Beg & Halloween (1978) - Der original Michael Myers Schauspieler Tony Moran im Interview

Verfasst von am 27.07.2009 um 00:00
Ein Interview mit Tony Moran von Marcel Zybell

Tony Moran

„Der einzige Grund, warum ich dort hinging, war der, als man mir erklärte,
dass Donald Plesance mit dabei sein würde.“



Manche Legenden sterben nie. So auch der psychisch gestörte Killer Michael Myers aus John Carpenters Klassiker HALLOWEEN. Der Film hat heute noch seine Fangemeinden weltweit und in diesem Jahr flimmert der bereits zehnte Teil über die amerikanischen Leinwände. Aus diesem Grund haben wir uns gedacht, den Ursprung der Reihe, den original Michael Myers „Tony Moran“ aufzusuchen und ihn in einem Interview nach all den Jahren zu der Neuinterpretation zu befragen, weiteren Projekten und einiges mehr.


Marcel Zybell (MZ): Geboren in der Sonnenstadt Kalifornien - können Sie den Lesern einen Einblick in Ihr Leben geben, wie Sie aufgewachsen sind und wie Sie in Kontakt mit der Schauspielerei kamen?

Tony Moran (TM): Ich wuchs in einer sehr netten Nachbarschaft auf. Ich wurde als Sportler geboren und Sport hat mein ganzes Leben bestimmt, vor allem surfen. Unsere Familie hat sechs Kinder. Wir standen uns alle sehr naher. Als ich neun Jahre alt war, hatte ich einen ersten kommerziellen Auftritt mit meiner kleinen Schwester Erin. Es war ihr erster guter Job. Sie war 5 Jahre alt. Ein Agent kam für eine Weihnachtsparty mit einem Freund zu unserem Haus und unterzeichnete uns als seine Kunden. Ich hasste das Kommerzielle zu der Zeit und wollte bis zu meinem 19. Lebensjahr nicht mehr schauspielern. Der selbe Agent hat mich 10 Jahre damit verfolgt, dass ich wieder das mache, was ich schließlich auch tat.

MZ: Sie sind auf Horror-Conventions (Veranstaltungen) ein sehr gern gesehener Gast. Was ist das für ein Gefühl, wenn man auf seine Fans trifft?

TM: Es ist sehr befremdlich und zur gleichen Zeit auch sehr lohnend und man hat viel Spaß.

MZ: Was ist Ihr Lieblings-Horrorfilm?

TM: Alfred Hitchcock’s PSYCHO. Dann natürlich HALLOWEEN. *lacht*

MZ: Wie stehen Sie zu dem Fest Halloween?

TM: Es war schon immer und es wird auch immer mein Lieblingsfest bleiben. Es war sogar noch lange vor HALLOWEEN so. Trotzdem war es ein bisschen erschreckend, wenn ein größeres Kind zur Tür kam und ein Michael Myers-Kostüm trug. Als erstes habe ich mich immer gefragt, wie man mich gefunden hatte und ob man mich verfolgt. *lacht*

MZ: Sie haben damals in der Rolle des Michael Myers amerikanische Filmgeschichte geschrieben. Wie sind Sie an den Part des mit berühmtesten Filmkillers gekommen?

TM: Ich hatte zu der Zeit ein Vorsprechen vor John Carpenter und dem Produzenten Irwin Yablans. Mein Agent rief mich an und entschuldigte sich dafür, dass alles in der Industrie langsam vorangeht und alles, was man für mich hätte, eine Rolle für einen Psycho in einem Low-Budget-Horrorfilm sei. Ich wollte nicht hingehen. Sie bettelten mich praktisch an, damit ich zum Vorsprechen ging. Der einzige Grund, warum ich dort hinging, war der, als man mir erklärte, dass Donald Plesance mit dabei sein würde.

MZ: In 31 Jahren, seit John Carpenters HALLOWEEN veröffentlicht wurde, ist ja viel Zeit vergangen und das Halloween-Franchise hat sich immer weiter entwickelt. Gibt es einen Favoriten zwischen Teil 1 und dem 8.? Und wenn, warum gerade der Teil?

TM: Teil eins, weil es das Original ist.

MZ: Hätte man nach „Halloween H20“, in dem Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) mit ihrem Bruder Michael abrechnet, die Reihe in Frieden Ruhen lassen sollen, oder war es eine gute Idee immer weiter zu machen?

TM: Ich habe nie andere Halloweens nach Part #2 gesehen, aber sie sollten es in Frieden ruhen lassen.

MZ: Ich weiß, dass es schon einige Jahre her ist. Aber wie gestaltete sich damals die Arbeit mit dem Regisseur John Carpenter, der Autorin Debra Hill, der Scream Queen Jamie Lee Curtis und natürlich Donald Pleasence, der Dr. Sam Loomis verkörperte?

