Taylor Kitsch über den Film Battleship

Verfasst von am 23.08.2012 um 15:11

 

Wir haben für euch ein Interview mit dem Hauptdarsteller Taylor Kitsch aus "Battleship" in welchen er über den Film und seine Entstehung redet. Am Anfang gibt es ein kleines Round-Up über Kitsch aber dann gibt es gleich unzählige Fragen und auch Antworten zu "Battleship".

 

Taylor Kitsch ist ein kanadischer Schauspieler und Model, einen Namen hat er sich mit der Rolle des Tim Riggins in der NBC-Serie "Friday Night Lights" (2006) gemacht. Wellen schlug er dabei mit seiner Performance als Gambit in "X-Men Origins: Wolverine" (2009). Erst vor kurzem hat er den Cast im Sci-fi Film "John Carter" (2012) angeführt. In "Battleship", welcher von "Friday Night Lights" erfinder Peter Berg gedreht wurde, spielt Kitsch den widerwilligen Helden Hopper....

 

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Auch wenn es sich bei Battleship um einen Actionfilm handelt, nimmt er dich auch auf eine emotionale Reise mit, oder?

 

Absolut; es gibt keinen Moment der nicht sehenswert ist. Ich denke das es das ist, was Pete (Berg, der Regisseur) und ich von Anfang an machen wollten. Selbst wenn es sich um einen Actionfilm handelt, musst du als Schauspieler etwas haben, was dich weiterbringt, ansonsten ist es keine Herausforderung. Es ist eine sehr spaßige Reise, denn wenn man Hopper zum ersten Mal trifft, ist er ein Charakter ohne Richtung, der keinen Sinn und Zweck verfolgt. Er ist wirklich unerklärlich und das macht ihn so interessant. Dann wird er durch bestimmte Umstände, welche man in den ersten Minuten des Filmes sieht, durch seinen Bruder, welcher bereits in der Navy ist, mit in diese eingeführt. Daraufhin bricht das Chaos los. Währenddessen wird Hopper unbewusst zum Anführer, was die anderen schon annahmen. Er ist einfach zu faul um sein eigenes Potenzial zu sehen, das ist eben Hopper. Wenn er sich etwas in den Kopf setzt, wird er der beste darin, er klettert die Karriereleiter schneller als jemand vor ihm hinauf. So beginnt er als Leutnant und endet als Kapitän der ganzen Flotte. In einem brillanten Moment merkt er selbst was er tut, aber dennoch kann man ihm ansehen, dass er dafür noch nicht bereit ist.

 

Wie gefiel Ihnen die Zusammenarbeit mit Rihanna?

 

Die Zusammenarbeit war gut, denn sie ist sehr Mutig und sehr offen für die Arbeit mit Pete. Was es sehr schön machte.

 

Du kennst Pete Berg nun schon sehr lange. Wann hast du das letzte Mal mit Ihm darüber gesprochen so einen Film zu machen?

 

Als ich in London war, um "John Carter" zu drehen, kam er auf mich zu. Es war ein langwieriger Prozess. Dabei war er für Ideen offen  beim Schreiben, um Hopper so zu gestalten wie ich es mir vorgestellt habe. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

 

Wie empfandest du den Übergang von TV-Serien zum Film?

 

Man hat so viel mehr Zeit um sich auf den Film vorzubereiten. In TV-Produktionen hat man eine ganze Ladung von Szenen an einem Tag, vor allem in "Friday Night Lights". Etwas anderes kenne ich auch nicht in der TV-Szene. Der Unterschied könnte nicht größer sein, weshalb ich nichts mehr anderes spielen möchte. Was natürlich subjektiv ist, aber ich bin so aufgewachsen. Ich liebe Filme einfach. Ich war bei dem Film dabei und liebe es mir Zeit zu nehmen um Dinge auszubauen, so was liebe ich.

 

Was war die größte Herausforderung im Film?

 

Ich denke die Balance zu finden, den richtigen Ton. Hopper durchlebt eine ganze Menge.  Der Typ geht durch die Hölle und kommt wieder, dabei muss man eine Balance zwischen dem nötigen Humor finden und den Stellen in welchen er am Boden zerstört ist, bis ihm endlich die Last abgenommen wird. Diese Balance zu finden ist eine schwierige Sache. Durch "John Carter"  habe ich auch gelernt, dass jeder Film in dieser Größenordnung ein Marathon ist. Es geht darum seine Energie einzuteilen und zu bewahren, was schwierig ist.

 

Hatte der große Erfolg von "Friday Night Lights" einen großen Einfluss auf dein normales Leben?

