Indizierungen und Beschlagnahmungen vom Juni 2014

Verfasst von Playzocker am 29.06.2014 um 20:19

 

Viel hat sich bei der BPJM im Juni 2014 nicht getan - dennoch gibt es im aktuellsten Update des Index für jugendgefährdende Medien drei nennenswerte Titel.

William Lustigs "Maniac" ist in Deutschland bereits seit langer Zeit beschlagnahmt und das vergangenes Jahr von Alexandre Aja produzierte Remake mit Elijah Wood in der Hauptrolle ist ebenfalls nicht gerade zimperlich. Dennoch hat es länger als ein Jahr gedauert, bis die BPJM ein Urteil über das Remake gesprochen hat. Im Juni 2014 wurde der Film auf Listenteil B indiziert - das bedeutet, dass der Film zwecks einer möglichen Beschlagnahmung wegen Verstoß gegen §131 StGb sogar an einen zuständigen Staatsanwalt übergeben wurde.

Der zweite neu indizierte Titel ist der Horror-Thriller "Outpost - Operation Spetsnaz", der dritte Teil der "Outpost"-Reihe. Die FSK verweigerte der ungekürzten Fassung eine Freigabe, sodass Splendid Film diese mit Spio/JK (strafrechtlich unbedenklich) im Rahmen der Black Edition veröffentlicht hat. Auch dieser Film landete auf Listenteil B.

Erfreulich ist, dass der Actionfilm "C.I.A. - Codename Alexa" vom Index für jugendgefährdende Medien gestrichen wurde. Dieser Titel wird in Kürze im Rahmen der Platinum Cult Edition auf DVD und Blu-ray erscheinen.


Gibt es diesen Monat für euch überraschende Indizierungen, Listenstreichungen oder Beschlagnahmungen?

 


Indizierungen

 

 

  • DVD/Blu-ray

- Alexandre Ajas Maniac
BluRay
Ascot Elite Home EntertainmentGmbH
Liste B 

- Outpost: Operation Spetsnaz –Black EditionUncut
BluRay
Splendid Film GmbH
Liste B

 

 

Listenstreichungen

 

Listenstreichung gemäß § 18 Abs. 7 JuSchG

  • Videofilme

- Club War
New Vision Vertriebs GmbH

- Club War – Werbetrailer
New Vision Vertriebs GmbH,München

- Grotesk– Kampf ums Überleben
Highlight Video VertriebsGmbH

- The last American Soldier
EVC Video News Vertriebs GmbH

- Tongs – Terror in China Town
Eurovideo Bildprogramm GmbH

- Das unheimliche Auge
DasNew Vision

 

  • Spiele

Veteran

 

Listenstreichung gemäß § 23 Abs. 4  JuSchG

  • Videofilme

C.I.A. Code Name: Alexa
Video Medien Pool ProduktionsundVertriebs GmbH 

 

 

Zum besseren Verständnis der Informationen hier einige Begriffsdefinitionen: 

 

Indizierung:

Wurde ein Antrag auf Indizierung gestellt, sichtet die BPJM das eingereichte Medium und stellt fest, ob es wirklich als jugendgefährdend eingestuft werden muss. Dabei werden zwei Kategorien unterschieden: 

Liste A: Medien mit jugendgefährdendem Inhalt 

Liste B: Medien mit schwer jugendgefährdendem, laut Ansicht der BPJM auch strafrechtlich relevantem Inhalt. Diese Medien werden automatisch an ein zuständiges Amtsgericht weitergeleitet um die Relevanz gemäß §131 StGb zu überprüfen und das Medium ggf. zu beschlagnahmen. Bereits beschlagnahmte Filme, die in weiteren Versionen der Vollständigkeit halber in die Liste eingetragen werden, werden automatisch auf Liste B gesetzt.

Indizierte Medien dürfen in Deutschland nicht mehr öffentlich angeboten, an nachweislich volljährige Personen allerdings verkauft werden. 

 

Außerdem gibt es die Möglichkeit einer "Bitzindizierung" nach §23 Abs. 5 Jusch. Wenn zu erwarten ist, dass ein Trägermedium, bei dem eine Indizierung zu erwarten ist, in sehr großer Stückzahl in Umlauf gebracht wird, kann bereits vor der Veröffentlichung in einem vereinfachten Vergahren eine Indizierung angeordnet werden. Die BPJM hat daraufhin einen Monat (im Falle einer Verlängerung dieser Frist zwei Monate) eine tatsächliche Entscheidung über das Medium zu treffen.

 

Beschlagnahmung:

Wenn das zuständige Amtsgericht beschließt, dass ein Medium tatsächlich gegen einen der relevanten Paragraphen des StGb verstößt, so wird es beschlagnahmt. Es ist verboten, beschlagnahmte Medien öffentlich anzubieten und selbst an volljährige Personen zu verkaufen. Der Besitz ist mit Ausnahme eines nach §184b beschlagnahmten Films nicht verboten.

Relevante Paragraphen: §131 StGb (Gewaltverherrlichung), §184a StGb (Pornographie), §184b StGb (Kinderpornographie)  

 

Listenstreichungen:

Entweder auf Antrag des Rechteinhabers oder nach Ablauf einer Frist von 25 Jahren wird ein Medium, sofern nach aktuellen Maßstäben keine Gründe für eine Indizierung mehr vorliegen, nach erneuter Sichtung der BPJM wieder aus der Liste gestrichen. Die beiden Möglichkeiten zur Listenstreichung werden von der BPJM wie folgt kommuniziert:

§ 18 Abs. 7 JuSchG: Gestrichen nach Ablauf der Frist von 25 Jahren.

§ 23 Abs. 4 JuSchG: Nach Antrag vorzeitig gestrichen.

 

Folgeindizierungen:

Wenn laut Meinung der BPJM auch nach Ablauf der Frist noch Gründe für eine Indizierung vorliegen wird das Medium folgeindiziert. Bei den hier genannten Filmen handelt es sich um Titel, die bereits vor einiger Zeit indiziert wurden, aber noch nicht in Liste A oder B eingetragen wurden. Eine Listeneinteilung wird bei diesen Titeln ebenfalls vorgenommen.