OSCARS 2012: Die Nominierten - Die Meinung eines Kritikers

Verfasst von am 25.01.2012 um 12:39

Gestern durfte ich auf www.osacrs.com dank des Lifestreams bei den Nominierungen der diesjährigen Oscars dabei sein. Auf den ersten Blick konnte ich keine nennenswerten Überraschungen feststellen. Die Golden Globes haben hierfür schon ganze Arbeit geleistet. Aber als ich mir die Nominierungsliste im Gesamten ansah, fielen mir die netten, und auch die nicht so schönen Details am Rande auf.

Beginnen wir mit dem wesentlichsten Bestandteil, mit der Kategorie für den besten Film. Dank dem neuen „Rechnungssystem“, wir wussten im Vorhinein nicht wie viele Filme es in die Auswahl schaffen, kommen schließlich neun Werke für den wichtigsten Oscar in Frage. Nun, die Auswahl hätte auch ich treffen können, bis auf dem Umstand dass ich DRIVE statt MIDNIGHT IN PARIS genommen hätte. Diesen von Nicolas Winding Refn inszenierten Film DRIVE hätte ich mir in den Kategorien Bester Film / Bester Hauptdarsteller ( Ryan Gosling ) / Bester Nebendarsteller ( Albert Brooks ) / Bester Soundtrack, und nicht zuletzt für die beste Regie gewünscht.

Wenn wir zu den Hauptdarstellern weiter gehen, dann habe ich Ryan Gosling für DRIVE schon erwähnt. Dazu fiel mir auf den zweiten Blick auf, dass Leonardo DiCaprio als J. Edgar Hoover fehlt. Zweifelsfrei ist Clint Eastwood mit J. Edgar ein ganz guter Film gelungen. Aber wenn man einen Blick auf die Konkurrenz blickt wird klar, dass es für Clints J. Edgar nicht ganz gereicht hat. Aber Leos Leistung wäre definitiv eine Nominierung wert. Des Weiteren fehlt mir Michael Fassbender. Seine Performance in SHAME hätte sich ebenfalls eine Nominierung verdient, wenngleich dieser Film meine Erwartungen nicht gänzlich erfüllt hat.

Bei den Damen wird Meryl Streep nur ganz schwer zu biegen sein. THE IRON LADY steht und fällt mit dieser großartigen Schauspielerin. Dieser Film könnte in der Kategorie MAKE UP ebenfalls für einen Oscar gut sein.

Kommen wir zu den Nebendarsteller/innen. Bei den Männern steht Christopher Plummer als klarer Favorit im Programm. Die einzige Überraschung neben dem Fehlen von Albert Brooks ist, dass Viggo Mortensen ebenfalls nicht in der begehrten Liste aufscheint. Nicht dass ich DANGEROUS METHOD für einen großartigen Film halte. Aber mit Viggo in dieser Kategorie haben viele gerechnet. Bei den Damen ist Melissa Mc. Carthy die größte Überraschung. Als „Dicke“ in BRIDESMAIDS sorgt sie für die meisten Lacher.

…und was gab es in den Nebenkategorien:

Als erstes fiel mir in der Kategorie Original Score auf, dass der Soundtrack zu THE GIRL WITH THE DRAGON TATTOO fehlt. Dieser Score war für mich das Beste was es im Jahre 2011 im Kino zum Hören gab. Schön im Gegensatz, dass es der Song aus dem Muppets Film geschafft hat. Während des Sehens von THE MUPPETS bekam ich während des Songs MAN OR MUPPET eine Gänsehaut vor Rührung. Wäre schön wenn dieses warmherzige und gefühlsvolle witzige Lied mit einem Oscar bedacht würde.

Rooney Mara als Kandidatin für die beste weibliche Hauptrolle ist für mich ein schlechter Witz. Nimmt man das Original VERBLENDUNG, dann war Noomi Rapace wesentlich spürbarer als die nun Nominierte. Auch in der Kategorie Bester Film Schnitt ist THE GIRL WITH THE DRAGON TATTOO schlichtweg eine Fehlbesetzung.

Insgesamt war das vergangene Kinojahr, einige Filme kommen ja erst im heurigen Jahr zu uns, ein Großartiges. Jedes Genre hatte seine außerordentlichen Filme die für immer in Erinnerung bleiben werden. Film des Jahres, und hoffentlich halten sich auch die Verantwortlichen der Oscars daran, ist eindeutig THE ARTIST. Dieser einnehmende und entgegenkommende Stummfilm aus Frankreich hätte sich viele Oscars verdient.

So, das waren meine Gedanken zu den aktuellen Oscar Nominierungen. Ich wünsche Euch auch in diesem Jahr jede Menge toller Kinobesuche, und hoffe dass viele Werke dabei sind, die im nächsten Jahr zur "Oscardiskussion" stehen.

Euer MEMENTO ( Richard Lammel )