Exitus 2 - House of Pain - Andreas Bethmann im Interview

Verfasst von am 15.05.2008 um 00:00



"Genau wie bei Teil 1 habe ich während der ganzen Zeit Türen und Fenster verschlossen. Man hat also entweder gegessen, geschlafen oder gedreht."
Andreas Bethmann über die Dreharbeiten von Exitus 2


Ich möchte machen, was mir Spaß macht und ich möchte davon gut leben können – so kurz und knapp fasst der deutsche Regisseur seine Prinzipien zusammen, denen er über die Jahre hinweg treu geblieben
ist. 2006 erfolgte dann das große Umdenken und Exitus Interruptus ging völlig neue Wege. Jetzt, 2 Jahre später, steht Teil 2 vor der Tür und wir sprachen mit Andreas über seine Karriere und natürlich auch über seinen aktuellen Film.






Andreas, Dein erster filmischer Versuch hieß „Begrabt ihn tief“. Würdest Du das heute auch über diesen Film sagen oder bekommen wir ihn vielleicht irgendwann als Extra spendiert?

Ja, der Titel ist Programm und war 1988 einfach nur ein erster Gehversuch ohne Hintergedanken. Das Drehen und Schneiden hat mehr Spaß gemacht, als das Anschauen des fertigen Endproduktes. Man müsste mir schon beide Hände abhacken, um mich dazu zu bewegen, diesen qualitätslosen „Spaß“ irgendwo als Bonus draufzupacken. Das gleiche gilt für alle Filmergüsse in den Folgejahren bis 1995. Das einzige was mich daran positiv stimmt, ist es im August 1988 getan zu haben, wodurch für mich im August 2008 zwangsläufig mein 20 jähriges Filmjubiläum eingeläutet wird. Man bin ich alt geworden.

Spaß beiseite – kannst Du uns etwas über Deine Anfangszeit erzählen? Was hat Dich als Kind beeinflusst und was war der Grund, dass Du zur Kamera gegriffen hast?

Ich habe 1988 aus demselben Grund zur Kamera gegriffen, wieso ich auch 1989 zur Gitarre gegriffen habe und Musik machen musste (Band „Materialschlacht“ (1989-1999), „Lermgrenze“(1989-1994) und „Tanzende Kadaver“ (1996-1997). Es war mein psychischer Ausgleich, um mein seelisches Gleichgewicht zu halten und um sich einfach als Kontrast zum unangenehmen Teil des Lebens verwirklichen zu können. Ich brauche künstlerische Ergüsse wie die Pflanze das Licht. Schon als Kind habe ich mich mit dem Zeichnen von Comics von 1982 bis 1987 („Die Klinik am Schwarzwaldfriedhof“) bei Laune gehalten. Dazu kam die Tatsache, dass ich auf der Suche nach dem Leben in Freiheit war. Wenn man bedenkt, dass man als arbeitender Mensch eigentlich den ganzen Tag seinen Job macht und wie viele Menschen mit ihrem Job nicht zufrieden sind, und man dann noch die 7 Stunden Schlaf abzieht, was bleibt einem dann noch vom Leben. Als ich nach 10 Jahren Filmerei 1998 endlich davon leben konnte und meinen Job als Bilanzbuchhalter hinschmiss, begann für mich das wahre Leben. Und so ist es noch heute, mehr denn je. Die krassen Höhen und Tiefen eines Selbsternährers lasse ich mal außen vor.

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, welche Regisseure Du schätzt. Was reizt dich gerade an Jess Franco und Joe D’Amato? Waren es spezielle Filme?

