘ Spiel. Die abwechslungsreichen Schauplätze, die hervorragend erzählten Zwischensequenzen und die bemerkenswerte Optik lassen die Kampagne des Spiels zu einem absoluten Highlight des Jahres werden. Alle Highlights aufzuzählen würde den Rahmen dieses Testberichts sprengen und andererseits viele Situationen aus der Kampagne vorweg nehmen – daher werden hier nur exemplarisch einige Situationen genannt. Einen verwundeten Kollegen in der Nacht über ein Schlachtfeld zu transportieren, während ihr mit Scheinwerfern gesucht werdet und sich der Mond im Boden spiegelt ist ein solches. Sandstürme und Neben in anderen Levels ein weiteres. Der optisch beeindruckendste Teil der Kampagne ist aber unserer Meinung nach die Flieger-Passage, die nicht nur durch phantastisch dargestellte schneebedeckte Berge, photorealistisches Gegenlicht und beeindruckende Zeppelin-Abstürze begeistert sondern auch durch ein überragendes Spielgefühl.

 

 

Gestatten, Gefreiter Snake

 

Trotz der spielerischen Abwechslung mit Fahrzeugen, Schleichpassagen und anderen Überraschungen, die wir an dieser Stelle nicht verraten wollen, bietet das Spiel über weite Strecken kaum mehr als den Genre-Standard. Enttäuschend dabei ist das omnipräsente Gefühl, dass ihr als einziger Soldat auf dem Schlachtfeld nicht darauf vergessen habt, euer Gehirn einzupacken. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad sind die gegnerischen Soldaten nicht mehr als Kanonenfutter, die euch oftmals sogar bereitwillig vor die Mündung laufen um euch umständliches Suchen zu ersparen. Nett! Schleichpassagen werden dadurch völlig obsolet, da ihr (mit Ausnahme von fehlenden Codex-Einträgen und den damit verbundenen Trophäen) alle auch problemlos im Rambo-Modus absolvieren könnt. Selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad sind es nur wenige Passagen, die euch vor eine härtere Probe stellen. Fahrzeugsequenzen testen dabei aber oftmals eher eure Geduld und eure Frustrationstoleranz als euer wahres Können. Man merkt klar, dass DICE das Szenario des ersten Weltkriegs in die bekannte Shooter-Formel gepackt hat und den Realismus der Praktikabilität klar untergeordnet hat. Taktische Stellungskriege sind im Spiel nicht zu finden, dafür aber eine Menge automatische Waffen und schnell fahrende Panzer.

 

You Stepped over the line!

 

Diese Einschränkungen wahren wohl nötig um das historische Setting in ein massenkompatibles Spielerlebnis zu verwandeln. Dennoch bleibt der Eindruck zurück, dass DICE mit etwas mehr Mut und Experimentierfreudigkeit ein noch einzigartigeres und bemerkenswerteres Spielerlebnis liefern hätte können. Stattdessen wird man von dem Spiel die meiste Zeit über einen sehr linearen Pfad entlang geführt, dessen Grenzen oftmals schmerzlich offensichtlich sind. Im Multiplayer-Modus ist es für den Spielfluss unerlässlich, die Maps einzuschränken und Spieler daran zu hindern, das eigentliche Kampfgebiet zu verlassen. In der Singeplayer-Kampagne ist das aber eher störend. So gibt es eine Passage, in der man einen Gebirgspfad entlang gehen muss und die Map bereits wenige Meter neben dem Hauptweg zu Ende ist. Dann noch Collectibles in dieser „Red Zone“ zu verstecken ist ebenfalls kein wirklich netter Schachzug. Trotz aller Kritikpunkte ist die Kampagne von „Battlefield 1“ hervorragend, macht Spaß und stellt die Einzelspielererfahrungen anderer aktueller First Person Shooter vor allem aufgrund der Dramaturgie und Erzählstruktur locker in den Schatten. Dennoch bleibt das Gefühl zurück, dass DICE aus dem Konzept noch mehr herausholen hätte können, hätte man sich nicht so sehr auf gängige Shooter-Konventionen konzentriert.

