Destiny - Beta [PS4]

Verfasst von Johannes Mayrhofer am 28.07.2014 um 19:29

 

Destiny – Vom Hype zur Beta

 

Mit der Halo-Serie brannte sich Bungie ins Gedächtnis der Konsolenspieler und vermutlich darf man dieser Serie zugestehen, bewiesen zu haben, dass sowohl Ego- als auch Multiplayer-Shooter auch auf Konsolen perfekt funktionieren. Für Microsofts Xbox und die folgende Xbox 360 hat Bungie Halo, Halo 2, Halo 3, Halo: ODST und Halo Reach entwickelt, bis die Entwicklung des Franchises an 343 Industries überging. Im Februar 2013 kündigte Bungie an, unter der Schirmherrschaft von Activision an einem Spiel namens Destiny zu arbeiten und spätestens seit der E3 2013 war ein Hype um den Titel, der seinesgleichen suchte. Und das, obwohl eigentlich noch keiner wusste, wasDestiny eigentlich ist.

 

Halo, ist that you?

 

Nun ist die Beta vorbei und wir haben einen Eindruck bekommen, woran Bungie die letzten Jahre gebastelt hat. In einer fernen Zukunft, lange nach der goldenen Ära der Menschen, ist die Erde kaum mehr bewohnbar. Garstige Außerirdische, die von einer galaktischen Dunkelheit beeinflusst werden, streunen durch die verwüsteten Ruinen. Eine letzte Stadt auf Erden wird vor der Dunkelheit durch den Traveler beschützt, ein mystisches Gebilde, welches wie ein Damokles-Schwert über der letzten Bastion der Menschheit schwebt. Die Ordnung aufrecht erhalten sollen Guardians, die mit kleinen schwebenden Robotern, den Ghosts, durch das Universum reisen.

Irgendwie erinnert dieses piepsige Ghost-Ding, nicht nur mit seinem leuchtenden Auge sondern auch in seiner ganzen Art an diesen 343 Guilty Spark, der in Halo um uns herumgeschwirrt ist. Auch am Artdesign der Aliens und der Rüstungen glauben wir die Macher der Halo-Serie zu erkennen. Schlecht ist das auf keinen Fall, schließlich gehören die Halo-Spiele zu den beliebtesten Titel der Xbox. Die Parallelen hören bei der Optik aber nicht auf, im Gameplay setzen sich die geistigen Vorgänger ebenfalls teilweise durch. Von der Steuerung über den selbstregenerierenden Lebensbalken, Destiny fühlt sich an, als würde man heimkehren!

 

 

Hallo... Menschen!

 

Nach einem kurzen Einführungslevel bringt uns Ghost in den Tower, die Hochburg der Guardians und hier entpuppt sich Destiny als so viel mehr als nur ein Next-Gen Halo Update. Im Tower rennen viele andere Guardians herum und sie alle haben blaue Namen über ihren Köpfen schweben. Namen, die in ihrer Kreativität von „Kartoffelbrei89“ bis „xx_Epic-Failz_xx“ reichen und auf eines hindeuten – hier hüpfen, winken, tanzen und deuten echte Menschen. Im Tower kaufen wir neue Waffen, Rüstungen, Raumschiffe und holen uns Challenges. Sobald alles erledigt ist, schwingen wir uns mit dem Raumschiff in den Orbit, von wo aus verschiedene Missionen angesteuert werden können.

 

Liebesgrüße aus Old Russia

 

In der Beta gab es lediglich ein Gebiet: Die Reise ging zum Cosmodrome im alten Russland. Einer Ruine alter Raketenstartrampen, von der aus einst die Galaxie besiedelt wurde. In diesem offenen weitläufigen Gebiet erfüllen wir in der Beta Storymissionen, Zufallsmissionen und einen Strike. Während, abgesehen vom Strike, weitere Guardians auf unserer Karte ihren Abenteuern nachgehen. Wirklich allein musste man selten eine Aufgabe erledigen.

