Destiny - Das Erwachen der Eisernen Lords [Xbox One - DLC]

Verfasst von Playzocker am 30.09.2016 um 21:00

 

Wer hat an der Uhr gedreht?

 

Zwei Jahre sind bereits vergangen, seit Bungie mit „Destiny“ die Shooter-Welt revolutionieren wollte. Wollt! Das Spiel konnte seinem Hype nicht gerecht werden und enttäuschte daher viele Spieler und auch Kritiker. Bungie gab allerdings nicht auf und erweiterte das Spiel mit den beiden kleineren DLC Packs „Dunkelheit lauert“ und „Haus der Wölfe“, sowie später mit dem großen Update „König der Bessessenen“. Auch abseits von diesen Erweiterungen kümmerte man sich fast rund um die Uhr um das Spiel, behob Balancing-Probleme und veränderte immer wieder vereinzelte Gameplay-Elemente, um Spieler bei der Stange zu halten. Mit „Das Erwachen der Eisernen Lords“ erscheint nun der zweite große DLC zu „Destiny“ – und für uns ist dies der perfekte Moment, um nicht nur einen Blick auf die neuen Inhalte des DLC zu werfen, sondern auch zwei Jahre „Destiny“ (die ingame-Uhren in unserer Redaktion zeigen bereits vierstellige (!) Zahlen an) zurückzublicken.

 

Erwachet!

 

Wie eingangs bereits erwähnt konnte „Destiny“ beim Launch seinem Hype nicht gerecht werden und Enttäuschung machte sich breit. Zu kurz sei die Story, zu gering die Abwechslung. Allerdings hatten Spieler, die sich bereits nach kurzer Spielzeit über die mangelnden Inhalte des Spiels beschwert haben ihre Rechnung ohne Bungie gemacht. Durch die äußerst motivierende Loot-Spirale, das vor allem im Team mit Freunden süchtig machende Gameplay und die vielen versteckten Items sorgten dafür, dass man mit jedem geschafften Strike oder Raid immer mehr in der Welt von „Destiny“ versunken ist und die ursprünglichen Reaktionen immer mehr vergessen hat. Spulen wir zwei Jahre vor und landen wir beim Release von „Das Erwachen der Eisernen Lords“. Die Erweiterung bietet eine neue Story-Kampagne, die mit nur fünf Missionen aber gewohnt kurz ausfällt und euch knapp zwei Stunden beschäftigen wird. In der Kampagne des Spiels bekommt ihr es mit SIVA zu tun, einer alten Technologie, die Gefallene zu so genannten Spleißern (nicht zu verwechseln mit den Splicern aus „Bioshock“!) augmentiert hat. Die Kampagne punktet zwar mit einem hervorragenden Soundtrack und toll inszenierten Zwischensequenzen, die kurze Spielzeit (die Kampagne von „König der Bessessenen“ dauerte ungefähr doppelt so lang) enttäuscht allerdings.

 

 

More oft he same!?

 

Zum Glück bietet „Das Erwachen der Eisernen Lords“ weitaus mehr als nur diese Kampagne. An deren Ende warten nämlich mehrere Questreihen auf euch, durch die ihr euch neues Equipment erarbeiten könnt. Sogar die Handfeuerwaffe Dorn und der übermächtige Raketenwerfer Gjallarhorn kehren ins Spiel zurück – eine Entscheidung, die Spieler zu spalten scheint. Der Lichtlevel-Cap wurde auf 385 angehoben, mit den Verseuchten Landen gibt es einen komplett neuen Schauplatz und damit verbunden auch neue Beutezüge, Patrouillenmissionen und andere nette Zeitvertreibe. Durch die hervorragende und vor allem gut durchdachte Architektur des neuen Gebiets wird euer Entdeckerdrang weiter gefordert, zumal wir beim Spielen den Eindruck hatten, dass „Destiny“ jetzt bereitwilliger Loot hergibt als noch vor einiger Zeit. Wofür sich „Destiny“-Fans sicherlich am meisten interessieren sind der neue Strike sowie der neue Raid. Der Strike ist zwar recht kurz aber unterhaltsam, der Raid hat die „Destiny“-Community durch ein neuartiges Rätsel einige Zeit beschäftigt. Um dieses zu lösen muss man Binär-Codes ausrechnen – die Mühe lohnt sich aber, wartet am Ende dieses Rätsels doch ein Impulsgewehr mit Level 390.