Ich glaube dass ich verschiedene Phasen hatte, in denen sich die Sehgewohnheiten änderten und ändern werden. Das ist bedingt durch das Älterwerden, durch die Stimmung und durch den Wandel der Zeit. 1988 und in den Folgejahren habe ich nur Splatter geguckt, „Tanz der Teufel“, „Zombie“ und „Freitag der 13.“, halt die ganze Klischee-Palette. Erst 1997 habe ich zu D´Amato und Franco gefunden, was mich echt geflasht hat. Davor konnte ich mit dem „Schrott“ nichts anfangen. Diese Phase reichte echt bis 2005. Dann war Schicht im Schacht. 2005 wurde ich breitgefächerter in meinen neuen Sehgewohnheiten und ich streckte meine Sehmuscheln auch in den Mainstream aus und fand meine neuen Vorlieben im Bereich Psychotriller, Geisterfilm und Slasher. Ich bin der Meinung, dass gerade in den letzten 3 Jahren eine Welle an Filmen mit echtem Unterhaltungswert aufgekommen ist. Zugegeben, um auf die Frage zurück zu kommen, beeinflusst das auch ein paar Prozent meiner eigenen Filmarbeiten.

Du sagst, dass Du das drehen willst, was Dir Spaß macht. Ist das auch schon die Antwort auf die Frage, warum Du drehst, was Du drehst oder steckt da mehr dahinter?

Ich bin 50 Prozent Künstler und 50 Prozent Geschäftsmann. Mein Künstler muss das tun, was er tun muss. Alles was ich mir ausdenke oder drehe, hat einen persönlichen Grund, bezogen auf eine Vorliebe, ein Erlebnis oder eine momentane Situation, in der ich mich befinde. Darauf bin ich ja schon in der zweiten Frage eingegangen. Es gibt richtige Fans, die meine Arbeit seit Jahrzehnten verfolgen und das merken und schätzen. Und es ist obendrein besser von einer Nische beachtet zu werden, als in der Masse unterzugehen. Und so funktioniert das bei mir eben. Zugegeben, ein Privileg.


Gibt es auch andere Regisseure, die Dich beeinflusst haben?

Nein, nicht direkt. Eher Filme, Darstellerinnen oder ganze Zeitepochen als Gesamtbild. Am bahnbrechendsten waren die 70er für mich. Wenn du als Kind aufwächst, wo es keinen Videorekorder, keinen PC, kein Handy, einfach nichts gibt, außer das nächtliche Super-8-Geräusch aus dem Schlafzimmer deiner Eltern, und du am nächsten Morgen dein Frühstück an karierter Wachstischdecke isst, während im Transistorradio ABBA erklingt, dann prägt dich das fürs Leben. Die geilste Zeitepoche der Menschheitsgeschichte. Ich verspreche Euch, es wird nur noch schlechter werden. Aber ich will hier nicht politisch werden.

Du hast den Amateurbereich laut Deinen Aussagen so ca. 1996 verlassen. Wie würdest Du deine Entwicklung dieser Zeit zurückblickend zusammenfassen?

Ehrlich gesagt habe ich mich davor kaum entwickelt, leider. Ob es daran liegt, dass es nicht mein Beruf, sondern Hobby war, weiß ich nicht. Meine filmische Entwicklung hatte ich 1998-2000, und dann ab 2003, besonders aber ab 2006.

Deine ältesten Filme, die man auch auf DVD bekommen kann, sind „Insel der Dämonen“ (1997), „Angel of Death“ (1998) und „Dämonenbrut“ (2000). Bereits hier war klar zu sehen, welche Richtung Du einschlägst. Hattest du nie Bedenken, dass Du damit nur ein sehr spezielles Publikum ansprichst? Gewalt und Sex bzw. Horror und Sex sind noch immer etwas exotisch für die breite Masse.

Ich hatte nicht die Bedenken, ich hatte die Hoffnung. Und ich konnte sehr gut damit leben, dass ich der einzige war und immer noch bin, der solche Spielfilme produziert. Allerdings habe ich 2006 meine Meinung in der Hinsicht geändert, dass ich lieber reine Hardcore-Spielfime mache, dafür bei meinen normaleren Produktionen dafür auf Hardcore verzichte. Eine weise Entscheidung, die einigen nicht schmeckt, zu der ich aber lange brauchte, um sie zu erkennen. Aber ich bereue nichts, es war wichtig alles so getan zu haben, wie ich es tat, sonst gäbe es nichts zu diskutieren und nichts, um sich zu entwickeln.

1999 kam dann Dein erster reinrassiger Pornofilm und Du bist bis heute dabei geblieben zwischen Deinen Genrefilmen Pornos zu drehen. Kannst Du uns dazu etwas erzählen?

