Gamescom 2014 – Stronghold Crusader II [PC]

Verfasst von Johannes Mayrhofer am 16.08.2014 um 01:04

 

King in the Castle...

 

Burgen waren lange Zeit eine wichtiger Bestandteil der Landesverteidigung und auch wenn Entwicklungen in der Technik und der militärischen Kriegsführung die mächtigen Bollwerke obsolet gemacht haben, zieren sie auch heute noch Städte (Salzburg) und Landstriche (Burgenland). Wer immer schon einmal sein eigener Burgherr sein wollte, hatte vor langer Zeit die Möglichkeit in Stronghold, damals noch in hübscher Iso-Grafik und dem Quasi-Spin-Off Stronghold Crusaders seine eigenen stolzen Festungen zu bauen und zu verwalten. Stronghold II setzte auf 3D Optik völlig dreidimensionales Gameplay, was die Fans aber nicht wirklich überzeugte.

 

 

Die Kreuzritter sind zurück und sie sind nicht gealtert!

 

Der Wunsch nach einem Old-School Stronghold war da und die Firefly Studios zogen aus, um den Fans mediävaler Kriegsführung ihren Traum zu erfüllen. Auf der Gamescom 2014 haben uns Nick Tannahill (Marketing Manager) und Paul Harris (Senior Producer) von den Firefly  Studios in den mittelalterlichen Sandkansten losgelassen und was wir sahen, hat uns bestens gefallen. Die Schwierigkeit bei der Entwicklung bestand darin, einerseits das Feeling des ersten Crusader-Spiels einzufangen, andererseits dennoch eine moderne 3D-Grafik zu verwenden. Bei Firefly hat man sich viel Feedback zu Herzen genommen und sich letztendlich dafür entschieden, die Möglichkeiten des Gebäudebaus auf ein Raster am Boden und vier- bzw. bei Mauern acht Richtungen zu beschränken. Das heißt, Einrichtungen können nicht mehr stufenlos gedreht oder angebracht werden, was aber erstens der Übersicht zugute kommt, zweitens laut Entwicklern von den Fans gefordert wurde und drittens der Hauptgrund ist, wieso sich Stronghold Crusader II so fabelhaft nach dem geliebten Vorgänger anfühlt.

 

Stein Schere Papier und mehr Details

 

Natürlich ist Stronghold Crusader II aber nicht nur eine Kopie des Vorgängers mit besserer Grafik, sondern birgt auch einige Neuerungen im Detail. Erinnert ihr euch an die Assassinen in Stronghold Crusader? Die konnten Burgmauern erklimmen. In Stronghold Crusader II haben deutlich mehr Einheiten solche Spezialfähigkeiten. Auch am Balancing wurde gefeilt, jede Einheit hat Stärken und Schwächen, die mit anderen Einheiten gekontert werden können. So gibt es Reiter, die mit erhöhter Geschwindigkeit etwa den vormals lästigen berittenen Bogenschützen mit ihren Hit- and Run Strategien zu Leibe rücken können. Diese neuen Reiter sind dafür besonders anfällig gegen die Spezialfähigkeit der Pikeniere, die ihre Piken in bester Braveheart-Manier schräg in den Boden rammen und die Pferde auflaufen lassen. Ebenfalls wurden einige kleine Details in der Optik verändert. Belagerungswaffen werden jetzt tatsächlich von Soldaten geschoben und wenn Kämpfer eine Burgmauer angreifen, hauen sie nicht mehr lächerlich auf die Mauer mit ihren Schwertern ein, sondern packen die Schaufeln aus und beginnen das Fundament zu untergraben, um sie so zum Einsturz zu bringen.

 

 

 

Fazit: Moderne Nostalgie

 

Wer Stronghold oder Stronghold Crusader zu Beginn des neuen Milleniums gezockt und geliebt hat, wird sich auch mit Stronghold Crusader II sofort zurecht finden. Es verbindet den liebevollen Look der alten Iso-Grafik mit der Möglichkeit die Kamera um 360 Grad zu drehen. Am Balancing wurde vorsichtig geschliffen und zumindest in der Version, an die wir auf der Gamescom Hand anlegen konnten, hat sich das Stein- Schere- Papier Prinzip gut und ausgewogen angefühlt. Auch die künstliche Intelligenz war nicht zu verachten und setzte schon nach kurzer Spielzeit mit einigen aggressiven Angriffen zu. Das aller Wichtigste ist aber, das Spielgefühl hat sich kein bisschen verändert.

 

P.S.: Noch ist die Möglichkeit den Gegner per F-Tasten zu beschimpfen nicht integriert. Als ich die beiden Jungs von Firefly darauf ansprach, lachten sie und meinten, diese Frage würden sie öfter hören.

 

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