ViENNALE 2011 - Filmtipps / Teil 2

Verfasst von am 19.10.2011 um 00:02

Kurz vor dem Beginn der diesjährigen ViENNALE bieten wir Euch als Service einen weiteren Teil unserer Filmtipps an. Wie schon in dem Beitrag vom 11.10.2011 ( Filmtipps / Teil 1 ) berichten wir auch hier von Filme, die wahrlich zu sehen lohnen. Hier also sind die weiteren Highlights aus unserer Sicht:



Spielfilme:

DRIVE

DRIVE besitzt ohne jeden Zweifel das Qualitätsmerkmal absolut sehenswert. Auch wenn so mancher Zuseher die zahlreichen Ruhephasen als zu lange empfindet, so muss in aller Deutlichkeit darauf hingewiesen werden, dass dieser Film seine Ruhe benötigt um dann loszulegen, wenn es darauf ankommt. Erst durch die Eintracht zuvor wirken die expliziten Passagen umso intensiver. Das Zitat „ In der Ruhe liegt die Kraft“ bekommt in DRIVE eine völlig neue Dimension.

Zur Kritik: http://www.dvd-forum.at/filmkritik/33333-drive

LE HAVRE

Mit dem Eröffnungsfilm der diesjährigen ViENNALE springt das Publikum unerschrocken direkt in eines der meist diskutierten und bedeutsamsten Felder der derzeitigen Politik. Doch anders, als möglicherweise erwartet, zeigt der Poet der Melancholie, dass das Thema nicht die Form bestimmt. Anstelle eines polemischen Pamphlets der Klischees und Stereotypen eröffent sich der gewitzte Le Havre seinem Publikum als eine verträumte Denkschrift der Pastiche und Archetypen. Denn im Träumen beginnt das Denken.

Zur Kritik: http://www.dvd-forum.at/filmkritik/33338-le-havre



Dokumentation:

AMERICAN PASSAGES

Das Motto der Verantwortlichen lautete „ Alles ist möglich“, als die Auswahl der zu interviewenden Personen getroffen wurde. Erstaunlicherweise konnten viele Amerikaner unter ihnen auch wirklich interessantes erzählen. Ruth fand, dass die afrikanischen Amerikaner vor dem Mikrophon offener waren, und weniger Misstrauen zeigten. Meist lohnten die zufälligen Begegnungen und sorgten schließlich für diese Aneinanderreihung diversester Momentaufnahmen. AMERICAN PASSANGERS ist ein Zeitdokument des 21. Jahrhundert und schon alleine deswegen besitzt diese Dokumentation ihre Berechtigung.

Zur Kritik: http://www.dvd-forum.at/filmkritik/33335-american-passages



Tributes:

THE DREAMERS

Am Esstisch wird philosophiert, das Kino ist ein Ort der Rauchschwaden und der Befreiung. Die Jugend protestiert auf der Straße und die Revolution steht vor der Tür. Das ist Bertoluccis Paris im Jahr 1968. Sein Film soll der jungen Generation heute zeigen, dass es Filmbegeisterte waren, die den Pariser Mai und all die folgenden gesellschaftlichen Umschwünge herbeiführten. Und doch bleibt THE DREAMERS ein nostalgisches Alterswerk, dass diese aufregende Zeit in der Tradition der Novelle Vague Revue passieren lässt. Der Film scheint aus einzelnen Gemälden zu bestehen, aus einer Collage an schönen Körpern und Erinnerungen. Doch wenn das letzte teure Glas Rotwein getrunken und die letzte Zigarette im Kino ausgeraucht wurde, bleibt der Film bloß eine liebevolle Hommage, welche die Spannung allein ihrer Interpretation vorbehält.

Zur Kritik: http://www.dvd-forum.at/filmkritik/33342-die-traeumer

NAKED LUNCH

Der Sehakt ist seiner Qualität nach faszinierend, aber die Faszination überkommt einem nicht. Naked Lunch fesselt den Zuschauer vielmehr mit den Fragen des WIEs als jenen des WARUMs. Wie haben die das denn gemacht? Wie haben sie sich es denn ausgedacht? Das Hinterfragen der Motivation bzw. der Motive – abseits der offensichtlichen Aussagen zur Tendenzen bzgl. von sexuellen Neigung – verliert sich in einem Irrgarten von freien Assoziationen. Und somit (ver)endet Naked Lunch als handwerklich-kreatives Faszinosum, welches sich (absichtlich) der Immersion des Zuschauers verwehrt.

Zur Kritik: http://www.dvd-forum.at/filmkritik/33339-naked-lunch