Nun, es gibt für mich nichts Besseres auf der Welt als Filme, schöne Frauen und gutes Essen, dazu Gesundheit. Privat wie beruflich bestimmt das alles. Porno-Spielfilme werden heutzutage fast nicht mehr gedreht, nur Sexclips oder Casting-Wichsvorlagen. Ich bin Fan und Sammler der richtigen Hardcore-Spielfilme der 70er Jahre und habe selbst eine umfangreiche, wertvolle Sammlung. Ich liebe auch die alten deutschen Pornosynchronisationen und schätze Pornographie, die mit Idee und Geschichte originell verpackt ist. Die beiden „Knastjulen-Filme“, die ich 2004 und 2005 drehte, sind da Paradebeispiele für. Obendrein hat es mich auch immer sehr gereizt selber mitzuspielen, vor allem mit meiner jeweils zu der Zeit aktuellen Freundin. Ich glaube meine Pornofilme sind kleine Fotoalben zahlreicher Exfreundinnen.

Vegetarierinnen zur Fleischeslust gezwungen, Notgeile Knastjulen zur Unzucht erzogen und Intime Geständnisse geschlechtsreifer Nymphomaninnen sind schon recht merkwürdige Titel, die zumindest erstmal zum Schmunzeln oder Kopfschütteln anregen. Was steckt hinter diesen Titeln?

Das hat zwei Gründe. Zum einen liebe ich es, die Grundidee bzw. die Inhaltsangabe gleich im Titel zu verstecken, des Weiteren war es in den 70er Jahren Gang und Gäbe, originell schizophrene Filmtitel zu verwenden, besonders für die deutschen Verleiher. Ich bin der letzte Verfechter unglaublich himmelschreiender Filmtitel.

Rosso Venezia war dann 2003 ein recht großer Erfolg für Dich. Obwohl Du deiner Linie treu geblieben bist, sticht der Film doch etwas hervor. Du hast ja in Italien gedreht und sogar Jess Franco vor die Kamera bekommen.

Ja, der Film sticht in jeder Hinsicht etwas hervor. Ich glaube er war mein persönlicher Zenit in Hinsicht des ultimativen Sex- und Gewaltterrors, der ultimative Tabubruch des deutschen Independentfilms. Danach habe ich auch nie wieder Horror-Spielfilm und Porno miteinander vermischt und bei den folgenden Produktionen „schön brav“ immer mehr getrennt. Mit Jess Franco und Lina Romay zu drehen war damals ein Highlight für mich, war ich ja Fan und Lizenzinhaber (als Label) seiner Filme gleichzeitig. Irgendwie war es ein Treffen der Generationen für mich und ich habe dem Mann über die ganzen Tage Ehrfurcht und den Respekt gezollt, den er verdient hat. Das ganze Projekt „Rossa Venezia“ hatte in jeder Hinsicht, wie bei so vielen Filmen von mir, eine große persönliche Bedeutung. Ich verarbeitete ein paar seelische Diskrepanzen mit dem Stoff und erfüllt mir den Wunsch, meiner Lieblingsstadt Venedig einen Film zu verpassen. Ganz nebenbei war dieser Film bis dato mein finanziell erfolgreichster Film, der mir im Folgejahr noch mehr Möglichkeiten verschaffte. Traurig ist es nur, dass ich den Film 2003 durch meinen damals unausgereiften Schnitt etwas versaut habe. Dieses Manko habe ich ja 2007 mit der Veröffentlichung des „Directors Cut“ ausgebügelt.

Die Jahre 2006 und 2007 müssen turbulent gewesen sein, oder? Angel of death 2 sieht recht aufwändig aus und Exitus Interruptus war ja für Dich auch ein besonderer Schritt in Deiner Karriere.