 

 

Geomapping

 

Diese kommen dem Spiel allerdings im Multiplayer-Modus zu Gute und sorgen dafür, dass nicht nur „Battlefield“-Veteranen einen schnellen Einstieg finden. Mit dabei sind diesmal nicht nur die Spielmodi Conquest, Domination und Rush sondern auch die beiden neuen Modi „War Pidgeons“ und – das Flaggschiff von „Battlefield 1“ – der völlig neue Modus Operations. Zum Launch hat das Spiel neun verschiedene Maps an Bord, eine zusätzliche wird im Dezember per gratis DLC ergänzt. Andere Erweiterungen finden per bezahltem DLC ihren Weg in das Spiel. Unabhängig des gewählten Modus stürzt ihr euch wir gewohnt als Assault, Medic, Scout oder Support in die Schlacht. Je nach der gewählten Klasse habt ihr Zugriff auf einen Teil des abwechslungsreichen aber zum Launch nicht besonders umfangreichen Arsenals, das sich durch Skins zumindest optisch adaptieren lässt. Skins bekommt ihr euch den Battlepacks, die am Ende einer Runde per Zufall unter den teilnehmenden Spielern verteilt werden. Natürlich bietet auch „Battlefield 1“ umfangreiche Menüs und Statistiken sowie eine Webseite und eine Companion App, mit denen ihr den Überblick über eure Fortschritte behalten könnt.

 

Never change a winning team

 

„Conquest“ und „Domination“ spielen sich „Battlefield“-typisch wie „King of the Hill“. Beide Teams kämpfen um verschiedene Punkte auf der Map. Je nachdem, wie viele Punkte sich in der Hand eurer Streitmacht befinden sammelt ihr Punkte. Mit dem Erreichen von 100 („Domination“) bzw. 1000 („Conquest“) Punkten endet das Match. Dank der großartig gestalteten Maps in verschiedenen Größen bietet der Modus je nach Vorliebe genügend Potential sowohl für Spieler, die lieber auf kleineren und überschaubaren Maps unterwegs sind als auch für Spieler, die die Grenzen der eigenen Netzwerkverbindung bzw. der Spielserver austesten wollen. Diese haben sich in unserem Test zum Launch des Spiels hervorragend verhalten. Zu Spielabbrüchen kam es nur sehr selten, bei einem solchen landet man allerdings ohne Fehlermeldung oder entsprechendem Hinweis einfach wieder im Menü. Störende Lags sind nicht aufgetreten. In „Rush“ versucht ein Team Sendestationen zu zerstören, die das andere Team wiederum verteidigen muss. Ein neuer Modus ist „War Pidgeons“ („Kriegstauben“), der an den klassischen „Capture the Flag“ Modus erinnert. Auf dem Schlachtfeld spawnt eine Taube, die ein Spieler an sich nimmt. Dann muss dieser Spiele die Taube eine bestimmte Zeit mit sich führen um eine Nachricht zu verfassen und dieser ans Bein zu binden. Ist die Nachricht geschrieben kann die Taube frei gelassen werden und beschwört einen Artillerie-Schlag auf die Stellungen des feindlichen Teams herauf. Genial: Selbst nach dem Freilassen der Taube hätte das andere Team noch kurz die Chance, die Taube aus dem Himmel zu schießen. Vor allem für kurze Partien zwischendurch eignet sich dieser Modus hervorragend. „Team Deathmatch“ ist ebenfalls mit von der Partie.

 

 

Butcher M.D.

 

Der Vorzeigemodus von „Battlefield 1“ ist allerdings ohne Frage „Operations“ („Operationen“). Dieser Modus verbindet geschickt Elemente aus „Domination“ und „Rush“ mit einer narrativen Komponente und lässt euch Schlachten aus dem ersten Weltkrieg nachspielen, die sich zudem über mehrere Maps erstrecken. Der Spielverlauf ist dabei immer gleich. Das Angreiferteam hat lediglich 150 Spawns zur Verfügung um bestimmte Punkte auf der Karte einzunehmen. Wurde die komplette Armee besiegt, folgt allerdings Nachschub in Begleitung eines Zeppelins, Schlachtschiffs oder Panzerzugs. Insgesamt stehen drei dieser Angriffswellen zur Verfügung, nachdem alle besiegt sind hat das Angreiferteam verloren. Die Verteidiger hingegen müssen dafür sorgen, dass die Angreifer ihr Ziel nicht erreichen. Jede Map ist dabei in verschiedene Sektoren unterteilt, die jeweils einen, zwei oder drei einzunehmende Punkte liefern. Haben die Angreifer alle Punkte in einem Sektor eingenommen ist dieser sofort verloren und das Match geht im nächsten Sektor weiter. So arbeiten sich die Angreifer bis zur Basis der Verteidiger vor. Ist diese ebenfalls gefallen, haben die Verteidiger verloren. Durch dieses System entsteht eine bemerkenswerte Dynamik, der man sich bereits in den ersten Spielminuten nicht entziehen kann. Durch den Wechsel der Sektoren sind Spieler dazu gezwungen, in Bewegung zu bleiben, die Nachschub-Behemoths helfen wiederum den Angreifern, das Blatt zu ihren Gunsten zu wenden.