 

Nicht wirklich. Die Show ist Kult und die Leute sind sehr beeindruckt was wir mit unserer Arbeit geschaffen haben. Aber ich denke, ich habe Glück, dass die Show nicht so groß ist, man möchte nämlich nicht in eine Schublade gesteckt werden. Du wirst respektiert als Schauspieler und das ist das was man möchte wenn man in so einen großen Film spielt. So hat man das Beste aus beiden Welten. Wir haben auch den nötigen Respekt in der Filmindustrie und wir werden erkannt, aber es geht nicht so weit das sie sagen: "Oh, das ist doch Tim Riggins aus "Friday Night Lights"" und alle nur ihn in mir sehen.

 

Hast du dich physisch sehr auf die Rolle in Battleship vorbereitet?

 

Absolut. Erst einmal repräsentiert man hier die Navy und zweitens werde ich nicht der Fettarsch sein der um das Schiff läuft. Es war sehr anstrengend, aber von meiner eigenen Einstellung her bin ich gern in Form, von daher war es nicht schwierig. Ich möchte in Form bleiben, aber auch nicht mehr. Eine große Herausforderung war der Umgangston in der Navy. Es war schwierig für mich und wahrscheinlich auch für jeden Schauspieler, die Einstellung im Kopf so stark zu ändern. Man muss viele Dinge so verinnerlichen, dass sie zur Gewohnheit werden, dass kostet aber viel Zeit und Energie.

 

Musstest du ein spezielles Battleship Trainingslager absolvieren?

 

Pete und Ich fuhren nach Pearl Harbor um ein wenig Zeit auf den Schiffen zu verbringen. Dabei war es das wichtigste, auf den Schiffen zu sehen wie sich die verschiedenen Ränge zueinander verhalten. Wir drehten eine Szene mit echtem Navy-Personal, in der wir Medaillen von den Admiralen bekamen, nach dem alles vorbei war. Ich sag dir, die Leute schauen nur auf deine Schulter oder deinen Rang. Es ist einfach unglaublich und wirklich faszinierend.

 

Was waren die verrücktesten Stunts?

 

Am Anfang versucht Hopper mit etwas unbekannten im Wasser zu kämpfen und wird dadurch 30-Fuß weit in den Ozean geworfen, das war ziemlich cool. Es hat viel Spaß gemacht. Ich hab so viel an Kabeln gehangen wie in "John Carter". Das ist wirklich Wahnsinn.

 

Was war das aufregendste beim Dreh von Battleship?

 

Mit der Navy zu arbeiten war etwas wirklich Großartiges. Alle waren so freundlich. Ich weiß nicht ob es im Film auffällt, aber einer meiner besten Tage war mit der Zweiten Einheit, als wir die Überflutungs-Simulation gemacht haben. Sie haben da diesen zweistöckigen Nachbau mit vier oder fünf verschiedenen Räumen in denen Kameras angebracht waren. In der Szene wurden Menschen aus dem Nachbau hinausgezogen, realistischer geht es nicht, wirklich nicht.

 

Machst du deine Stunts gerne selbst?

 

So viel ich kann. Im wahrsten Sinne des Wortes, wenn sie mich lassen. Selbst wenn ich wollte, würden sie mich nicht lassen.

 

Wie viel wusstest du über die Navy als du zu dem Dreharbeiten kamst?

 

Nicht viel. In der Vorbereitung hab ich mich richtig damit beschäftigt. Ich denke es ist wichtig zu wissen, wie sie denken. Das ist das Wichtigste. Die Leute in der Navy sprechen mit viel Gefühl und Wissen. Es sind intelligente Leute, die wissen was sie leisten. Es war für mich ein wichtiges Anliegen, dies zu porträtieren. Dennoch ist Hopper ein Wirrwarr wenn man ihn zum ersten Mal trifft.

 

Es sah so aus als ob du X-Men Origins: Wolverine genossen hast. Gibt es denn Pläne für einen weiteren X-Men-Teil?

 

Das ist richtig, im Moment haben wir viel vor. Ich würde es gerne machen, aber es muss richtig gemacht werden. Da gibt es so viele Faktoren die Stimmen müssen. Aber Hugh Jackman ist ein guter Freund von mir und hat auch einen großen Einfluss auf mein Leben. Ich denke, ohne ihn wäre ich im Hinblick auf meine Arbeitsmoral, meine Disziplin und meine Kondition nicht so bereit gewesen, wie ich es am Ende war. Ich mache damit weiter, denn Filme wie diese zu machen, kann mehr als nur anstrengend sein.