Eigentlich war 2004 recht turbulent, denn dort drehte ich zu 95% den „Angel of Death 2 – The Prison Island Massacre“. Der Film hätte mich 2004 gesundheitlich und finanziell fast zu Boden geworfen und ich war so vom Aufwand und der Materialvielfalt erschlagen, dass ich im Herbst 2004 erst mal abbrach. Ich drehte dann Ende 2004 „Notgeile Knastjulen zur Unzucht erzogen“ und im Frühjahr 2005 „Kanstjulen II – Zur Sau gemacht. Erst als beide Filme im Herbst 2005 erschienen, drehte ich Ende 2005 noch ein paar Szenen für „Angel of Death 2“ nach, so dass er nach 2 Jahren Schnitt erst im Dezember 2006 fertig gestellt wurde und erschien. Das besondere an dem Film ist sicher der Realisierung eines optisch aufwändigen „Action-Knast-Splatter-Movies“, der teuerer aussieht als er war (was nicht heißt, dass er billig war), und der alle Klischees bedient: Dschungel, Frauenknast, die obligatorische Pflockfalle, Sadismen und viel nackte Haut. Ich glaube ich habe mit diesem Film meine gesamte 70er-Jahre Videosammlung Revue passieren lassen. Das neue an diesem Film war es, ihn 30 Jahre zu spät 2006 „ohne etwas Neues“ zu produzieren. Positiv sind mir auch die Dreharbeiten mit Olaf Ittenbach in Erinnerung geblieben. Es war eine geile und produktive Zeit. Die Nachbearbeitung war insoweit schwierig und von großer Bedeutung, als dass alle Aufnahmen zu einem einheitlichen Look angepasst worden mussten, da „kreuz und quer“ gedreht wurde: Deutschland, Süd-Frankreich, Dominikanische Republik.

Exitus Interruptus war im Directors Cut eine große Überraschung. Du hast sämtliche Hardcoreszenen entfernt und sogar ein „Keine Jugendfreigabe“-Siegel bekommen, das den Film recht uneingeschränkt vermarktbar macht. Was hat Dich dazu bewegt, diesen Schritt zu gehen? Wie bist du auf die Idee mit dem Psychopathen gekommen und warum hast Du dir die Maske gleich selbst aufgesetzt?

Zum Jahreswechsel 2005/2006 ist mit mir etwas Entscheidendes passiert. Ich habe mich persönlich sehr verändert, privat mein Leben sehr umgestellt, mein Label abgegeben, nach 13 Jahren das „X-Rated“ Magazin einem „Nachfolger“ überlassen und wollte etwas Anderes machen. Ende 2005 habe ich eine Therapie abgebrochen, weil sie mir nichts brachte, und sie in ein Drehbuch umgewandelt, in dem ich mich selber verkörpere, um mich autodidaktisch selbst zu therapieren. Daher war es auch unumgänglich, dass ich mich im Film selbst spielte, und nicht jemand anderes. Selbstverständlich habe ich auch einige Sachen erfunden, um aus dem Film auch einen Film zu machen. Seitdem geht’s mir gut. Jedenfalls habe ich das Exitus-Haus gekauft, welches sich noch heute in meinem Besitz befindet und über die Jahre hinweg für die ganze Exitus-Trilogie diente und dienen wird. Wenn ich, wie geplant, 2009 oder 2010 den letzten Exitus-Teil fertig habe, verkaufe ich das „Mordhaus“ vielleicht wieder. Ich glaube auch, ich habe mich in das Haus verliebt, als ich es leer entdeckte und wurde davon inspiriert. Ich habe einen persönlichen Hang zu alten Häusern. Jedenfalls stand für mich in diesem Film weder Porno noch Splatter im Vordergrund, sondern (wenn man wie anfangs erklärt) auf die Entstehung des Filmes zurückblickt, der psychologische Hintergrund, kurzum, es sollte ein Psychothriller werden. Und es war hinterher ungemein angenehm, den Film bei Amazon, Karstadt und Media Markt im Regal stehen zu sehen. Der finanzielle Erfolg von „Exitus Interruptus (2006)“ hat „Rossa Venezia“ (2003) in den Schatten gestellt.

Woher kennst du Renee Pornero und wie lief die Zusammenarbeit?

