The Big Red One

Verfasst von Daniel Fabian am 01.06.2014 um 15:50

 

Wenn man The Big Red One auch nicht gesehen haben mag, man kennt ihn einfach oder hat zumindest schon einmal davon gehört. Aber was hat es eigentlich mit ihm auf sich? Und warum wird er nicht mit den ganz Großen wie Der Soldat James Ryan, Apocalypse Now oder Platoon genannt?

Nun, zu allererst gilt es klarzustellen, dass es zwei Versionen des Films gibt, die sich maßgeblich voneinander unterscheiden. Zum einen haben wir hier die ursprüngliche Fassung mit einer Laufzeit von 113 Minuten, die 1980 so im Kino zu sehen war. Zum anderen gibt es da aber noch die rekonstruierte Fassung des Films, die auf den Filmfestspielen von Cannes im Jahr 2004 gezeigt wurde und satte 47 Minuten länger läuft (und somit näher ins Detail geht). Welche nun die bessere Fassung ist? Ganz egal, denn die Blu-ray Veröffentlichung des Films kann mit beiden dienen…

Warner hat den (Anti)Kriegsfilm-Klassiker am 23. Mai 2014 erstmals auf Blu-ray in deutscher Sprache veröffentlicht. Diese enthält, wie bereits erwähnt, beide Fassungen des Films. Während die restaurierte Fassung allerdings in Dolby Digital 5.1 daherkommt, müssen wir uns bei der Originalversion mit einem 1.0 Mono-Tonspur zufrieden geben. Außerdem enthält die Blu-ray aber auch noch Special Features wie alternative bzw. nicht verwendete Szenen, TV-Spots, einen Audiokommentar oder eine ausführlichen Original-Dokumentation, die einen Blick hinter die Kulissen erlaubt. Ein Wendecover ist nicht mit an Bord.

 

Details der Extras:

  • Trailer
  • Audiokommentar
  • Dokumentation: The Men Who Made the Movies: Samauel Fuller, The Fighting First, Der wahre Ruhm: Die Restaurierung von "The Big Red One", Anatomie einer Szene
  • Nicht verwendete Szenen
  • Promo-Special von 1979
  • Radio und TV Spot

 

Digital Copy: Nein

 

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Inhalt:

Samuel Fuller verdiente sich seine Orden im Zweiten Weltkrieg als Frontkämpfer der berühmten U.S. First Infantry. Und überlebte. Seinem 1980 entstandenen Film war dieses Schicksal allerdings bisher nicht vergönnt. Doch nun hat der Kritiker / Filmemacher Richard Schickel die noch vorhandenen 21.000 Meter originales Filmmaterial ausgewertet und sich dabei an Fullers letzte Drehbuchfassung gehalten: So verwandelt er den verstümmelten, wenn auch immer schon allseits bewunderten Kriegsfilm in ein um 40 Minuten erweitertes episches Meisterwerk. Jetzt erst zeigt sich, dass Lee Marvin mit seiner äußerst nuancierten Darstellung eine seiner besten Leistungen lieferte. Er spielt den Sergeant einer Einheit von milchgesichtigen Schützen, die an der Front in Nordafrika, in der Normandie und den übrigen europäischen Kriegsschauplätzen eingesetzt werden. Der Film ist das Tagebuch der Fronteinsätze dieser Einheit: Kampf, Schweiß, Blut und, manchmal, Überleben.

 

 

Fazit der Blu-ray:

 Mit Lee Marvin, Mark Hamill und Robert Carradine ist The Big Red One ein Star-besetzter (Anti-)Kriegsfilm der etwas anderen Art. Wer sich kurzweilige, temporeiche Action erhofft, sollte seine Erwartungen aber noch einmal bedenken. Denn auch wenn es hier und da schon mal zur Sache geht, bietet uns Regisseur Samuel Fuller eher ein Charakter-Drama des Soldatentums.

Beide Filmfassungen sowie auch sämtliche Extras befinden sich auf ein und derselben Disc, finden dort aber auch problemlos Platz, da die Hauptfilme an sich keine horrenden Datenmengen verschlingen. Die Dialoge bleiben stets klar und jedes noch so kleine Detail ist der Soundkulisse zu entnehmen, auch wenn diese im Großen und Ganzen kraftlos ausfällt. In Sachen Schärfe übertrifft das Bild das der DVD um Längen, gewisse Verunreinigungen hat man mit dem HD-Transfer aber ebenso mitgenommen.

Alles in allem ist die technische Umsetzung der Blu-ray den Umständen entsprechen in Ordnung, wenn auch nicht herausragend. Lobenswert ist hingegen die umfangreiche Ausstattung, die diese Veröffentlichung mitbringt.