 

Balanceakt

 

Das Balancing funktioniert dabei sowohl in der Einzelspieler-Kampagne als auch im Multiplayer-Modus hervorragend. Dadurch könnten selbst Spieler, die sich in First Person Shootern für gewöhnlich auf den Single Player Content beschränken viele Stunden Spaß mit dem Mehrspieler-Modus haben. Das Spielgefühl von „Battlefield 1“ ist dabei wie von DICE gewohnt völlig anders als bei „Call of Duty“. Die Spielgeschwindigkeit ist deutlich langsamer, was vor allem für Einsteiger hervorragend geeignet ist aber auch FPS-Veteranen nicht langweilen sollte. DICE versteht es perfekt, das System ‚leicht zu lernen, schwer zu meistern‘ umzusetzen. Zudem hat man sich offensichtlich Mühe gegeben, die bereits in den vergangenen Jahren hervorragenden Multiplayer-Erfahrungen im „Battlefield“-Franchise noch weiter zu verfeinern. Das ist vor allem bei den vier Soldatenklassen der Fall, deren Fähigkeiten und Zuständigkeiten etwas angepasst wurden. Hat man sich nach kurzer Zeit an diese Änderungen gewohnt spielen sich die verschiedenen Klassen noch runder und besser balanciert als bisher. Auch das Spawn-System für Fahrzeuge und Sentry Kits (durch die ihr euren Kämpfer in einen Super-Soldaten verwandeln könnt) wirken ausgeglichen und sind weniger berechenbar als bei anderen Shootern. Dadurch verliert man auch bei häufigen Niederlagen nicht so schnell die Motivation. Erwähnenswert ist auch das veränderte Waffenhandling. Wenngleich ihr selbst im ersten Weltkrieg einige automatische Waffen an den Mann bekommt verhalten sich diese anders als in Shootern mit modernen Settings und haben beispielsweise wesentlich deutlicheren Rückschlag, sodass makelloses Zielen vor allem über größere Distanzen eine sehr ruhige Hand erfordert.

 

 

Der Teufel steckt im Detail

 

Das technische Feuerwerk, das DICE mit „Battlefield 1“ zündet zählt ohne Frage zu den absoluten Highlights des Jahres 2016. Einige Beispiele der opulenten Kulissen aus der Singleplayer-Kampagne haben wir bereits genannt, die Multiplayer-Maps stehen dieser aber auch in nichts nach. Zahlreiche Post Processing Effekte heben die Optik gelegentlich auf nahezu photorealistisches Niveau und spielen durch hervorragend platzierten Lichteinfall und bewussten Überbelichten beispielsweise beim Verlassen von Gebäuden mit der Wahrnehmung der Spieler. Bei genauerem Hinsehen – für das man insbesondere in intensiven Multiplayer-Schlachten allerdings sowieso keine Zeit haben dürfte – machen sich geringfügige Schwächen bemerkbar. So sind Boden- und Umgebungstexturen oftmals nicht so detailliert, wie sie aus größerer Distanz den Anschein haben und selbst Charaktermodelle können außerhalb der phantastisch gerenderten Zwischensequenzen hinter den Erwartungen an einen Triple A Blockbuster aus dem Jahre 2016 zurückbleiben. Auf der anderen Seite des visuellen Spektrums stehen hingegen die phantastischen Zerstörungseffekte, die vor allem bei Beschuss oder Einsturz von Gebäuden begeistern können. Um die hohe Grafikqualität (weitestgehend) aufrecht erhalten zu können hat sich DICE einiger kleiner Tricks bedient, die sich gelegentlich allerdings auch zu erkennen geben.

 

Slow down, bro!

