Es war einmal in America: Extended Director's Cut

Verfasst von Daniel Fabian am 16.10.2014 um 18:40

 

Im Laufe seiner Karriere hat Sergio Leone an einigen Filmen mitgearbeitet, eigenständig Regie führte er allerdings nur bei den wenigsten. Und dennoch gehört er wohl zu den begnadetsten Filmemachern aller Zeiten, schuf er mit Für eine Handvoll DollarZwei glorreiche Halunken oder Spiel mir das Lied vom Tod nicht nur einige der besten Western, sondern für viele auch die besten Filme aller Zeiten. Zu denen gehört wohl auch das Mammut-Werk Es war einmal in Amerika – mit Robert DeNiro, James Woods und Joe Pesci.

Seit gut drei Jahren ist der Film nun jetzt schon auf Blu-ray erhältlich, bis dato allerdings nur in seiner Langfassung (229 Minuten). Jetzt ist die Zeit gekommen, um den Film auch in seinem Extended Director’s Cut zu veröffentlichen, der sage und schreibe 251 Minuten läuft. Warner Home Video veröffentlicht dieses gigantische Werk sowohl im bereits ausverkauften Blu-ray Steelbook, als auch in der Standard Edition, die sich inhaltlich nicht vom exklusiven Sammlerstück unterscheidet. Das 2-Disc Set enthält den Film in beiden Fassungen und darüber hinaus Extras wie Trailer, einen Kommentar von Richard Schickel sowie einen Auszug aus der Dokumentation „Es war einmal: Sergio Leone“. Wie im Steelbook liegt auch hier ausschließlich die bereits erhältliche Filmfassung in deutscher Sprache vor, den Extended Director's Cut bzw. die neuen Szenen gibt es nur im englischen Originalton. 

 

Details der Extras:

  • Audiokommentar
  • Dokumentation
  • US-Kinotrailer

 

Digital Copy: Ja

 

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Inhalt:

New York zur Zeit der Prohibition. Max, Noodles und ihre Freunde verdienen sich bereits als Kinder mit Erpressungen und Schmuggeleien den einen oder anderen Dollar dazu. Jahre später, Noodles wird nach einer langen Haftstrafe für einen Mord aus dem Gefängnis entlassen, haben es die Freunde von damals unter Max zu einem skrupellosen Gangstersyndikat gebracht. Doch Ehrgeiz und Habgier zerstört die jahrzehntelange Freundschaft, und am Ende steht ein entsetzlicher Verrat...


 

Fazit der Blu-ray:

Es war einmal in Amerika ist unbestritten einer der größten Filme aller Zeiten – und das nicht nur aufgrund seiner Laufzeit. Auf Blu-ray erfährt der Film deswegen jetzt auch eine besondere Auswertung, die leider auch Schattenseiten mit sich bringt. 

Das minimalistische, einmal aufklappbare Digipak ist gut verarbeitet. Ebenso der Schuber, der Titel sowohl auf dem Frontcover als auch auf dem Spine geprägt trägt. Ein Wehrmutstropfen dürfte für viele aber das FSK-Symbol sein, das trotz beiliegendem Blatt sowohl auf dem Schuber, als auch auf dem Digipak aufgedruckt wurde. So viel zu den Äußerlichkeiten, aber wie sieht’s mit den inneren Werten aus? 

Da die Langfassung bereits erhältlich ist, soll auf diese nur kurz eingegangen werden. Der dreckige Look des Films erinnert u.a. auch an den Scorsese vergangener Tage – verfeinert mit kräftigen und dennoch dezenten Farben und einer Schärfe auf überaus hohem Niveau. Dasselbe trifft auch auf den Extended Director’s Cut zu oder zumindest auf das altbekannte Material. Die neu eingefügten Szenen verlieren ungemein an Schärfe, sind teilweise krass überbelichtet und stark verrauscht. Auch die englische Tonspur in jenen Szenen ist nicht nur kraftlos und leise, sondern auch übermäßig dumpf. 

Der Extended Director’s Cut macht aus einem großen Film einen noch größeren. Ob er dadurch aber auch besser wird (falls das überhaupt möglich ist), sollte in Anbetracht der qualitativen Umsetzung jeder für sich selbst entscheiden. Puristen kommen jedenfalls nicht umhin, dieses historische Werk auch einmal in seiner längsten Fassung gesehen zu haben.