Renee kenne ich ja schon sehr lange, so gegen 2001, wo sie sich ja noch „Babe“ oder „Privatebabe“ hieß (glaub ich). Wir habe uns im Netz kennengelernt und die „Vegetarierinnen zur Fleischeslust gezwungen“ gedreht und vor der Kamera gevögelt. Renee ist als Skorpion aufgrund ihrer astrologischen Zusammensetzung ein von Erfolg und Talent gekrönter Mensch, der arbeitsmäßig sehr gut mit mir harmoniert. Sie hat es echt drauf und die „Vegetarierinnen“ war damals ihr erster Spielfilm, der sie über die Pornovideothek hin bekannt machte. Für diesen Film änderte sie rechtzeitig auch ihren Namen in Renee Pornero. Ja, dass war eine klasse Zeit. Sie nach über einem halben Jahrzehnt in Real-Time gealtert (ich übrigens auch) für solch ein für mich wichtiges Projekt gewinnen zu können, war par excellence! Um auf die Frage zurückzukommen: alle Zusammenarbeiten zwischen mir und Renee waren in jeder Hinsicht erbauend. Mittlerweile waren es ja schon 4 Filme, die ich mit ihr gemacht habe.

Anja Gebel ist der zweite bekannte Name im ersten Exitus. Wirst Du mit ihr wieder zusammenarbeiten?

Nun, Anja habe ich ja auf einer Feier im Mai 1999 kennengelernt und wir haben seitdem 4 Filme zusammen gemacht (2000, 2001, 2006, 2007). Anja ist sicher eine starke Persönlichkeit, was sich auch auf ihre Präsenz in den Filmen auswirkt. Da ich privat freundschaftlichen Kontakt mit ihr habe, schließe ich es nicht aus, dass ich auch wieder irgendwann mal einen Film mit ihr mache.

Wann stand für dich fest, dass Du den zweiten Teil drehen willst und wie lief die Vorbereitung?

Der Wunsch war theoretisch immer da, schließlich gab es ja auch das Haus, und das ganze Thema war noch lange nicht ausgeschöpft. Doch trotzdem stand immer alles in den Sternen und erst im Sommer 2007 nahm ich es mir auch wirklich vor. Ich hatte etwas Abstand, weil ich mich die Monate zuvor im Pizza-Geschäft getummelt hatte, dem Filmmarkt und den Börsen den Rücken kehrte und einfach mal raus musste. Ich hab auch eine Kneipe gekauft, die im März 2007 eröffnete und die es immer noch gibt. Nach soviel Abwechslung war ich innerlich völlig „leer“ und ausgehungert, was eine gute Voraussetzung war, unbelastet einen neuen Film mit Abstand zu planen und zu beginnen. Und das merkt man „Exitus II“ auch an, denn er ist auch wieder völlig anders als alle meine Filme zuvor. Die ganze Thematik „Spukhausfilm mit Terrortouch“, sowie Inszenierung, Schnitt und Nachproduktion sind völlig anders und ich kann von mir aus sagen: mein Lieblingsfilm in meiner Karriere (bis jetzt). Allerdings ist der Film etwas härter und expliziter als Teil 1 und die FSK-Freigabe war haarscharf. Man kann sagen, der Film ist eine kleine Messlatte für das Maximum an Sex und Horror, was die FSK durchgeben würde, haha.

Wie liefen dann die Dreharbeiten? Gab es Schwierigkeiten oder hat alles so funktioniert, wie Du es wolltest?

Also in Hinsicht auf die Dreharbeiten gab es bis auf wenige Ausnahmen so wenig Schwierigkeiten wie noch nie zuvor bei einem Film bei mir. Das lag aber daran, dass ich alles mehr als zuvor bis ins kleinste Detail dermaßen im Vorfeld geplant, geübt und vorbereitet hatte, dass der zeitliche Drehplan fast wunderbar eingehalten werden konnte. Der ganze Film ist fast am Stück in 6 Wochen gedreht und ich habe in dem Exitus-Haus solange auch gewohnt. Die Darstellerinnen sind zwischen 1 bis 5 Tagen am Stück jeweils angereist und haben ebenfalls in dem Haus übernachtet. Genau wie bei Teil 1 habe ich während der ganzen Zeit Türen und Fenster verschlossen. Man hat also entweder gegessen, geschlafen oder gedreht. Ein Erlebnis, was sicher jeder unterschiedlich auffasste. Aber das Ergebnis spricht für sich, denke ich. Einziges Problem war das Absagen einer Darstellerin am Abend vor dem Dreh (die Dame, die mit der Fackel zwischen den Beinen gefoltert wird). Innerhalb von wenigen Tagen hatte ich zum Glück einen Ersatz, und dann auch noch einen besseren.

