Top 10: Unsere Empfehlungen zu den besten Bibelfilmen

Verfasst von Phil Heron am 12.04.2014 um 12:46

Letzten Donnerstag startete Darren Aronofskys biblischer Epos „Noah“ in den Kinos. Dies haben wir uns zum Anlass genommen, Bibelfilme der Vergangenheit noch einmal anzusehen und eine Liste zu erstellen, wie so unterschiedliche Regisseure wie Martin Scorsese, Krysztof Kieslowski oder William Wyler an biblische Stoffe herangegangen sind.

Im Hollywood der 50er und frühen 60er Jahre gab es einen regelrechten Boom an Bibelfilmen. Cecil B. DeMille drehte mit Charlton Heston den Klassiker „Die zehn Gebote“, basierend auf den Passagen über Moses im Buch Exodus, William Wyler verwendete Heston ebenfalls für seinen opulenten Film „Ben-Hur“, der auf dem während biblischen Zeiten spielenden Roman „Ben-Hur: A Tale of the Christ“ (1880) von Lew Wallace basiert. Im Jahre 1965 wagte sich George Stevens an die Geschichte von Jesus Christus, der in dem Film von Max von Sydow verkörpert wurde. Seine mysteriöse Darstellung des Jesus wirkte unter anderem so faszinierend, da von Sydow in dem Film nie blinzelte, um dem Publikum das Gefühl zu geben, er wäre nicht aus unserer Welt. In den sechziger Jahren verfilmte allerdings jemand mit einem vollkommen anderen Ansatz das Matthäus Evangelium, niemand anderer als der umstrittene Regisseur Pier Paolo Pasolini schuf mit „Das 1. Evangelium – Matthäus“ einen Bibelfilm, wie man ihn noch nicht gesehen hatte, in harten Schwarzweißbildern in einem dem italienischen Neorealismus ähnlichen Stil.

In den siebziger Jahren bekam das neue Testament mit Andrew Lloyd Webbers und Tim Rices Rockoper „Jesus Christ Superstar“ eine moderne musikalische Aufarbeitung, während Monty Python mit „Das Leben des Brian“ eine anarchische und zum Schreien komische Parodie von Bibelfilmen lieferte, die z.b. in katholischen Ländern wie Irland eine längere Zeit verboten war.
Ein weiterer Film, der für viele Kontroversen sorgte, war Martin Scorseses bis heute umstrittenes Meisterwerk „Die letzte Versuchung Christi“ mit Willem Dafoe als zweifelnden Jesus, der sehr stark vom biblischen Christus abweicht. Mit der mysteriösen Musik von Peter Gabriel und der großartigen Kamera von Michael Ballhaus wurde damit ein zeitloser Klassiker geschaffen.

In den neunziger Jahren verfilmte der polnische Autorenfilmer Krysztof Kieslowski mit seinem Magnum Opus „Dekalog“ die 10 Gebote, bei denen er für jedes Gebot einen eigenen Film drehte, der das jeweilige Gebot in einen modernen Kontext stellte. Mit Dreamworks „Der Prinz von Ägypten“ wurde auch eine animierte Version der Geschichte des Moses geschaffen, die besonders durch die Lieder von Stephen Schwartz oder Sprecher wie Ralph Fiennes hervorzuheben ist.
Im 21. Jahrhundert machte sich Mel Gibson daran, den wahrscheinlich entscheidendsten Wendepunkt in seiner Karriere zu filmen, in dem er mit seinem auf aramäisch, lateinisch und hebräisch gedrehtem „Die Passion Christi“ sowohl Christen als auch Andersgläubige verstörte und vor den Kopf stieß. 2014 hat Darren Aronofsky mit Russell Crowe die biblische Geschichte des Noah verfilmt, wie uns der neueste Streich des Kultregisseurs gefallen hat, könnt ihr schon jetzt in unserer Filmkritik lesen: 

 

 

 

Platz 10. Das 1. Evangelium - Matthäus

 

 

