Die Top 10 Filme des ersten Halbjahres 2014

Verfasst von Daniel Fabian am 28.07.2014 um 18:34

 

Das erste Kino-Halbjahr 2014 ist um, Zeit für eine Zwischenbilanz! Die Redakteure von DVD-Forum.at haben in den letzten sechs Monate zahlreiche Kino-Vorstellungen besucht, mussten dabei aber auch einiges mitmachen. Von Arthouse über Low Budget-Filme bis zu Mainstream-Blockbustern - alles war dabei und sorgte für Enttäuschung, aber auch Begeisterung. Auch die eine oder andere Überraschung sorgte für gemischte Gefühle...

In unserer Top 10 Liste der ersten Jahreshälfte sollen aber nicht nur jene Filme Platz finden, die bleibenden Eindruck hinterlassen haben, sondern auch diejenigen, die ob ihrer Machart einzigartig sind oder völlig zu Unrecht nur im Programm weniger Kinos Platz fanden und demnach untergingen. Außer Konkurrenz liegen Filme wie das spanische Beziehungsdrama 10.000 KM oder Tommy Wirkola's Dead Snow 2: Red vs. Dead - beide Filme hätten ebenso Platz in einer solchen Liste verdient, hatten zwischen Januar und Juni aber keinen offiziellen Kinostart in Österreich. Auch The Raid 2 durften wir bereits auf dem Crossing Europe in Linz sehen - ein Platz unter den besten Filmen des Jahres ist auch ihm sicher, der offizielle Kinostart (24. Juli 2014) liegt allerdings in der zweiten Jahreshälfte. 

Ihr seid herzlich eingeladen, eure Top- bzw. Flop-Filme des Jahres in den Kommentaren anzuführen! 

 

10. Godzilla

Gareth Edwards holt das Kult-Monster zurück auf die große Leinwand und spaltet damit die Lager. Godzilla-Fans der ersten Stunde wollten mehr Godzilla sehen, andere wiederum begeisterte die zeitgemäße Inszenierung - bei uns rutscht er gerade noch in die Top 10.

Inhalt: Im Sommer 2014 präsentieren Warner Bros. Pictures und Legendary Pictures die spektakuläre Wiedergeburt des meistverehrten Monsters der Welt: Godzilla. Der Regisseur Gareth Edwards entwickelt die mitreißende Vision menschlicher Tapferkeit und Friedenssehnsucht im Angesicht titanischer Naturgewalten, denen nur der monumentale Godzilla entgegentreten kann, weil die Menschheit ihnen schutzlos ausgeliefert ist.

 

 



9. Nymphomaniac

Mit seinem Mammut-Werk Nymphomaniac sorgte der dänische Skandal-Regisseur Lars von Trier schon im Vorjahr für brisanten Gesprächsstoff. Das Ergebnis aber kann sich sehen lassen: ein bizarrer, kunstvoller, unangenehmer, wunderschöne und vor allem außergewöhnlicher Film.

Inhalt: An einem kalten Winterabend findet der charmante, ältere Junggeselle Seligman eine halb bewusstlose, zusammengeschlagene Frau namens Joe in einer dreckigen Seitenstraße. Er nimmt sich ihrer an, bringt sie zu sich nach Hause und pflegt die Schwerverletzte. Als diese irgendwann wieder zu sich kommt und Joe ihre Wunden behandelt, fragt er sie was geschehen ist. Joe fängt an, Seligman ihre Lebensgeschichte zu erzählen, ohne jegliche Scheu vor dem fremden Mann zu haben. Eingeteilt in acht Kapitel erzählt sie ihren Werdegang von der Geburt bis zu ihrem fünfzigsten Lebensjahr. Die eigene Lebensdiagnose als Nymphomanin ist geprägt von mannigfaltigen Facetten und erotischen Erlebnissen. Die mit Anekdoten gespickten Geschichten zeugen von ihren tief verborgenen Emotionen und Bedürfnissen...

Links zur Kritik:

 

 



8. The Lego Movie

"Animationsfilme sind doch immer dasselbe" - Kritikern mit jenem Standpunkt haben Christopher Miller und Phil Lord mit The Lego Movie zweifellos den Kampf angesagt. Ein Feuerwerk an Kreativität und neuen Ideen!

