Oscars 2014 – Die größten Verlierer in der Retrospektive

Verfasst von Daniel Fabian am 25.02.2014 um 09:29

Die Oscars stehen vor der Tür! Am 2. März 2014 findet die 86. Verleihung der Oscars im Dolby Theatre in Los Angeles statt. Doch bis wir uns mit euch gemeinsam die sonntägliche Nacht um die Ohren hauen und unser Tippspiel im Diskussionsforum beendet wird, versorgen wir euch täglich mit interessanten Berichten rund um die Academy Awards. So widmen wir uns heute den größten Verlierern in der Geschichte der Oscars…

Die Oscar-Verleihung hat längst einen anderen Stellenwert, als bei der Einführung der Auszeichnung im Jahre 1929. Alles begann mit einem exklusiven Dinner im engsten Kreise, bis eine Ausstrahlung im Radio folgte – allzu große Bedeutung hatten die Academy Awards aber lange nicht. Mittlerweile aber wird alljährlich eine riesige Show aufgezogen, in der undenkbar große Vorbereitung steckt – die Oscars wurden zu einem Prestige-Event, auf dem die Stars glänzen und den begehrtesten Filmpreis der Welt mit nachhause nehmen möchten.

Ganz egal für in wie vielen Kategorien ein Film auch nominiert ist – selbst wenn das schon Ehre genug sein sollte, wünsch sich die Größten der Branche die Trophäe sehnlichst herbei. Dass die Anzahl der Nominierungen noch lange nichts mit dem tatsächlich Ausgang der Verleihung zu tun hat, beweist ein Blick in die Vergangenheit. Steven Spielberg beispielsweise, seines Zeichens einer der bedeutendsten Regisseure der Geschichte, ging 1986 mit vielversprechenden 11 Oscar-Nominierungen für Die Farbe Lila ins Rennen und konnte keinen einzigen davon mit nach Hause nehmen, ebenso erging es Herbert Ross mit Am Wendepunkt. Aber auch andere Regiegrößen wie Martin Scorsese (Gangs of New York) oder die Coen Brüder (True Grit) gingen trotz 10 Nominierungen völlig leer aus. Wie es geht zeigen Ben Hur, Titanic und Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs, die mit jeweils 11 Auszeichnung die erfolgreichsten Filme der Oscar-Geschichte sind.

Nicht nur vielfach nominierte Filme gingen bei den Academy Awards des Öfteren leer aus, auch gewisse Darsteller sind auf die Veranstaltung nicht allzu gut zu sprechen. Leonardo DiCaprio war beispielsweise schon fünf Mal für die goldene Trophäe nominiert, durfte bisher aber keine mit nach Hause nehmen – ob ihm das endlich mit The Wolf of Wall Street gelingt? Ach, selbst wenn nicht… bis zum Rekord von Peter O’Toole, der für sage und schreibe acht Oscars nominiert wurde, ohne damit geehrt zu werden, ist’s noch ein langer Weg. Auch Deborah Kerr und Thelma Ritter wurden immerhin sechs Mal nominiert, ohne tatsächlich ausgezeichnet zu werden – den Ehrenoscar ausgenommen.

Aber auch auf dem Regiestuhl finden sich einige Überraschungen. So wurde der Master of Suspense, Alfred Hitchcock, zwar fünf Mal für einen Oscar als bester Regisseur nominiert, für einen Gewinn reichte dies dennoch nicht. Trotz Klassiker wie Für eine Handvoll Dollar, Zwei glorreiche Halunken oder Spiel mir das Lied vom Tod erhielt der Vater des Italo-Westerns, Sergio Leone, nie einen Oscar als bester Regisseur. Selbst Martin Scorsese, der nicht nur mit seinen Mafia-Epen Filmgeschichte schrieb, war es lange nicht vergönnt. Taxi Driver, Wie ein wilder Stier, Goodfellas, Casino – die Liste seiner zum Klassiker avancierten Filmen ist lang, doch erst 2007 bekam er die begehrte Trophäe für Departed – Unter Feinden zugesprochen.

Auch dieses Jahr könnten sich Filme oder einzelne Filmschaffende, nach einem für sie unglücklichen Ausgang der 86. Academy Awards, in die Riege der großen Verlierer einreihen. Allen voran natürlich Leonardo DiCaprio, dem wohl die ganze Welt seinen Oscar schlussendlich gönnt. Nicht zu vergessen sind aber auch 12 Years a Slave mit neun Nominierungen, sowie American Hustle und Gravity mit jeweils 10. Aber besteht für sie wirklich Gefahr völlig leer auszugehen?

Was meint ihr? Wer könnte als großer Verlierer der diesjährigen Oscars hervorgehen?