Pasolini, der Zeit seines Lebens wegen seiner Homosexualität und seinem Bekenntnis zum Marxismus zu den umstrittensten italienischen Regisseuren zählte, hat mit Das erste Evangelium nach Matthäus einen Meilenstein in der Geschichte des Bibelfilms geschaffen. Nichts war ihm heiliger als Authentizität. Er schuf einen kompromisslosen Realismus, der bis an die Grenze des Dokumentarfilms geht. Anstelle künstlich geschaffener biblischer Landschaften wählte Pasolini die kargen Gebirge Süditaliens als Drehort. Folgerichtig besetze er alle Figuren mit Laiendarstellern. Markante Gesichter waren ihm wichtiger als schauspielerisches Talent oder klangvolle Namen. Der spanische Student Enrique Irazoqui spielt Jesus, Pasolinis eigene Mutter Susanna übernahm die Rolle der alten Maria. Sein Jesus ist ein unermüdlicher Kämpfer gegen die Bourgeoisie und zugleich Opfer der Gesellschaft. Es ist die Andersartigkeit, die ihn ausschließt, die Erfahrung von Schmerz und Einsamkeit prägen sein Leben und sein Sterben.

 

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Platz 9. Der Prinz von Ägypten

 

 

Als Sklave geboren und in einem Bastkorb im Nil ausgesetzt, wird Moses von der Gattin des Pharaos entdeckt und von König Seti als Sohn aufgezogen. Im Schatten seines Stiefbruder Ramses, der schwer unter der Bürde leidet, eines Tages das Amt seines Vaters übernehmen zu müssen, lebt Moses ein sorgenfreies Leben. Bis zu dem Tag, an dem er (in einer atemberaubenden Sequenz, in der sich Hieroglyphen in lebendige Bilder verwandeln) erfährt, dass er ein Jude ist, und in die Wüste flieht. Hier spricht schließlich Gott zu ihm und gibt ihm den Befehl, die Sklaven aus Ägypten hinauszuführen.


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Platz 8. Das Leben des Brian

 

 

Das Leben des Brian erzählt die Geschichte eines Burschen namens Brian (Graham Chapman), der an einem 25. Dezember geboren wurde -- in einer Scheune, unweit eines weitaus bedeutenderen Futtertroges in Betlehem. Fälschlicherweise wird er immer wieder für den Messias gehalten und somit manipuliert, ausgebeutet oder auch mal beschimpft. Und das von den verschiedensten religiösen und politischen Fraktionen.

 

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Platz 7. Die zehn Gebote

 

 

Als Ägyptens Pharao droht, aus Angst vor einem kommenden Erlöser alle jüdischen Kinder zu töten, vertraut eine Mutter ihr Kind in einem Körbchen den Fluten des Nils an, die eben dieses in die Arme der Tochter des Pharaos befördern. 20 Jahre später hat sich das zu Moses gemauserte Baby den Hass des Pharao-Sohnes Ramses zugezogen, kehrt zu seinem jüdischen Volk zurück und führt dieses ins Gelobte Land. Dort nimmt Moses auf dem Berg Sinai die Gesetzestafeln mit den zehn Geboten entgegen.

 

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Platz 6. Die Passion Christi

 

 

Für Christen und Nicht-Christen gleichermaßen ist dies kein Film der unterhält, kein Film den man im konventionellen Sinne mögen oder nicht mögen kann (es ist zudem ausdrücklich kein Film für Kinder oder herzschwache Menschen). Vielmehr ist Die Passion Christi eine cineastische Erfahrung, die fast ausschließlich einem einzigen Zweck dient: die Geißelung und den Tod von Jesus Christus in solch erschreckend deutlichen Details zu zeigen (Gibsons eigene Hände schlagen die Nägel ins Kreuz), dass selbst Nichtgläubige einen Stich von Trauer und Schuld fühlen bei der Betrachtung der letzten Momente von Gottes Sohn. Entscheidenden Beitrag dazu leistet Jim Caviezel, dessen Vorstellung als Jesus weniger Schauspiel denn ein bereitwilliger Akt der Unterwerfung ist, so intensiv, dass manche Zuschauer nicht nur um Christus weinen werden, sondern auch für Caviezels unvergleichliche Ausdauerprüfung.