Inhalt: In The Lego Movie geht es um Emmet,eine ganz normale, völlig durchschnittliche LEGO Figur, die stets alle Regeln befolgt. Durch ein Missverständnis wird Emmet jedoch für Den Besonderen gehalten, einen außergewöhnlichen Helden, der als Einziger die Welt retten kann. Deshalb begleitet er eine Gruppe von Fremden auf einer gewaltigen Mission, um einem bösen Tyrannen das Handwerk zu legen. Urkomisch wird es deshalb, weil der arme Emmet von dieser Aufgabe heillos überfordert ist.

 

 

 

7. The Grand Budapest

Kaum einer schafft es mit derart originellen Ideen in Setting, Kostüm und Inszenierung in eine völlig fremde Welt zu ziehen, wie es Wes Anderson (Moonrise KingdomDarjeeing Limited) immer wieder gelingt. Wunderschön, charmantes und Herz erwärmendes Kino.

Inhalt: The Grand Budapest Hotel erzählt die abenteuerliche Geschichte von Gustave H., dem legendären Hotelconcierge eines berühmten europäischen Hotels, und seinem Protegé, dem Hotelpagen Zero Moustafa. Beide werden enge Freunde als sie in den Streit um ein großes Familienvermögen und den Diebstahl eines wertvollen Renaissance Gemäldes verwickelt werden. All das passiert zu einer Zeit, in der Kriege ausbrechen und Europa sich vollkommen verändert….

 

 

 

6. Edge of Tomorrow

Tom Cruise hat es wirklich nicht leicht. Denn seinen zahlreichen Kritikern ist es wohl zu verdanken, dass mit Doug Limans Edge of Tomorrow der womöglich beste Blockbuster des Jahres erst gar keine Konkurrenz für Optimus Prime & Co. ist. Ein Film, der weit mehr Aufmerksamkeit verdient hätte!

Inhalt: Major Bill Cage verfügt über keinerlei Kampferfahrung, als er ohne Vorwarnung zu einem Einsatz abkommandiert wird, den man nur als Selbstmordkommando bezeichnen kann. Cage wird innerhalb weniger Minuten getötet, landet aber unbegreiflicherweise in einer Zeitschleife, die ihn dazu verdammt, dasselbe grausige Gefecht ständig aufs Neue zu durchleben: Wieder und immer wieder muss er kämpfen und sterben. Doch mit jeder Auseinandersetzung gewinnt Cage an Erfahrung und reagiert immer versierter auf die Gegner, wobei ihn die Kämpferin Rita Vrataski von den Special Forces tatkräftig unterstützt. Indem sich Cage und Rita dem Kampf gegen die Außerirdischen stellen, ergibt sich aus jedem wiederholten Einsatz eine neue Chance, die Alien-Invasoren zu überwinden.

 

 

5. Das finstere Tal

Mit Andreas Prochaskas Das finstere Tal schafft es doch tatsächlich ein österreichischer Film in unsere Top 5. Ein intensiver und wahnsinnig atmosphärischer Alpenwestern, der besonders aufgrund seiner atemberaubenden Bilder und des womöglich besten Soundtracks des Jahres zu den ganz großen Empfehlungen dieses Jahres gehört.

Inhalt: Über einen versteckten Pfad, irgendwo hoch oben in den Alpen, erreicht ein einsamer Reiter ein kleines Dorf, das sich zwischen unwirkliche Gipfel duckt. Niemand weiß, woher dieser Fremde kommt, der sich Greider nennt, und niemand will ihn hier haben. Unverhohlenes Misstrauen schlägt ihm entgegen. Die Söhne des Brenner-Bauern, der als Patriarch über Wohl und Wehe der Dorfbewohner entscheidet, hätten ihn wohl weggejagt, wenn Greider ihnen nicht eine Handvoll Goldmünzen gegeben hätte. Greider, der sich als Fotograf ausgibt, wird bei der Witwe Gader und ihrer jungen Tochter Luzi von den Brenner-Söhnen den Winter über untergebracht. Luzi, die kurz vor ihrer Heirat mit ihrem Lukas steht, ist voll Furcht, ob des bevorstehenden Ereignisses. Denn eine Hochzeit ist in diesem Dorf mit einer furchtbaren Tradition verknüpft. Wer sich dem widersetzt, ist einer erbarmungslosen Abstrafung ausgesetzt. Nachdem der Schnee das Dorf eingeschlossen hat und kaum ein Sonnenstrahl mehr das Tal erreicht, kommt es zu einem tragischen Unfall, bei dem einer der Brenner-Söhne stirbt. Als der nächste Sohn auf mysteriöse Weise umkommt, wird klar, dass es sich wohl nicht um einen Zufall gehandelt hat: Die Brenner-Familie muss büßen – Greider hat eine Rechnung aus längst vergessen geglaubten Zeiten zu begleichen …

 

 

4. Disconnect

Lief der überhaupt im Kino? Ja, wenn er bedauernswerterweise auch nur in das Programm weniger Lichtspielhäuser schaffte. Disconnect ist ein durch und durch unter die Haut gehender Film über menschliche Beziehungen im Informationszeitalter und der vermutlich beste Episodenfilm seit Paul Haggis' L.A. Crash.