 

DICE hat „Battlefield 1“ mit einer dynamischen Framerate und einer dynamischen Auflösung ausgestattet. Das Spiel läuft dabei mit bis zu 1080p und 60fps, erreicht diese Werte allerdings nur selten. Die meiste Zeit über sehen die hervorragenden Animationen des Spiels wie beispielsweise die einstürzenden Gebäude oder die Trefferanimationen der Gegner butterweich, obwohl die Bildwiederholungsrate des Spiels gelegentlich sogar unter 30fps fällt. Die dynamische Auflösung arbeitet gelegentlich etwas übereifrig und kann verschiedenen Berichten im Internet auf bis zu 90p (!) abfallen, dabei scheint es sich allerdings nur um Ausnahmefälle zu handeln. In unserem Test sind uns vereinzelte, nur wenige Einzelbilder lange, Verpixelungen bei besonders aufwändigem Effektgewitter aufgefallen, von einem störenden Eingriff in das Spielgeschehen kann dabei allerdings nicht gesprochen werden. Zudem hat DICE verschiedene Grafikoptionen in das Spiel integriert, die für gewöhnlich nur auf dem PC angeboten werden. So lassen sich im Menü des Spiels Details wie Motion Blur bzw. das Sichtfeld regulieren und an die persönlichen Bedürfnisse anpassen. Die Optik von „Battlefield 1“ ist phantastisch und wird lediglich von der Akustik übertroffen.

 

 

Mittendrin statt nur dabei

 

Die Sprecher sind nicht nur in den Zwischensequenzen hervorragend sondern können auch in den Multiplayergefechten die Stimmung hervorragend transportieren. Zudem verdankt das Spiel einen großen Teil seiner Charakterentwicklung im Story-Modus den Leistungen der Sprecher. Durch die Musik gewinnt das Spiel in vielen Szenen an Atmosphäre, wenngleich nur wenige Themes tatsächlich im Ohr bleiben. Die Inszenierung der Musik ist hingegen durchgehend phantastisch, sodass sowohl die Szenen mit als auch die Szenen ohne Musik perfekt zur Geltung kommen. In den letzteren überlässt die Musik den Soundeffekten das Feld, die eigentlich der stille Hauptdarsteller des Spiels sind. Von Kleinigkeiten wie dem dreiteiligen Nachladen der Waffen bis hin zu den kräftigen, dynamischen und beinahe zischenden Waffensounds, die druckvoll an eure Ohren kommen. Die grandiose Abmischung lässt sowohl die Richtung als auch die Entfernung der Gräuschquelle abschätzen, was vor allem in den Multiplayer-Schlachten ein großer Vorteil sein kann. Auch gewinnen zahlreiche Schlachten durch den markerschütternden Einschlag von Artillerie-Geschossen und peitschende Projektile an Atmosphäre. Die Steuerung wurde mit der gewohnten Präzision umgesetzt und ist sowohl zu Fuß als auch in Langfahrzeugen und in der Luft eingängig und überträgt eure Kommandos perfekt ins Spiel. Auch die Steuerung lässt sich durch zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten bis hin zur Empfindlichkeit der Sicks in verschiedenen Zoomstufen individualisieren.

 

Fazit: Unvergleichliche Atmosphäre und beeindruckendes Spielgefühl

 

Bei „Battlefield 1“ hat DICE fast alles richtig gemacht. Nach den enttäuschenden Kampagnen von „Battlefield 3“ und „Battlefield“ sowie der besonders enttäuschenden – weil nicht vorhandenen – Kampagne von „Star Wars Battlefront“ liefert „Battlefield 1“ einen hervorragenden Einzelspielermodus, der in seiner episodenhaft erzählten Geschichte ein abwechslungsreiches, dramatisches und emotionales Bild des Krieges zeigt und spielerisch viel Dynamik zu bieten hat. Dennoch hätte das Spiel gängige Shooterkonventionen mutiger gegen frische Ideen tauschen können. Auch verwundert, dass die Beteiligung der Russen und Franzosen am Krieg von dem Spiel gänzlich verschwiegen werden. Diese will DICE aber mit den ungeschickt betitelten „Racial DLC Packs“ nachreichen. Im Multiplayer-Modus begeistern vor allem die neuen „Operationen“, die bis zu 64 Spieler auf riesigen Maps mit verschiedenen Sektoren gegeneinander antreten lassen. Optisch zählt das Spiel trotz kleiner Schwächen zur Spitzenklasse der aktuellen Konsolengeneration. Akustisch zündet DICE im wahrsten Sinne des Wortes ein bemerkenswertes Effektfeuerwerk, das eine beeindruckende und oftmals bedrückende Soundkulisse erzeugt. Dank der phantastischen Steuerung und der weitestgehend stabilen Server ist „Battlefield 1“ ein Shooter, den FPS-Fans unbedingt spielen müssen.

 

 

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