 

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Platz 5. Ben-Hur

 

 

William Wyler (Stürmische Höhen) zeichnete beim größten Teil dieser 1959er Version der Geschichte von Lewis Wallace für die Regie verantwortlich. Charlton Heston spielt den jüdischen Freund eines Römers (Stephen Boyd). Beide werden zu Lebzeiten Jesu zwangsläufig zu erbitterten Gegnern. Schwerfällig und doch fesselnd, hat der Film nichts von seinem ursprünglichen Wert als ambitioniertes und unterhaltsames Historienepos eingebüßt. Heston wirkt in der breit angelegten Handlung, die durch Zeiten der Sklaverei, des Verlustes und des Triumphes führt, ganz zu Hause. Andrew Marton führte beim Höhepunkt des Films, dem legendären Wagenrennen, Regie -- eine Meisterleistung der Schnitttechnik und ein Triumph filmischer Actionkunst.

 

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Platz 4. Jesus Christ Superstar

 

 

Eine Gruppe junger Leute spielt in den Ruinen antiker Bauten in der Negev-Wüste Stationen aus dem Leben Jesu und seiner Jünger. Der Akzent liegt auf dem machtpolitischen Spannungsverhältnis, in das Jesus durch den Massenerfolg seiner Predigten gerät. Judas wird als tragische Figur interpretiert: Seine Skepsis und Verzweiflung angesichts der zur Droge gewordenen christlichen Lehre - auf deren sozialrevolutionäre Kraft er hoffte - treibt ihn zu Verrat und Selbstmord. Die brillant fotografierte Inszenierung macht sich mitunter selbst zum Thema, indem sie Starkult und Showbusiness ironisiert...

 

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Platz 3. Die letzte Versuchung Christi

 

 

Bis sich Jesus seiner Sendung bewußt wird, führt er ein Leben als Zimmermann und schreinert Kreuze für Hinrichtungen. Doch nun zieht er als Prediger durchs Land, lässt sich von Johannes taufen und reist mit seinen Jüngern nach Jerusalem. Kurz vor seinem Tod hat er am Kreuz die Vision eines Lebens als normaler Mensch, der Maria Magdalena ehelicht und Familienvater wird. Judas macht ihm schließlich klar, dass der Traum eine Versuchung des Teufels ist und führt Jesus zu seiner eigentlichen Bestimmung zurück.

 

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Platz 2. Dekalog

 

 

Zehn Filme als ein geschlossenes Kammerspiel in einem Warschauer Wohnblock als Handlungsort für Geschichten von Liebe, Tod, Glaube, Leid und Freude. Der Zufall führt Regie, wenn sich die Menschen näher kommen oder Gewalt antun. Gott ist tot, der Sozialismus auch, die Hölle, das sind die Menschen selbst. Da sie nicht an die Zehn Gebote glauben und sie auch nicht für einen verbindlichen Verhaltenskodex halten, müssen sie für ihr Handeln eigene Orientierungsmaßstäbe finden.

 

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Platz 1. Die größte Geschichte aller Zeiten

 

 

Drei Weise aus dem Morgenland erscheinen bei König Herodes (Claude Rains), weil ein Stern sie zu einem neugeborenen Kind geführt hat. Herodes erinnert sich an die Weissagung eines Propheten, dass in Bethlehem der neue König Israels geboren werden soll. Aus Angst um seine eigene Macht lässt er "prophylaktisch" alle neugeborenen Kinder ermorden. Trotzdem gelingt es Josef (Robert Loggia) und Maria (Dorothy McGuire) mit ihrem Säugling nach Ägypten zu fliehen. Als Herodes tot ist, kehrt Jesus (Max von Sydow) zurück in seine Heimat. Neuer römischer Statthalter von Judäa wird schon bald Pontius Pilatus (Telly Savalas), dem Jesus aber erst viel später begegnen soll. Zunächst lässt er sich von Johannes dem Täufer (Charlton Heston) taufen, was auch diesem Gefängnis einbringt, wird vom Teufel (Donald Pleasence) in der Wüste in Versuchung geführt, widersteht aber, heilt den Lazarus (Van Heflin) und schart später seine Jünger und die Apostel um sich. Unter ihnen auch Judas (David McCallum), der ihn später einmal verraten soll ...

 

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