Exitus 2 erinnert zum Teil an Texas Chainsaw Massacre (ganz besonders an Teil 2) und hat auch diverse parallelen zu Saw. Was hat Dich daran gereizt, diese Richtung einzuschlagen? Es ist ja nicht ganz üblich, dass sich Produktionen dieser Art etwas augenzwinkernd präsentieren.

Ich glaube neben den in 2 Antworten vorher von mir genannten Gründen kam auch dazu, dass sich in den letzten 2 Jahren meine eigenen Sehgewohnheiten etwas geändert haben. Ich habe momentan einen starken Hang zu Geisterfilmen (eine momentane Welle ist ja zurzeit am Start) und den ganzen Psychoterrormovies, die in den letzten Jahren den Horrorfilm populärer denn je gemacht haben. Und populäre Filmfaktoren im „Bethmann-Style“ zu interpretieren, hat mich sehr gereizt. Ich mochte es auch noch nie auf der Stelle stehen zu bleiben. Man muss sich neu erfinden und Herausforderungen annehmen, auch wenn dadurch Risiken entstehen. Im Hinterkopf habe ich schließlich den Druck, dass ich davon lebe.

Wenn Du heute zurückblickst und Deine älteren Filme mit Exitus 2 vergleichst, was denkst Du dann spontan?

Spontan sehe ich jeden Film, egal ob neu oder 10 Jahre alt, als einen Teil von mir und ich kann mich genau an die damalige Situation und Beweggründe der Produktion erinnern. Natürlich sehe ich auch in alten Filmen immer das, was ich heute anders machen würde. So ist das mit den Künstlern.


Kannst Du uns schon verraten, was du in der nächsten Zeit planst? Hast du vielleicht schon eine Idee für Exitus 3?

Also die Story für „Exitus 3“ steht für mich fest. Ich hoffe, dass ich sie nicht verwerfe, bis ich wirklich damit anfange. Wer allerdings meinen künstlerischen Rhythmus kennt (und das sind meine Fans), die wissen, dass nach jedem „normalen“ Spielfilm ein Hardcore-Spielfilm ansteht. Das brauche ich jetzt wieder, um meiner Leidenschaft des Pornofilms zu frönen und um mit genügend Abstand und Abwechslung an „Exitus 3“ gehen zu können. Im Sommer beginne ich mit den Dreharbeiten zu meinem Film „Knastjulen 3 – Kaudale Impressionen inhaftierter Mundfotzen“, in dem ich den Pornofilm neu erfinden möchte und ein paar beispiellose Faktoren einbauen will. Dreh und Schnitt werde bis 2009 dauern, dann, werde ich (wahrscheinlich) „Exitus 3“ anfangen. Ich habe aber auch noch ein paar andere Sachen im Kopf. Mal sehen…

Viele Horrorfans wird es sicher interessieren: Hast Du in Zukunft vor, mal etwas ganz Anderes zu machen? Vielleicht einen weniger ernsten Horrorfilm, der einfach nur Spaß machen soll oder vielleicht sogar mal einen richtigen Splatterfilm, wo Du dich austoben kannst?

Ja, an beides habe ich schon gedacht. Abwarten und Filme gucken.

Wie siehst Du aktuell die Situation in Deutschland, wenn man Horrorfilme drehen will? Hat man da Deiner Meinung nach eine reelle Chance?

Im Majorbereich ja, wenn man Kontakte hat und sich auf der Weihnachtsfeier vor den richtigen Leuten nach der Seife bückt. Im Independent-Bereich nein, es sei denn, man hat sich seit Ewigkeiten einen Namen gemacht und hat aus den „fetten“ Zeiten ein Polster.






