Hart am Limit

Verfasst von Daniel Fabian am 06.05.2014 um 15:40

 

Filme wie The Fast and the Furious oder Nur noch 60 Sekunden erreichten von jetzt auf gleich Kultstatus und lösten zur Jahrtausendwende einen Trend aus, der natürlich auch Nachahmer mit sich bringt. Neben einigen Sequels, die vorerst nicht so wirklich „fast and furious“ ausfielen, versuchten sich andere Regisseure lediglich auf zwei Rädern – beispielsweise Biker Boyz oder Hart am Limit, der nun auch auf Blu-ray erscheint. Aber kann der Motorrad-Abklatsch auch tatsächlich mit dem vierrädrigen „Original“ mithalten? Eine Frage, die nicht ganz so leicht zu beantworten ist. Dass Rapper Ice Cube in einer Hauptrolle zu sehen ist und Regisseur Joseph Kahn sowohl vor, als auch nach dem Film beinahe ausschließlich an Musikvideos arbeitete, sind auf den ersten Blick aber keine allzu guten Indizien, die für den Film sprechen würden.

Warner Home Video veröffentlichte den Film am 25. April 2014 in dessen voller Länge von 84 Minuten erstmals auf Blu-ray in deutscher Sprache. Wie so oft bei Back-Katalogtiteln finden wir den Hauptfilm auch hier nur im englischen Originalton mit HD-Tonspur vor, alle weiteren Sprachen (auch Deutsch) liegen in Dolby Digital 5.1 vor. Als Bonus oben drauf gibt es zwar kein Wendecover, aber immerhin zwei Audiokommentare, ein Musikvideo, einen Trailer sowie einige Featurettes.

 

Details der Extras:

  • 2 Audiokommentare
  • Die Animation der Rennszenen
  • Die Zug-Animation
  • Musikvideo Lean Low von Youngbloodz
  • USA-Kinotrailer

 

Digital Copy: Nein

 

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Inhalt:

Biker Cary Ford lebt für sein Motorrad. Doch jetzt braucht er es, um zu überleben. Die Bande der Reapers jagt ihn, weil sie ihn fälschlicherweise für einen Mörder hält. Der Boss der Hellions will seinen Kopf und die Hehlerware, von der er annimmt, dass Cary sie sich unter den Nagel gerissen hat. Und das FBI möchte sich mit ihm unterhalten.

 

 

 

Fazit der Blu-ray:

Hart am Limit mag für viele tatsächlich grenzwertig sein – und das mit gutem Grund. Es ist nun mal nicht jedermanns Sache, wenn Klischees krampfhaft abgearbeitet werden und gerade so eben noch eine Story gebastelt wird, um Effekte Jenseits der Realität die Überhand gewinnen zu lassen. Wer aber einfach mal abschalten und sich von hirnloser Effekthascherei so richtig umhauen lassen will, wird mit Hart am Limit aller Voraussicht nach seinen Spaß haben. Denn von grölenden Motoren bis zu leicht bekleideten Schönheiten erfüllt der Film schon die besten Voraussetzungen, zumindest oberflächlich zu unterhalten. Ein Film, den man schnell wieder vergisst, der deswegen aber immer wieder genießbar ist – vorausgesetzt man weiß, womit man es hier zu tun hat.

Die Blu-ray ist ein Back-Katalogtitel durch und durch. Das Bild ist mit heutigen Standards kaum vergleichbar, was in diesem Fall aber keinesfalls negativ aufgefasst werden sollte. Die Farben sind intensiver denn je und auch die Schärfe gibt keinen Grund zur Beschwerde, auffallend ist auch das lebhafte Bild, das von minimalem Filmkorn lebt und glücklicherweise nicht künstlich glattgebügelt wurde. Die deutsche Tonspur muss man wie so oft ein wenig lauter abspielen, um annähernd die Wucht des Originaltons zu erreichen. Wer die Nachbarn aber mit aufschreienden Motoren und quietschenden Reifen wecken will, sollte am besten gleich zur englischen Tonspur greifen.

Wer auf physikalische Gesetze und authentische Charaktere zugunsten der schlichten Unterhaltung pfeift, wird die Over the Top-Action in Hart am Limit völlig zurecht abfeiern. Möchte man von einem Film aber zumindest ansatzweise gefördert werden, sollte man dieses Machwerk wohl eher meiden.