TM: Es war eine verrückte Zeit. Jeder war normal und sehr freundlich, aber es war auch sehr hektisch und es musste wegen dem geringem Budget schnell gehen.

MZ: Hätten Sie jemals mit diesem gigantischen Welterfolg gerechnet, der nach über 30 Jahren noch nicht vergangen ist?

TM: Ich hatte zu der Zeit keine Ahnung. Tatsächlich ging ich auch nicht zu der Premiere, als der Film herauskam. Ich dachte, er wäre einige Wochen in den Lichtspielhäusern und Sie würden nichts davon hören. Ich bin immer noch erstaunt, obwohl ich weiß, dass es ein Meisterwerk ist. Ich kann es einfach nicht glauben.

MZ: Was denken Sie. Warum übt die Figur Michael Myers diese Faszination auf seine Fans aus?

TM: Das Geheimnisvolle und seine Bewegungen.

MZ: Konnten Sie sich damals oder vielleicht heute noch auf irgendeine Art mit der Rolle des Michael Myers identifizieren?

TM: Hmmm. Ich denke auf eine Art. Die Leere. Die Leere zwischen Leben und Tod.

MZ: Von HALLOWEEN gibt es ja zwei Versionen. Die normale Schnittversion und eine fürs TV, die um einige Szenen erweitert wurde. John Carpenter äußerte sich vor einiger Zeit dazu, dass er seine originale Version bevorzugt. Wie sieht es bei Ihnen aus?

TM: Original! Absolut!

MZ: Rob Zombie (Haus der 1000 Leichen) hat 2007 seine eigene Vision von John Carpenters „Halloween“ verwirklicht und in diesem Jahr kommt seine Fortsetzung in die Lichtspielhäuser. Wie gefällt ihnen der neue Michael Myers, der von Tyler Mane verkörpert wird und wie stehen Sie zu dem Neuanfang?

TM: Ehrlich gesagt habe ich es nie gesehen, sodass ich dir auch nicht meine Meinung dazu sagen kann. Die Wahrheit ist, dass ich auch kein Interesse daran habe.

MZ: Hollywood setzt mittlerweile bei vielen Produktionen auf 3D – beste Beispiele ist da z. B. MY BLOODY VALLENTINE 3D“. Können Sie sich irgendwann vorstellen, Michael Myers in der dritten Dimension mordend auf der Leinwand zu sehen?

TM: Nein, kann ich nicht! Hoffentlich werden Sie es nicht tun, auch wenn denen nichts heilig ist.

MZ: Einer ihrer neusten Projekte ist Kevin MacDonald’s „Beg“ mit Tony Todd und P.J. Soles. Worum dreht sich der Horrorstreifen und können Sie uns einige Details zu ihrem Charakter geben?

TM: Ich spiele einen sehr berühmten Detektiv in der Umgebung von Salem, Massachusetts, der durch seinen Job sehr ausgebrannt ist und der zu den meisten Menschen ein Arschloch ist. Haha (hoffentlich können Sie dies veröffentlichen). *ANMERKUNG VOM AUTOR: SELBSTVERSTÄNDLICH! WIR SIND HIER IN ÖSTERREICH, WO ES ZUM GLÜCK KEINE ZENSUR GIBT*. Ich jage einen Serienmörder auf der Flucht und ich kann ihn nicht fangen. Die Beute des Serienmörders sind junge, schöne und weibliche Studentinen. Dieser Film ist ein Slasher und ein Hommage an die 80' Slasherfilme.

MZ: Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem Regisseur und der Besetzung?

TM: Ausgezeichnet! Wir halfen uns gegenseitig. Wir waren alle auf dem selben Boot und alle gaben ihr Herz und ihre Seele für das Projekt. Es war die beste Erfahrung, die ich jemals bei einem Film gemacht habe.

MZ: Sind nach BEG noch weitere Filmprojekte in Planung?

TM: Ja, wir haben noch ein Prequel und eine Fortsetzung zu BEG und zwei andere Projekte, die Kevin und unsere Produktionsfirma geplant haben.
Ich habe noch eine Reihe von anderen Projekten außerhalb und bin auch zurzeit auf der Suche.

MZ: Eine Person aus dem Filmgeschäft, mit der Sie gerne mal zusammenarbeiten würden?

TM: Ich würde gerne mal mit Wes Craven zusammenarbeiten.

MZ: Vielleicht noch etwas zum Schluss, was Sie allen Fans da draußen sagen wollen.

TM: Ja, ich will. Hi Leute! Ich schätze euch alle und bin sehr geschmeichelt. Ich bin ein sehr glücklicher Mann, der Euch als Fans hat und ich hoffe, dass man sich mal zu einem bestimmten Zeitpunkt trifft. Macht es gut und denkt dran: "HAPPY HALLOWEEN JEDEN TAG"!



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