Weitere Links

Film Review - Exitus 2 - House of Pain
DVD Review - Exitus 2 - House of Pain
Bodycount - Exitus Interruptus
Bodycount - Exitus 2 - House of Pain
Bildergalerie






Filmographie:


EXITUS II - HOUSE OF PAIN
D 2008
Regie: Andreas Bethmann
Kamera: Andreas Bethmann
Produzent: Andreas Bethmann, VZ-Handels GmbH
Auf DVD erschienen von X-Rated (limitiert), als VZ-DVD am 3.9.2008
In Frankreich von „Uncut Movies“ am 11.Juni 2008

ANALER ALPTRAUM
D 2007
Regie: Bertucci (=Andreas Bethmann)
Kamera: Bertucci (=Andreas Bethmann)
Produzent: Bertucci (=Andreas Bethmann
Darsteller: Bertucci
16minütiger Kurzfilm mit bitterbösem Ende.
Auf DVD von X-Rated im März 2007
Auf DVD in Frankreich am 11.Juni 2008

INTIME GESTAENDNISSE GESCHLECHTSREIFER NYMPHOMANINNEN
D 2007
Regie: Bertucci (=Andreas Bethmann)
Kamera: Bertucci (=Andreas Bethmann)
Produzent: Bertucci (=Andreas Bethmann)
Darsteller: Bertucci (als King mit dem Ding)
Auf DVD am 11. März 2007 erschienen.

FRAUENGEFAENGNIS 4 - FLUCHT VON DER TODESINSEL
WOMEN BEHIND BARS 4 - ESCAPE FROM PRISON ISLAND
ANGEL OF DEATH 2 – THE PRISON ISLAND MASSACRE

D/F/DR 2004-2006
Regie: Andreas Bethmann
Kamera: Andreas Bethmann
Produzent: Andreas Bethmann
Darsteller: Andreas Bethmann als Dr.Morpho
Auf DVD vom TMS-Shop (=Simple Movie) am 28.12.2006 veröffentlicht.

EXITUS INTERRUPTUS - DER TOD IST ERST DER ANFANG
D 2006
Regie: Andreas Bethmann
Kamera: Andreas Bethmann
Produzent: Andreas Bethmann
Darsteller: Andreas Bethmann als Psychopath
"Exitus Interruptus - Death is just the begining" (Export)
Auf DVD ab dem 3.September 2006!
Als 3-DVD-Boxset Ende September 2006!

ZUR SAU GEMACHT – KNASTJULEN II
D/F/T 2005
Regie: Bertucci (=Andreas Bethmann)
Kamera: Bertucci (=Andreas Bethmann)
Produzent: André de Palma (=Andreas Bethmann)
Alternativtitel:
„Return to Porno-Prison“ (Export)
Auf DVD in 4er-Box seit 06.12.2005 erhältlich! Einzel-DVD seit 2006.

NOTGEILE KNASTJULEN ZUR UNZUCHT ERZOGEN
D/F/T 2004
Regie: A.M.Bertucci (=Andreas Bethmann)
Kamera: Frank Bertmann (=Andreas Bethmann)
Produzent: André de Palma (=Andreas Bethmann)
Alternativtitel:
„Porno-Prison“ (Export)
Auf DVD seit 06.12.2005 erhältlich. Einzel-DVD seit 2006

PORNO A VENEZIA
D/I 2003
Regie: A.M.Bertucci (=Andreas Bethmann)
Kamera: Frank Bertmann (=Andreas Bethmann)
Produzent: André de Palma (=Andreas Bethmann)
Alternativtitel:
„Porno A Venezia“ (D/DVD) seit November 2003 auf DVD.

ROSSA VENEZIA
D/I 2003
Regie: Andreas Bethmann
Kamera: Franco Bertani (=Andreas Bethmann)
Produzent: André de Palma (=Andreas Bethmann)
Darsteller: A.M.Bertucci (=Andreas Bethmann) als Dr.Bertucci
Alternative title:
„Aus dem Tagebuch einer Triebtäterin“ (D/DVD)
„Rossa Venezia“ (I/DVD)
„Rossa Venezia“ (F/DVD+VHS)
4 mal auf DVD zwischen 2003 und 2005 erschienen.
"Rossa Venezia Directors Cut" (DVD 2007)

VEGETARIERINNEN ZUR FLEISCHESLUST GEZWUNGEN PART 2
D 2002
Regie: A.M.Bertucci (=Andreas Bethmann)
Kamera: Frank Bertmann (=Andreas Bethmann)
Produzent: André de Palma (=Andreas Bethmann)
Darsteller: Frankyboy (=Andreas Bethmann) als Sexkiller.
Alternativtitel:
„The last tempatation of the Sex-Killer“ (NL)
„Schmutzig genommen und zu Kompost verarbeitet“ (D/DVD)
2 mal auf DVD 2002 und 2003 erschienen.

