... und Äktschn!

Verfasst von Daniel Fabian am 02.09.2014 um 17:28

 

Und Äktschn! - Nach einigen Dokumentarfilmen versuchte sich der 1965 in Salzburg geborene Regisseur Frederick Baker 2014 erstmals auch auf dem Regiestuhl eines Spielfilmes. An seine Seite holte er sich hierfür den Kabarettisten Gerhard Polt, der in seinem Regiedebüt ..und Äktschn! nicht nur die Hauptrolle übernehmen, sondern auch am Drehbuch mitschreiben sollte – im Comedy-Segment hat der gebürtige Münchner immerhin genug Erfahrung vorzuweisen. 

Im Februar 2014 erreichte die deutsch-österreichische Koproduktion die heimischen Kinos, ein gutes halbes Jahr später folgt die Auswertung auf DVD und Blu-ray. Erstere, die in einer handelsüblichen transparenten DVD-Hülle ohne Wendecover in den Handel kommt, soll im Fokus dieser Vorschau stehen. Diese enthält den Hauptfilm in deutschen Dolby Digital 5.1, wahlweise mit Untertiteln, sowie eine Hörfilmfassung für blinde Menschen. Als Bonusmaterial gibt es neben einem Teaser und einem Trailer auch ein ausführliches Making Of zum Film (43 Minuten) sowie Gerhard Polts Auftritt bei Stermann und Grissemann.


Details der Extras:

  • Making Of „Film oder Familie“ (43 Minuten)
  • Gerhard Polt zu Gast bei Stermann und Grissemann
  • Teaser
  • Trailer

 

Digital Copy: Nein

 

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Inhalt:

Finanzblase und Umschuldungsprogramme, die mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar sind, findet man nicht nur in der Hochfinanz. In der kleinen Gemeinde Neufurth beobachtet einer den anderen ganz genau, sozialer Neid bestimmt das Leben und letztlich steht allen finanziell das Wasser bis zum Hals.

Hans A. Pospiech (GERHARD POLT), leidenschaftlicher Amateurfilmer und letzter Kinosaurier, hält sich nur über Wasser, indem er Weltkriegs-Memorabilien aus dem Nachlass seines Vaters verscherbelt. Sein größter Konkurrent um den Rang des Filmexperten im örtlichen Amateurfilmclub ist dessen Direktor Nagy (NIKOLAUS PARYLA), erfolgloser Immobilienmakler mit missgünstigem Charakter. Dieser baut seinen Expertenruf darauf auf, die Großen des Films gekannt zu haben -- in Wahrheit ist er ihnen aber nur als Bratwurst-Verkäufer auf dem Bavaria-Studiogelände begegnet. Treffpunkt des täglichen Provinz-Hahnenkampfs ist die Schwankwirtschaft von Grete Neuriedl (GISELA SCHNEEBERGER), die mit lauter klammen Kunden auch keinen Blumentopf gewinnen kann. Das mitspielende Publikum besteht aus ebensolchen Pleitegeiern: Pospiechs Neffe Alfons (MAXIMILIAN BRÜCKNER), der Musikgeschäfts-Besitzer Fleischbauer (ROBERT MEYER) und Hobbyhistoriker Brunnhuber (OLAF KRÄTKE).

Die Posse beginnt, als Bankdirektor Faltermeier (MICHAEL OSTROWSKI) ein äußerst kreatives Finanzmanöver ersinnt, das seine Bilanzen wieder auf Vordermann bringen soll: Kulturförderung heißt der Trick. Er schreibt einen Filmwettbewerb aus, wobei der Sieger für ihn schon feststeht ... der mit dem größten Schuldenberg. Doch das weiß keiner.

Pospiech sieht seine Chance, Filmgeschichte zu schreiben und denkt groß: ein Kassenschlager soll sein Film werden!

Und während allein das Thema seines Vorhabens im Ort für Furore sorgt, entwickeln sich die Dreharbeiten zu einem Desaster.

 

 

Fazit der DVD:

„A bissl Vision, a bissl Utopie“ und fertig ist eine gewagte, freche, aber nicht taktlose Heimat-Komödie mit einer gehörigen Portion Leidenschaft für das Medium Film – und dank einem wie immer souveränen Michael Ostrowski und einem Gerhard Polt, der zu alter Stärke zu finden scheint, gibt’s in ..und Äktschn! auch genug zu lachen.

Während österreichische Filme oftmals gar nicht erst auf Blu-ray erscheinen, macht ..und Äktschn! schon auf DVD dermaßen gute Figur, sodass man auf die HD-Auswertung verzichten könnte. Tolle Kontraste, starke Farben und ein überdurchschnittlicher Schärfegrad – ob in der verregneten Altstadt oder im verrauchten Wirtshaus – machen diese DVD uneingeschränkt empfehlenswert. Für einen Kauf spricht außerdem das ausführliche Making Of, in dem man einen Blick hinter die Kulissen bekommt. Und das Beste: Die DVD kostet keine „50 Euro pro Bumpara“ und ist somit auch etwas für „finanzielle Tiefseetaucher“!