 

Diese Stadt ist zu klein für uns beide!

 

Der PvP-Modus des Spiels wurde um vier neue Maps erweitert, wovon eine allerdings PlayStation Spielern vorenthalten bleibt. Mit Vorherrschaft gibt es zudem einen komplett neuen Mehrspielermodus. Dieser Modus erinnert an „Abschuss bestätigt“ aus der „Call of Duty“-Reihe. Wenn ihr hier einen Gegner erledigt, bekommt euer Team nicht automatisch einen Punkt. Stattdessen lässt der Gegner ein Engramm fallen, dass ihr erst einsammeln müsst, damit euer Team den Punkt auf dem eigenen Konto verbuchen kann. Dies ermöglicht und erfordert eine völlig neue Art von taktischem Zusammenspiel eines Teams, da man beispielsweise auch durch das Einsammeln des Engramms eines gefallenen Kameraden verhindern kann, dass das feindliche Team für den Abschuss belohnt wird. „Vorherrschaft“ ist schnell, abwechslungsreich und bietet etwas, das uns der PvP-Modus von „Destiny“ bis dato noch nicht geboten hat – eine willkommene Erweiterung.

 

 

n00b-Alarm!

 

„Das Erwachen der Eisernen Lords“ richtet sich in erster Linie an „Destiny“-Veteranen, ist für Einsteiger allerdings auch nicht unspielbar. Diese können sich mit einem speziellen Item sofort auf Level 40 bringen und die neuen Inhalte spielen. Zumindest die Kampagne und die Nebenmissionen sind auch im Alleingang zu bewältigen, beim Strike und vor allem beim Raid werden Solospieler allerdings aussteigen. „Destiny“ hat schon immer mit Freunden am meisten Spaß gemacht und durch seinen hohen Schwierigkeitsgrad ist der neue, knapp zweistündige Raid „Zorn der Maschine“ da keine Ausnahme. Unverständlich ist an dieser Stelle lediglich, dass Bungie auch in „Das Erwachen der Eisernen Lords“ kein Matchmaking für die Endgame-Inhalte anbietet. Dass dies bitter notwendig wäre zeigt sich besonders in der neuen Arena „Archon-Schmiede“, die man als Gruppe leicht betreten kann, bei der man als Solospieler aber zumal lange warten kann bis sich willige Mitspieler gefunden haben. Für „Destiny“-Veteranen mit eigenen Clans wäre diese Funktion kein Schaden, für Gelegenheitsspieler aber definitiv ein großer Nutzen.

 

Fazit: Wenig Kampagne, aber umfangreiches Erweiterungspaket

 

Der letzte Satz könnte bezeichnend für „Destiny“ sein. Seit seinem Launch vor knapp zwei Jahren ist das Spiel nicht für seine ausufernde Kampagne bekannt sondern dafür, Spieler Stunden lang mit der Suche nach Loot zu beschäftigen und zu motvieren, Teams zu formieren und diese in immer schwierigeren Missionen an die Grenze ihres Könnens zu bringen. „Destiny“ fordert, „Destiny“ belohnt aber auch. Und Fans des Spiels werden mit „Das Erwachen der Eisernen Lords“ sicherlich wieder etliche Stunden ihrer „Destiny“-Uhr hinzufügen können. Die Story enttäuscht zwar mit lediglich zwei Stunden Laufzeit, dafür punktet das Paket mit dem Raid, dem neuen Gebiet und einem neuen PvP-Mehrspielermodus. „Das Erwachen der Eisernen Lords“ ist auf jeden Fall mehr als ein Schnellschuss, der Spieler zum zum für 2017 geplanten Release von „Destiny 2“ bei der Stange halten soll. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, was Bungie mit der Marke „Destiny“ als nächstes vor hat.