 

 

Die Missionen

 

Leider enttäuschen die Missionen. Die großartige Welt mit ihren Rassen, den Fallen, den Awoken, den Hive (die an die Flood aus Halo erinnern) wurde in der Beta kaum vertieft oder vorgestellt. Zwischensequenzen in den Missionen sind quasi nicht vorhanden, Abwechslung leider ebenfalls nicht. Es gilt einen Ort zu erreichen und während Ghost irgendetwas scannt oder hackt muss man Gegner-Wellen oder Endbosse abwehren. Gegner respawnen dabei sofort. Kaum umgedreht, werden schon neue Truppen abgesetzt. Obwohl das Missionsdesign in der Beta deutlich mehr Abwechslung vertragen könnte, macht es dennoch Laune – einerseits weil ständig andere Menschen mit uns mitlaufen, andererseits, weil man relativ schnell auflevelt und ständig neue Gegenstände freischaltet, mit denen man den eigenen Charakter modifziert. 

In den Zufallsmissionen stürzt beispielsweise ein Satellit ab. Währen sich Ghost in die Hardware hackt, greifen Fallen an, die wir ihm vom Leib halten. Mit etwas Glück schließen sich unserem Kampf zufällige andere Spieler an, was die Sache erleichtert.

Die größte Herausforderung der Beta ist ein Strike, bei dem wir mit einem Team unterwegs waren. Diese Koop-Mission unterscheidet sich dabei nicht wesentlich von den anderen Missionen, war aber deutlich länger und schwieriger und es galt einige größere Gegner zu überwinden. 

Kurzzeitig wurde in der Beta außerdem eine Mission am Mond freigeschaltet, die zumindest andeutete, dass sich auch die Story von Destiny noch entfalten könnte. Auf der Oberfläche des Mondes musste man die Spur eines mysteriösen Guardians verfolgen.

 

Red vs. Blue

 

Die Ausflüge im alten Russland zeigen Potential, leiden aber vor allem unter der fehlenden Abwechslung. Ein Spielmodus, der zwar ähnlich repetitiv ist, aber dennoch – wie auch in Halo, Call of Duty oder Titanfall – deutlich spannender ist, ist der Multiplayermodus. Den Spielmodus kennt man aus anderen Titeln, Ziel ist es mit dem eigenen Team drei Flaggenpunkte zu erobern und möglichst lange zu halten. Geballert werden darf dabei nicht nur zu Fuß, sondern auch in Fahrzeugen und Geschütztürmen. Dieser Modus, der im roten oder blauen Team bestritten wird, ist fetzig, herausfordernd und wird auch jene fesseln, die sich in den anderen Missionen eher langweilen. Hier darf Bungie allerdings gerne noch am Balancing arbeiten.

 

 

Destiny – You had my curiousity, now you have my attention

 

Der Hype hat schon genervt, umso positiver war der Ersteindruck. Destiny sieht fabelhaft aus, spielt sich gewohnt locker, wie man es von der Halo-Serie kennt. Angereichert wird das Altbekannte mit neuen Rollenspiel-Elementen. Es darf ein eigener Charakter aus verschiedenen Klassen und Rassen gebastelt werden, Rüstungen und Waffen können verbessert werden. Mit anderen Spielerinnen und Spielern macht Destiny richtig Spaß, auch wenn Kommunikation kaum vorhanden ist, funktioniert das Koop-Spielprinzip intuitiv und so machen die Aufgaben, trotz nicht vorhandener Abwechslung, trotzdem Laune. Wer die Herausforderung sucht, wirft seinen Charakter einfach in eine Multiplayer-Partie. Destiny vereint die Stärken von MMORPGs und Singleplayer-Shootern und gibt sich Mühe, die Schwächen minimal zu halten. Letztendlich wird es vom Umfang des Spiels abhängen, ob hier der erwartete Hit wartet oder nur die Geburt eines Franchises, das definitiv viel Potential birgt.

 

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