Besitzer des "Nazi-Kellers" angeklagt: Die Konsequenzen von Ulrich Seidls "Im Keller"

Verfasst von Daniel Fabian am 06.05.2015 um 08:14

 

Im Keller will die Beziehung der Österreicher zu ihren Kellern skizzieren; will versuchen, Antworten zu finden auf die Fragen, was das Eigentümliche an österreichischen Kellern ist bzw. ob es das Eigentümliche überhaupt gibt. Dieser filmische Streifzug durch den Alltag österreichischer Keller könnte Antworten finden und auch neue Fragen aufwerfen und damit ein wenig Licht in die unterirdische Verborgenheit bringen.

 

Genau das könnte einem "Darsteller" des Films jetzt aber teuer zu stehen kommen. Denn auch wenn Ulrich Seidls neuer Film aufgrund seines Konzepts und seinen drastischen Darstellungen hohe Wellen schlug, löste vor allem die regelmäßige Zusammenkunft im Nazi-Keller eine Kontroverse aus. Denn jene Szenen, in denen zwischen Hakenkreuzen und diversen Souvenirs, die an die NS-Zeit erinnern, angeprostet wird, seien nicht nachgestellt. Die Folge: Zwei ÖVP-Gemeinderäte, die in jenen Szenen zu sehen sind, treten zurück. Und wie die Kleine Zeitung jetzt berichtet, wurde der Eigentümer des Kellers wegen Verstoßes gegen Paragraf 3g angeklagt, wie die Staatsanwaltschaft Eisenstadt bekannt gab. Die Anklage ist noch nichts rechtskräftig.

 

Im Anschluss an die Österreich-Premiere des Films hatten wir Ulrich Seidl übrigens im Gespräch: