Original vs. Remake #1: "Oldboy"

Verfasst von Daniel Fabian am 07.07.2015 um 17:20

 

Unter dem Motto Original vs. Remake sollen ab sofort Filme gegenübergestellt werden, die - mal mehr, mal weniger - dieselbe Geschichte erzählen. Neben den wichtigsten Informationen zu den jeweiligen Filmen gibt es auch immer wieder sogenannte Fun Facts, von denen selbst Filmfans möglicherweise noch gar nichts wussten. Außerdem stellen wir uns die Frage: Welcher Film ist eigentlich besser - Original oder Remake?

 

Park Chan-wooks Oldboy aus dem Jahr 2003 ist so etwas wie der Vater des modernen, südkoreanischen Kinos. Ein Film, bei dem man lange genauso wenig weiß wie der Protagonist, bis er die erschütternde Wahrheit enthüllt, die niemand für möglich gehalten hätte. Ja, Oldboy ist ebenso wunderschön wie abstoßend, ebenso einzigartig wie prägend und hat das südkoreanische Kino auch in Europa salonfähig gemacht. Es folgten ähnlich grandiose Werke wie I Saw the Devil, Chaser oder A Bittersweet Life.

 

Zehn Jahre ist kein Alter für einen Film; schon gar nicht für einen, der nicht etwa von seinen technischen Möglichkeiten lebt. Und dennoch versuchte sich Spike Lee (Malcolm X, Inside Man) an einer Neuverfilmung mit Josh Brolin in der Hauptrolle. Fans des Originals, das binnen kürzester Zeit Kultstatus erreichte, zeigten sich empört und verteufelten das Remake noch bevor die Dreharbeiten überhaupt stattfanden. Das Ergebnis ist eine eigenwillige Interpretation, die das Original ehren und dennoch eigenständig sein will. Während die Besetzung unkonventionell wirkt, ist das Endergebnis vor allem dem Studio zu verdanken. Denn während Spike Lees Erstfassung, also der Director's Cut, satte drei Stunden ging und anschließend nur noch 140 Minuten laufen sollte, zerstückelten die Produzenten den Film regelrecht und kürzten ihn auf nur 105 Minuten.

 

Fun Fact #1: Josh Brolin trainierte mehrere Monate für die berüchtigte Hammer-Szene, die als One-Shot über mehrere Stockwerke gedreht wurde. Auch diese Szene wurde drastisch gekürzt.

Fun Fact #2: Nachdem das Original lange zum kleinen Preis auf DVD & Blu-ray zu bekommen war, ist der Film derzeit nicht im Handel erhältlich.

 

Habt ihr Oldboy (2003) und Oldboy (2013) gesehen?

Wie gefallen euch die beiden Filme im direkten Vergleich?

Sollte man die beiden Filme überhaupt miteinander vergleichen?

Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

 

 

Original: Oh Dae-Du, ein durchschnittlicher Geschäftsmann und Familienmensch, wird von Unbekannten scheinbar grundlos entführt und in ein fensterloses Zimmer gesperrt. Es vergehen viele Jahre ohne jeden menschlichen Kontakt. Jahre, in denen sich Oh Dae-Su immer wieder fragt, wer sein Peiniger ist. Von Hass getrieben fängt er an, seine nackte Fäuste an der Zellenwand abzuhärten. Einzig der Gedanke an Rache zählt noch. Plötzlich, nach 15 Jahren, findet sich Oh Dae-Su in Freiheit wieder. Doch sein Alptraum ist damit längst nicht am Ende... er fängt gerade erst an.

 

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Remake: Der Werbemanager Joe Doucett wird 20 Jahre lang von einem Unbekannten gefangen gehalten. Als ihn sein Peiniger plötzlich freilässt, will Joe unbedingt den Grund für die erlittene Tortur herausfinden und Rache nehmen. Bei seiner Suche trifft er auf die junge Sozialarbeiterin Marie sowie auf einen rätselhaften Mann, der vermeintlich den Schlüssel zu der Auflösung in Händen hält. Doch Joe muss erkennen, dass er weiterhin ein Gefangener in einem mysteriösen Netz von Verschwörungen ist.

 

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