SCHULMÄDCHEN-REPORT 2000
D 2001
Regie: A.M.Bertucci (=Andreas Bethmann)
Kamera: Frank Bertmann (=Andreas Bethmann)
Produzent: André de Palma (=Andreas Bethmann)
Darsteller: Frank (=Andreas Bethmann) als Lehrer.
Alternativtitel:
„Feuchte Mösen nach Schulschluß“ (D(VHS+DVD)
„Schoolgirls 2000“ (NL/VHS)
3 mal als DVD zwischen 2001 und 2003 erschienen.

VEGETARIERINNEN ZUR FLEISCHESLUST GEZWUNGEN
D 2000
Regie: Andy Berry (=Andreas Bethmann)
Kamera: Samuel Jones (=Andreas Bethmann)
Produzent: Hank Snow (=Andreas Bethmann)
Darsteller: Don Dildo (=Andreas Bethmann) als Mann.
Alternativtitel:
„Rape scene – the series“ (NL/VHS)
Auf DVD wieder veröffentlicht am 20.08.2006

DÄMONENBRUT – INSEL DER DÄMONEN 2
D/I 2000
Regie: Andreas Bethmann
Kamera: Frank Bertmann (=Andreas Bethmann)
Produzent: André de Palma (=Andreas Bethmann)
Darsteller: Andreas Bethmann als Soldat.
Alternativtitel:
„Demon-Terror“(Export/VHS)
„Dämonenbrut“ (D(VHS+DVD)
Im Januar 2006 als 3-DVD-Set Directors Cut wiederveröffentlicht!

DIE GEHEIMEN SPIELE JUNGER MÄDCHEN
D 1999
Regie: A.M.Bertucci (=Andreas Bethmann
Kamera: Frank Bertmann (=Andreas Bethmann)
Produzent: André de Palma (=Andreas Bethmann)
Alternativtitel:
„German Lolita Parade“ (NL/VHS)
„Geheime Spiele junger Mädchen” (D/DVD)
Auf DVD als Directors Cut im Januar 2004 wieder veröffentlicht.

ANGEL OF DEATH – FUCK OR DIE!
D 1998
Regie: Andreas Bethmann
Kamera: Frank Bertmann (=Andreas Bethmann)
Produzent: André de Palma (=Andreas Bethmann)
Darsteller: Andreas Bethmann als Polizeifotograph
Alternativtitel:
„Angel of Death” (NL/VHS),
„Andreas Bethmann’s Todesengel“ (D/VHS)
„Angel of Death – The final Cut“ (D/VHS),
„Angel of Death – le film qui brise tous le tabous!” (F/DVD+VHS)
”Angel of Death 1 – Fuck or die Directors Cut” (I/DVD)
Erscheint als Directors Cut neu auf DVD Ende 2006.

INSEL DER DÄMONEN
D/I 1997
Regie: A.M.Bertucci (=Andreas Bethmann)
Kamera: Frank Bertmann (=Andreas Bethmann)
Produzent: André de Palma (=Andreas Bethmann)
Alternativtitel:
„Rückkehr der Dämonen“ (D/VHS),
„Return of the Demons“ (Export/VHS)
„Insel der Dämonen“ (D/DVD)
Auf DVD Januar 2006 im Digipack neu erschienen.

TANZ DER KÜRBISKÖPFE
D 1996
Regie: Andreas Bethmann
Kamera: Andreas Bethmann
Produzent: Andreas Bethmann
Alternativtitel:
„Pumkinhead-Horror“ (Export/VHS)
Auf DVD unveröffentlicht. Nur als VHS aus dem Jahre 1996.