Snowpiercer - Zu anspruchsvoll für die USA?

Verfasst von am 06.08.2013 um 15:29

Manche werden es für einen stark verfrühten Aprilscherz halten, andere dürften sich darüber amüsieren und wieder andere werden sich fragen, ob das Filmgeschäft einigen nicht zu Kopfe steigt: Vor einiger Zeit erwarb Harvey Weinstein die internationalen Rechte an Bong Joon-hos Science-Fiction-Film Snowpiercer. Soweit nichts Dramatisches - im Gegenteil, der Film wird an vielen Stellen heiß erwartet.

Gänzlich wird man ihn jedoch zumindest in den USA, Ozeanien, Südafrika und Großbritannien wohl im Kino nicht zu sehen bekommen. Grund: Mr. Weinstein scheint die kognitiven Fähigkeiten des US-Publikums als eher niedrig einzuschätzen. Kurz gesagt: Offenbar hält man die Menschen dort für zu blöd, den Film zu verstehen. Insgesamt möchte man entsprechend 20 Minuten herausschneiden, automatisch ist davon auch das restliche Vertriebsgebiet neben den vereinigten Staaten betroffen - der Filmkritiker Tony Rayns dazu:

"Die Leute von TWC [The Weinstein Company, Anm. d. Verf.] haben Bong gesagt, ihr Ziel sei, dass der Film auch 'vom Publikum in Iowa verstanden wird...und in Oklahoma'."

Man traut dem Publikum des mittleren Westens der USA folglich nicht zu, zu verstehen, wenn einige Leute im hinteren Abteil eines Zuges einen Aufstand anzetteln und in sich geradewegs nach vorne arbeiten. Nach einem Gespräch mit den Regisseur erfuhr Rayns, dass die meisten Schnitte wohl bei der Charakterzeichnung vorgenommen werden, sodass der Film zu einem blanken Actionstreifen wird.

Neben der Fragwürdigkeit dieser Aktion selbst ist die Aufregung vor allem in den Ländern groß, welche als eigentlich unbeteiligte aufgrund der Rechtslage unter den Schnitten zu leiden haben. Laut Tony Rayns plant man entsprechend in Großbritannien, gegen die Schnitte vorzugehen und hofft darauf, dass Australien sich anschließt.

Wir bleiben in jedem Fall an der Sache dran und halten euch auf dem Laufenden!

 



Quelle: Inside Film