Minecraft: Story Mode - Episode 5: Order Up [PS4]

Verfasst von Playzocker am 01.04.2016 um 11:08

 

Achtung: Wir sind stets bemüht, unsere Testberichte so spoilerfrei wie möglich zu halten. Daher werden im folgenden Text logischerweise keine wichtigen Elemente aus Episode 4 enthüllt. Allerdings können im Text Spoiler zu den Ereignissen aus den ersten drei Episoden versteckt sein.

 

Einer geht noch…

 

Einige Spieler werden vermutlich nicht schlecht gestaunt haben, als die Geschichte von „Minecraft: Story Mode“ in den letzten Minuten der vierten Episode „A Block and a Hard Place“ ihr Ende gefunden hat. In Episode vier. Von fünf! Auch wir haben uns gefragt, wie die Geschichte rund um Jesse und seine/ihre Gefolgschaft weiter gehen soll. Nachdem die Telltale Game Series aus dem beliebten Klötzchen-Universum in der ersten Episode gemächlich aber unterhaltsam begann und im zweiten Teil ein überraschend kurzes und überraschend langatmiges Kapitel der Geschichte erzählte ging es mit der dritten Folge wieder bergauf. Das Erzähltempo wurde angezogen und die Episoden 3 und 4 konnten trotz kleinerer Schwächen im Storytellung und der Charakterzeichnung wieder mehr unterhalten. Noch vor dem Release der fünften – und laut der ursprünglichen Planung bzw. dem Season Pass auch letzten – Episode wurde angekündigt, dass die Serie um (mindestens) drei weitere DLC-Geschichten verlängert wird. Wollte man mit dem fünften Kapitel also nur einen Cliffhanger für den kommenden DLC aufbauen? Oder hat man sich für „Minecraft: Story Mode - Episode 5: Order Up“ etwas völlig Neues einfallen lassen? Wir haben die (spoilerfreie) Antwort in unserem Test.

 

Jo ist denn heut’ scho DLC?

 

Die fünfte Episode von „Minecraft: Story Mode“ spielt einige Zeit nach dem Ende der vierten Episode und nach dem Besiegen des Witherstorm. Jesse und (in unserem Fall) seine Gefolgschaft wurden zu Volkshelden ernannt und werden bei jeder Rückkehr in die Heimatstadt mit frenetischer Euphorie empfangen. Nur Ivor steht am Rande der Gesellschaft, baut ein Haus in Form eines riesigen Totenschädels und muss es (entsprechend unserer Entscheidung) aufgrund der gefährlichen Lavaströme sofort wieder abreißen. Bereits die ersten Minuten von „Minecraft: Story Mode - Episode 5: Order Up“ legen ein anderes Tempo vor, als man es von der Serie bislang gewohnt ist. Man bekommt zudem den Eindruck, dass die Dialoge besser sitzen, der Humor leichtfüßiger wirkt – als hätte es vier Episoden lang gebraucht, bis sich die Serie so richtig einspielen konnte. Schnell erhalten wir auch unseren neuen Auftrag in Form der so genannten Eversource. Diese Quest schickt Jesse und Co. in eine fremde Welt mit neuen Charakteren und somit auch in eine vom Rest der Serie losgelöste Geschichte. Ein interessantes Konzept, das womöglich auch von den DLC-Episoden so beibehalten wird.

 

 

Stargate meets Relic Hunter

 

