Exklusiv: Zombie Honeymoon Schauspielerin Tracy Coogan über Dark Woods

Verfasst von am 31.07.2008 um 00:00

"Die wahren Monster sind in uns …"


ZOMBIE HONEYMOON Schauspielerin Tracy Coogan
über DARK WOODS, DEVILS DUNGEON und Woody Allen.





Theater oder Film? Und worin liegt für Sie der Unterschied?

Wenn du auf der Bühne stehst, hast du kein Sicherheitsnetz, es muss beim ersten Mal klappen, und da bekommt man richtig Lampenfieber. Bei meinem ersten Auftritt in New York hatte ich große Angst meine Zeilen zu vergessen.

Beim Filmen hast du zwei oder zehn Takes, bis es passt, das kommt natürlich aber auch aufs Budget an.

Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen, da man immer die Reaktionen des Publikums mitbekommt. Theater macht aus einem einfach einen besseren Schauspieler, weil man ständig seine Muskeln trainiert.

Was mögen Sie an Hollywood und was vielleicht nicht so?

Was ich mag: Ich hab die Möglichkeit, mit wirklich interessanten und kreativen Regisseuren und Schauspielern zusammenzuarbeiten.
Was ich nicht mag: Es kann manchmal sehr frustrierend sein, wenn man mitbekommt, dass nicht unbedingt der Schauspieler die Rolle bekommen hat, der am meisten dafür geeignet wäre, sondern der, der am meisten Schlagzeilen macht. Nach Berühmtheit und Beziehungsgrad besetzt. Aber das passiert ja nicht nur im Filmgeschäft…

Mit Woody Allens „Celebrity“ fing damals Ihre Schauspielkarriere an. Wie hat sich das in all den Jahren weiterentwickelt, und wussten Sie sofort nach dem Auftritt im Film, dass es Ihr Wunsch ist, in dem Bereich weiter tätig zu sein?

Das Casting für „Celebrity“ war ein Riesenspaß! Meine Freundin Jodi und ich gingen zu einem Open Call, an dem über hundert Mädchen teilnahmen. Ehrlich gesagt rechnete keiner von uns damit, dass wir wirklich zu Woody Allen durchkommen würden. Wir standen also außerhalb des Gebäudes, als einer der Casting-Verantwortlichen zu uns kam und sagte, dass wir mitkommen sollen. Vorbei an der wartenden Schlange brachte er uns direkt zu Woody Allen, und wir hatten den Part. Der Shoot war dann sehr interessant, weil ich dort den Schauspieler Kenneth Branagh kennenlernte, der genau wie ich aus Irland kommt. Aber begonnen hat alles, als ich ein kleines Mädchen war. Ich hab mit meiner Mutter immer die alten Hollywoodklassiker gesehen. Sie ist eigentlich schuld daran, dass ich Schauspielerin wurde. :-)

Gibt es immer etwas, womit Sie sich vor einem Drehstart auf ihre Rolle vorbereiten?

Sobald ich ein Drehbuch bekomme, das mich interessiert, bin ich ganz in der Rolle des Charakters, den ich verkörpern soll und denke und fühle wie der Charakter.

Ihr Durchbruch im Filmgeschäft kam mit dem Film Zombie Honeymoon, der 2006 mit dem berühmten Chainsaw Award durch das Fangoria-Magazin ausgezeichnet wurde. Wie stehen Sie zu Horrorfilmen, und gibt es da vielleicht irgendwelche Favoriten, die Ihren Geschmack in letzter Zeit getroffen haben?

Ehrlich gesagt war ich nicht von Anfang an ein großer Horrorfilm-Fan. Aber ich mag sehr gerne Filme wie „The Devils Rejects“ von Rob Zombie oder Greg McCleans „Wolf Creek“. Außerdem die Klassiker wie „Rosemarys Baby“ und der „Exorzist“.

„Zombie Honeymoon“ wurde ja fast auf ganzer Linie mit guten Kritiken überhäuft. Wie gehen Sie mit Meinungen um, die vielleicht nicht ganz so positiv ausfallen?

Ich finde die lustig und manchmal haben sie auch recht!

In Amerika bekommt ja heutzutage fast jede Produktion eine Fortsetzung. Wird man vielleicht auch irgendwann mit einem zweiten Teil zu „Zombie Honeymoon“ rechnen können oder bleibt der Film ein Einteiler?

Zurzeit ist keine Fortsetzung geplant, aber sag niemals nie. Mein Charakter Denise war ja am Ende des Films schwanger und ging nach Portugal…

Uns ist zu Ohren gekommen, dass Graham Mc Tavish, bekannt aus Rambo, und der „Candy Man“ Tony Todd in „Devils Dungeon“ mitspielen. Haben Sie viel mit den beiden am Set zu tun, und wie gestalten sich die Dreharbeiten in L.A.?

Ich war zum Ende der Dreharbeiten am Set von „Devils Dungeons“ als Tony Todd bereits abgereist war. Aber Graham und Jake waren da. Jeder war unheimlich nett zu mir. Graham, der den Bad Guy verkörpert, ist ein echt netter Typ. Da war es umso lustiger, wenn er sich beim Dreh in diesen abgrundtief bösen Charakter verwandelt hat.

Ein weiteres Projekt ist „Dark Woods“, der auf einem Script von John Muscarnero basiert. Worum wird es in dem Mystery-Thriller gehen?

„Dark Woods“ kein Horrorfilm im klassischen Sinn. Monster haben verschiedene Gesichter und erscheinen in den verschiedensten Personen. Wenn du „Funny Games“ oder „Cache“ vom österreichischen Regisseur Michael Haneke oder „Swimming Pool“ mit Romy Schneider und Alain Delon gesehen hast, kann man sich ein vages Bild machen, auf welcher Ebene „Dark Woods“ sein wird. Die wahren Monster sind in uns…

Wie sieht die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Mike Escobedo aus, und lässt er Ihnen kreativen Freiraum bei der Hauptrolle?

John und ich verbrachten viel Zeit damit, über die Charakter und das Drehbuch zu sprechen. Wir teilen denselben Geschmack bei Filmen, Regisseuren und Schauspielern. Wir haben die selben Vorstellungen für „Dark Woods“, was ein unglaublicher Vorteil ist. Außerdem wird das der erste Film, bei dem ich als Produzentin dabei bin. Also soweit habe ich viele Freiheiten aber Genaueres wird sich erst nach Drehbeginn zeigen. :-)...

In „Dark Woods“ wird man Sie in der Hauptrolle bewundern können. Worin liegen die Stärken der Figur des Films, und was gefällt Ihnen an der Rolle?

Ich liebe die Komplexität meines Charakters Susan. Es gibt so viele Ebenen Susan Branch zu entdecken. Das ist die meiste Arbeit, die ich vor mir habe, diese dann herauszufinden und sie dann bei den Dreharbeiten umzusetzen.

Was wird als nächstes kommen?

Die Dreharbeiten zu „Dark Woods“ beginnen im Oktober. Kürzlich habe ich mit Owen Land den Film „Dialoges“ abgedreht, der 2009 in der Schweiz (Berner Kunsthalle) seine Weltpremiere haben wird. Außerdem arbeite ich mit Jerry Zucker („Der erste Ritter“ & „Ghost – Nachricht von Sam“) an einer TV-Produktion für das amerikanische Fernsehen. Und last but not least hatte ich die Hauptrolle in dem Film „Return to Sender“ vom preisgekrönten deutschen Regisseur Boris Schaarschmidt.



Quelle: DVD-Forum.at