Gamescom 2014 – Mortal Kombat X [PS4]

Verfasst von Johannes Mayrhofer am 24.08.2014 um 17:29

 

Traditionsreiche Schlagzeilen

 

Die Mortal Kombat-Reihe ist seit der Veröffentlichung des ersten Teils 1992 immer wieder für eine Schlagzeile gut. Jugendschützer um die Welt, besonders aber natürlich in Deutschland, werfen gerne einen Blick auf die Reihe, die seit ihres Bestehens mit extrem übertriebenen Gewaltdarstellungen prahlt. Abseits davon kann sich Mortal Kombat aber auch damit brüsten, bereits 1995 vom Resident Evil-Ruinierer Paul W.S. Anderson verfilmt worden zu sein und im Lauf der Zeit folgten auch eine Fernseh- und eine Web-Serie. Wenn man etwas Kreativität beim Zählen beweist, d.h.: diverse Spin Offs und Komplete Editions weglässt, wird mit dem nächsten Teil, der irgendwann 2015 auf uns zukommt, bereits der zehnte Teil erscheinen.

 

Wie die Eltern so die Tochter

 

Auf der Gamescom hat uns NetherRealm Studios ihr neuestes Baby präsentiert und wir durften ein paar Runden losprügeln. Die meisten Charaktere waren für unsere Probier-Version gesperrt, aber immerhin gab es neben alten Bekannten wie Raiden auch Neulinge wie Ferra & Torr oder Cassie Cage. Falls euch der Name Cage irgendwie bekannt vorkommt: Cassie ist tatsächlich die Tochter der beiden Mortal Kombat-Veteranen Johnny Cage und Sonya Blade! Die Handlung von Mortal Kombat X wird sich nämlich über 25 Jahre erstrecken und so auch Kinder der alten Haudegen einführen.

 

 

 

Drei Kampfstile pro Charakter

 

Neu ist, dass man vor einem Kampf pro Charakter die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Kampfstilen hat. Diese verändern das Gameplay der Figur entscheidend. Konnte man bei vorangegangenen Ablegern teilweise während des Kampfes verschiedene Kampfstile durchschalten, muss dies nun vor dem Kampf entschieden werden. Immerhin gibt es Beschreibungen, die euch mit wenigen Worten erklären, wie ihr euch den jeweiligen Stil in etwa vorstellen könnt und was für Spezial-Attacken auf euch warten. Dank des kleinen Vorschau-Textes fällt uns die Wahl nicht schwer: Cassie Cage ist die Ausgewählte, denn wir wollen in unserem Übermut doch zu gern sehen, was sich hinter dem Spezialangriff Nut Cracker verbirgt.

 

Interaktive Levels und berstende Nüsse

 

Das Gameplay ist wie auch beim Vorgänger oder beim indirekten Vorgänger Injustice Gods Among Us zweidimensional, während das Level und die Charaktermodelle schön dreidimensional erstrahlen. Wie auch bei Injustice können wir an einigen Stellen des Levels interagieren. Etwa von einem Ast hüpfen, an Lianen schwingen oder im Hintergrund stehende Dorfbewohner schnappen und auf unseren Gegner schleudern. Hübsch detailliert sind die Maps und erstmals in der langjährigen Geschichte meiner Mortal Kombat-Karriere stelle ich die Behauptung auf: Dieses Spiel sieht gut aus und vor allem auch die Animationen wirken endlich weich und nicht mehr so abgehakt und aneinandergereiht. Der Nut Cracker stellt sich schließlich als eben solcher heraus. Cassie zückt ihre Pistolen, schießt dem Kontrahenten in die Knie, damit dieser niederbricht. Sie rutscht unter ihn, haut ihm oder ihr zwischen den Schritt, wobei man per Röntgenaufnahme sieht, wie sie unsanft an den Muskeln zerrt, bis sie schließlich den Kopf des Kontrahenten zwischen ihren Pistolengriffen zerschmettert. Da werden sich die Jugendschützer wieder freuen.

 

 

Fazit: Das rockt fatalistisch!

 

Mortal Kombat X sieht richtig gut aus. Das ist das erste Mal, dass ich diese Behauptung von einem Mortal Kombat Spiel aufstelle, denn irgendwie wirken sie technisch doch immer ein paar Schritte hinter ihrer Zeit – was sie allerdings mit Unmengen an Gewalt kompensieren. Mortal Kombat gehört zu jenen Spielen, die – unter anderem auf Grund der übertriebenen aber doch irgendwo auch amüsanten Gewaltdarstellung – Neulinge und Button-Masher genauso begeistern, wie jene, die sich wirklich in die Spielmechanik und das Kampfsystem einarbeiten wollen. Damit wir wirklich die Vor- und Nachteile des neuen Kampfsystems mit seinen drei voreingestellten Kampfarten pro Charakter erkennen und uns in die neuen Charaktere einarbeiten können, reichte auf der Gamescom natürlich die Zeit nicht. Es bleibt abschließend festzuhalten: Es sieht schön aus, es macht Spaß und wir können es kaum erwarten! Viel zu bieten hat die neue Konsolen-Generation Beat Em Up-technisch neben dem Microsoft-exklusiven Killer Instinct bis jetzt sowieso noch nicht und was wäre ein günstigerer Einstieg als mit dieser traditionsreichen Reihe?

 

Einen genauen Erscheinungstermin gibt es noch nicht. Mortal Kombat X wird 2015 für die PS3, die PS4, die Xbox 360, die Xbox One und den PC erscheinen. Wir hatten nach unserem Anspiel-Termin übrigens die Gelegenheit, mit Mortal Kombat Erfinder Ed Boon zu plaudern. Das Interview findet ihr hier.

 

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