Am ehesten lässt sich das Konzept als Mischung der beiden bekannten TV-Serien „Stargate – Kommando SG-1“ und „Relic Hunter“ bezeichnen. Jesse und sein Team reisen durch ein Portal in eine fremde Welt um dort ein besonders wertvolles Relikt zu bergen. Mit einer Spielzeit von ca. 90 Minuten ist die fünfte Episode von „Minecraft: Story Mode“ etwas kürzer als die zumeist knapp über 100 Minuten lange Standard-Laufzeit der Telltale-Kapitel, diese eventuellen Kürzungen haben der Geschichte allerdings gut getan. Nach dem Gang durch das Sternentor landet ihr in „Minecraft: Story Mode - Episode 5: Order Up“ in einer wunderschönen aber seltsam anmutenden Stadt, in der mit Ausnahme der strengen Herrscherin Isa niemand das Recht hat, zu bauen. Weitere Details über die Geschichte der Episode möchten wir euch als spoilertechnischen Gründen nicht verraten. Im Vergleich zu den letzten Episoden von „Minecraft: Story Mode“ fällt auf, dass ihr in der fünften Episode mit weit weniger Charakteren zu tun habt. Dadurch habt ihr wesentlich mehr Zeit um euch mit den vorhandenen Personen zu beschäftigen. Die neuen Charaktere Isa und Milo, aber auch die bereits bekannten Akteure überzeugen durch humorvolle Dialoge, euch wahrscheinlich öfter einen Grinser entlocken als einige der Vorgänger zusammen.

 

Houston, wir haben ein Problem!

 

Telltale hat das Feedback zu den letzten Episoden von „Minecraft: Story Mode“ offensichtlich ernst genommen und in die Entwicklung des fünften Kapitels einfließen lassen. Durch die Reduzierung der aktiven Charaktere und das flüssigere Erzähltempo macht die Episode so viel Spaß, dass man sie leicht als den bislang besten Teil des Spiels bezeichnen kann. Einige der bekannten Probleme der Vorgänger wurden ausgemerzt – aber leider nicht alle. Vor allem die Schwierigkeiten technischer und logischer Natur bleiben aufrecht. So bietet „Minecraft: Story Mode“ einen recht einfachen visuellen Stil, bei schnelleren Sequenzen wie beispielsweise der Flucht vor den Wachen kommt die Bildwiederholungsrate allerdings dennoch ins Stocken und es treten Ruckler auf. Das ist nicht nur unerwartet sondern vor allem absolut unverständlich, wenn man bedenkt zu welch grafischen Höchstleistungen die PlayStation 4 ansonsten imstande ist. Auch die logischen Probleme der storybasierten „Minecraft“-Umsetzung wollen wir nicht unangesprochen lassen. Warum müssen wir einen Hebel bauen um eine Tür öffnen zu können, wenn wir ganz einfach die Blöcke, aus denen die Tür besteht, entfernen könnten. Dass die unendliche Freiheit des „Minecraft“-Universums in einer linearen und storybasierten Umsetzung keinen Platz finden kann sollte aber eigentlich niemanden überraschen.

 

 

Fazit: Witzig, dynamisch, unterhaltsam – das bislang beste Kapitel des Spiels

 

Mit interaktiven Serien wie „The Walking Dead“, „The Wolf Among Us“, „Tales from the Borderlands“ und „Game of Thrones“ konnte sich Telltale in den letzten Jahren einen Namen machen und hat das Genre des interaktiven Dramas mit entwickelt. Die Ankündigung von „Minecraft: Story Mode“ ließ trotzdem einige stutzig werden. Wie will man im „Minecraft“-Universum eine Geschichte erzählen? Passt dieses Konzept überhaupt zu Telltale? In der vergangenen Jahren hat der Entwickler bei all seinen Lizenzspielen bewiesen, dass es sehr wohl möglich ist eine neue Geschichte und neue Charaktere in ein bestehendes Universum zu integrieren und dabei Spaß, Spannung oder sogar den blanken Horror zu bieten. „Minecraft: Story Mode“ zählte letztendlich aber dennoch zu Telltales schwächeren Spielen, weil die Serie zwar teilweise unterhalten konnte aber auch einige deutliche Längen hatte – sie lief wesentlich weniger rund als andere. Mit der fünften Episode hat man allerdings genau die richtigen Hebel angesetzt und liefert eine eigenständige, 90 Minuten lange Geschichte, die mit dynamischem Erzähltempo durch witzige Dialoge und eine völlig neue Welt führt.

 

 

Bestellen bei Amazon.de:

 

 

Auf unserem Partner-Kanal Playzocker Reviews findet ihr ein vollständiges Let's Play dieser Episode, in dem ihr euch selbst einen Eindruck vom Spiel machen könnt.