Inhalt: Die ehrgeizige Journalistin Nina Dunham wittert eine Story, als sie im Pornochat den minderjährigen Kyle kennenlernt. Doch Ninas berufliches Interesse deutet Kyle völlig falsch. Schon bald steht er vor ihrer Tür, genauso wie das FBI, das den Pornoring ausheben will. 
Rich Boyd und seine Frau Lydia leben ein geordnetes Leben. Ihre beiden Kinder Ben und Abby stecken mitten in der Pubertät, und die Eltern sind zumeist so beschäftigt, dass sie kaum auf die Bedürfnisse der beiden eingehen. Erst als Ben, von Mitschülern gemobbt, eine fatale Entscheidung trifft, rückt die Familie wieder enger zusammen.
Die Ehe von Derek Hull und seiner Frau Cindy ist vom Tod ihres Babys überschattet. Während Cindy Hilfe in Internetforen sucht, verliert sich Derek beim Online- Poker. Als jedoch ihr Computer gehackt und das Konto leergeräumt wird, erwachen die beiden aus ihrer Starre. Der Ex-Cop und Spezialist für Internetkriminalität Mike Dixon lebt allein mit seinem Sohn Jason . Trotz seiner übertriebenen Wachsamkeit entgeht ihm, dass Jason mit seinem Freund Frye den Mitschüler Ben Boyd über soziale Netzwerke rücksichtslos mobbt.

 

 

 

3. The Wolf of Wall Street

Mit The Wolf of Wall Street schuf Hollywoods Ur-New Yorker Martin Scorsese wohl den kurzweiligsten Dreistünder der Filmgeschichte. Exzessiv, versaut und moralisch bedenklich - selten fühlt man sich einerseits schuldig während man das Grinsen andererseits einfach nicht aus dem Gesicht bekommt.

Inhalt: Jordan Belfort träumt nicht nur vom amerikanischen Traum, er lebt ihn wie kein anderer! Mit viel Geschick und Gerissenheit schafft er es an der New Yorker Börse sein Leben in einen absolut exzessiven Erfolg zu wandeln: Geld, Macht, Frauen und Drogen inklusive. Jordan Belfort wird der unersättliche Wolf der Wall Street!

 

 

 

2. Boyhood

Mit Boyhood stellte Richard Linklater eines der außergewöhnlichsten filmischen Projekte auf die Beine, das man schon aufgrund seiner 12-jährigen Entstehungsgeschichte gesehen haben sollte. Eine unglaublich eindringliche, intensive und authentische Coming of Age Geschichte.

Inhalt: Boyhood entstand in vielen kurzen Drehphasen zwischen 2002 und 2013 und erzählt vom Erwachsenwerden eines Jungen im Kreise seiner Familie über die Dauer von 12 Jahren. Eine fiktive Geschichte, erzählt in realen Zeitintervallen – Regisseur Linklater gelang mit seinem neuesten Film ein noch nie dagewesenes cineastisches Experiment und Meisterwerk zugleich. Im Zentrum der Geschichte steht Mason, den der Film in seinem Alltag von seinen schulischen Anfängen im Alter von sechs Jahren bis zu seinem Eintritt ins College begleitet.

 

 

 

1. Saving Mr. Banks

Disney-Magie beschränkt sich nicht bloß auf Animationsfilme. Mit Saving Mr. Banks, der Entstehungsgeschichte von Mary Poppins' Leinwandadaption, schuf Blind Side-Regisseur John Lee Hancock wohl den charmantesten, schönsten Film des Jahres.

Inhalt: Ein erfolgsverwöhnter Hollywood-Produzent, der seit 20 Jahren mit allen Mitteln das Lieblingsbuch seiner Töchter auf die Leinwand bringen möchte, trifft auf eine widerspenstige Romanautorin, die ihre geliebte Titelheldin nicht freigeben will.