Diagonale 2014: Zusammenfassung

Verfasst von Johannes Mayrhofer am 26.03.2014 um 10:11

 

Seit 1998 findet in Graz die Diagonale, das Festival des österreichischen Films statt. Im Rahmen der Diagonale wird die österreichische Filmproduktion ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt und Filmfreunden und Filmschaffenden wird die Möglichkeit zur Begegnung geboten.

Von 18. bis 24. März 2014 verwandelte sich die steirische Hauptstadt auch dieses Jahr zur Filmhochburg, um dem vielseitigen österreichischen Filmschaffen eine würdige Plattform zu bieten. Die Stadt Graz scheint stolz hinter ihrem Festival zu stehen, denn es gibt kaum einen Fleck, ein Schaufenster oder eine Werbefläche in der Innenstadt, die nicht auf das Filmfest hinweist. Es ist ein wahrer Genuss für alle Filmfreundinnen und Freunde, zu sehen, welche Bedeutung der Diagonale in dieser Stadt beigemessen wird.

Das Programm der Diagonale ist ebenso umfang- wie abwechslungsreich. Neben der Präsentation von Dokumentationen, Kurz- und Animationsfilmen und Spielfilmen gibt es auch Kunstprojekte, zahlreiche Themenschwerpunkte und Werkstattgespräche, die eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der österreichischen Filmkultur ermöglichen und anregen. Für einen gemütlichen Ausklang nach einem Festivaltag sorgen Partys in angenehmen Locations. Im Rahmen der Diagonale werden auch Preise in mehreren Kategorien verliehen, wobei ein Preis vom Publikum gewählt wird.

 

 

Das DVD-Forum.at Team war auf der Diagonale 2014, um einerseits von dem Festival selbst, andererseits auch von möglichst vielen gezeigten Filmen zu berichten und so gab es neben zahlreichen Fotos aus der Diagonale-Stadt auch viele Filmkritiken zu Filmen und Dokumentationen aus Österreich oder mit Österreich-Bezug.

Nach unserer Anreise am Dienstag besuchten wir die Diagonale-Eröffnung in der Helmut List-Halle, wo nach einleitenden Worten auch der Eröffnungsfilm, die Dokumentation Das große Museum von Johannes Holzhausen, gezeigt wurde.

 


Am Mittwoch, dem zweiten Diagonale-Tag, haben wir uns vier ziemlich unterschiedliche Filme angesehen, die schon andeuten, wie vielfältig sich die österreichische Filmlandschaft entfalten kann. Vom Klassiker M – Eine Stadt sucht einen Mörder bis zu Elfi Mikeschs einfühlsamen und traumhaften Fieber lieferte der Tag eine Achterbahnfahrt unterschiedlicher Emotionen. Im Anschluss an die Vorführung von Und Äktschn! hatten wir die Möglichkeit ein paar Worte mit Regisseur Frederick Baker zu wechseln.

 

Nach Fritz Langs M am Vortag ging der Peter Lorre Schwerpunkt mit Das Gesicht hinter der Maske weiter. Ebenfalls am Programm standen Die Werkstürmer von Andreas Schmied mit Michael Ostrowski und Hilde Dalik und die Dokumentation Tough Cookies von Ruth Kaaserer, die drei Boxerinnen in unterschiedlichen Phasen ihres Trainings und ihrer Karriere begleitete.

 

 


Am Freitag, den vierten Tag der Diagonale 2014, überzeugte uns am Vormittag der Filmemacher Erwin Wagenhofer selbst einerseits im Publikumsgespräch und andererseits mit seiner 'Dokumentation' Alphabet.


Das Samstagsprogramm lockte uns mit Abstechern in den österreichischen Genrefilm. Marvin Kren, der Regisseur des Zombiefilms Rammbock, überzeugte uns mit seinem Creature Feature Blutgletscher. Spannend dabei war, dass wir im Team alle das Ende einstimmig als nicht so gelungen empfanden und nach einer guten Stunde Diskussion zu dem Schluss kamen, dass es uns eigentlich doch gut gefällt. An dieser Stelle sei herzlich zu einer Diskussion im Forum zu diesem Thema eingeladen. Direkt nach dem Film gab es ein großartig amüsantes Publikumsgespräch mit Brigitte Kren, Gerhard Liebmann und dem Produzenten Helmut Grasser, das wir im Anschluss im Gespräch mit Helmut Grasser glücklicherweise noch fortsetzen durften und das uns spannende Einblicke hinter die Kulissen von Blutgletscher und Das Finstere Tal ermöglichte. Das Finstere Tal sollten wir am Abend des selben Tages in Anwesenheit des Regisseurs Andreas Prochaska ebenfalls noch sehen. Gleichzeitig wurden die Diagonale-Preise verliehen.


Am letzten Tag der Diagonale folgte ein ernüchternder Abschluss eines großartigen Festivals. Bevor wir uns wieder auf die Rückreise nach Wien machten, sahen wir uns die Literaturverfilmung Bad Fucking an, der es zwar gelang, uns zu schockieren, nicht aber unbedingt im positiven Sinne. Passend zum Film wurde übrigens auch das Wetter schlecht, nachdem es die Diagonale die ganze Woche gut und mit angenehmen Frühlingstemperaturen unterstützt hatte.

 

 


Vor einigen Diagonale-Filmvorführungen wurden der Diagonale 2014- Trailer sowie ein Protestvideo gezeigt, in dem österreichische Filmemacherinnen und Filmemacher, Schauspieler und Schauspielerinnen dazu auffordern, eine Petition zu unterschreiben. Wem die österreichische Medienlandschaft in ihrer Vielfalt am Herzen liegt, der sollte sich dieses Video dringend ansehen:



Diagonale 2014 Trailer von Michaela Grill (Produktion: Kunsthaus Graz und Diagonale):

 





Weitere Links:



Das war es von unserer Seite von der Diagonale 2014, wir freuen uns auf 2015.