Game of Thrones, Star Wars, Avengers & Co. – Wie mit Fanartikeln das große Geld gemacht wird

George Lucas war damals in den 70ern seiner Zeit weit voraus. Als der erste Star Wars Teil in die Kinos kam, hat so gut wie niemand an den Filmemacher und den Erfolg seiner Sternenkrieg-Reihe geglaubt, außer er selbst. Den Beweis hat er nach dem Kinostart selbst erbracht. Die damalige Produktionsfirma 20th Century Fox ließ sich auf eine Vereinbarung mit dem Regisseur ein, der auf einen Großteil seiner Gage verzichtete und dafür kompletten Einnahmen aus dem Merchandising behalten darf. Dieser Deal machte ihn letztlich zum Milliardär.

 

Mehr als nur Film und Serie

Zur großen Entertainment-Maschine Hollywood gehört also noch viel mehr als bloß bewegte Bilder. Das richtige Geld wird jedoch erst mit Merchandising und mit den DVD-Verkäufen verdient. Große Blockbuster kosten immerhin sehr viel Geld.

Mehrere hundert Millionen Dollar werden allein für die Produktionskosten veranschlagt. Hinzu kommen noch weitere Millionen fürs Marketing. Das muss alles wieder eingespielt werden. Und damit nicht genug, denn es wird natürlich nicht nur kostendeckend in der Filmbranche gearbeitet, sondern man versucht den größtmöglichen Gewinn zu erzielen.

 

Warum investieren wir so viel?

Viele Merchandise Artikel, die man in den Läden sieht, sind ganz klar auf Kinder ausgerichtet. Dennoch kaufen auch viele Erwachsene gerne passende Fanartikel zu ihren Lieblingsserien und –Filmen. Im Prinzip ist man sich ja auch durchaus bewusst, dass man hier einen großen Konzern mit seinem Geld unterstützt. Also warum immer noch mehr Geld ausgeben?

Ähnlich wie auf Konzerten der Lieblingsbands, will man auch bei anderen Merchandise Artikeln einen Teil, von dem was man so gerne hat, für sich haben. Es ist quasi ein Bekenntnis zum Film oder zur Serie, das auch jeder sehen soll. So mancher entwickelt einen regelrechten Sammeltrieb.

Andere Artikel, wie beispielsweise Computerspiele, die auf unserer Lieblingsserie basieren, spielt man im „Stillen Kämmerlein“. Dabei reicht das Angebot vom Star Wars Action Spiel bis hin zur Game of Thrones Slot-Machine, die optisch auf der epischen Serie basiert. GOT-Fans können hier den Slot kostenlos ausprobieren. Man will nicht nur einen Teil davon besitzen, sondern man will regelrecht eintauchen und selbst aktiv teilnehmen.

 

Disney allmächtig

Der Konzern ist der König des Merchandisings und produziert einen Film nach dem anderen. Man mag kaum glauben, was alles zum Disney-Imperium gehört. Viel einfacher wäre es eigentlich aufzuzählen, was nicht davon aufgesogen wurde. Das Star-Wars-Franchise, die Marvel Filme und seit dem Frühjahr 2019 auch die Produktionsfirma 20th Century Fox, die unter anderem die Rechte an der Alien-Reihe, Avatar und den Simpsons besitzen.

Wie kein zweiter setzt Disney auf den Vertrieb von Merchandising-Produkten. Überall wo man hinschaut entdeckt man das Gesicht von Mickey Mouse auf T-Shirts oder das Fell Chewbacca als Jacken oder Bademäntel. Dazu kommen bedruckte Schuhe, Puppen, Haarreife, Mützen, Trinkflaschen, Tassen – es gibt nichts, was es nicht gibt.

Insgesamt konnte Disney im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von sage und schreibe 69,57 Milliarden Dollar erwirtschaften. Davon wurden allein durch Merchandise, Themenparks und Weiteres rund 26 Milliarden Dollar eingenommen. Die Medienkanäle brachten gerade einmal etwa 24 Milliarden Dollar. Hier merkt man, dass das große Geschäft abseits von Film und Fernsehen liegt. Manchmal hat man sogar das Gefühl, dass Franchises nur dem eigentlichen Zweck dienen, Spielzeug oder Werbeartikel zu verkaufen, wie etwa bei „Cars“.

 

Für Kinder auch gefährlich

Die Kleinsten sind natürlich besonders anfällig, für beispielsweise bunte Actionfiguren oder anderes Spielzeug, das etwa einen großen Blockbuster bewerben soll. Kritisch wird es allerdings, wenn Fast-Food-Konzerne Verträge mit Filmstudios abschließen und Figuren und Merchandise-Artikel mit ihren Menüs anbieten. Auf diese Weise werden schon die Kleinsten spielend an ungesunde Ernährung herangeführt.

 

Belastung für die Umwelt?

Natürlich ist es immer so eine Sache: Wenn man sich vorstellt, dass das meiste Geld beim Film mit Fanartikeln erwirtschaftet wird, dann ahnt man schon Böses. Die meisten Produkte werden irgendwo in Fernost günstig produziert. Wo günstig produziert wird, herrschen in der Regel entsprechend schlechte Arbeitsbedingungen. Solche Massenproduktionen können die Umwelt belasten, ganz zu schweigen von den ganzen zugehörigen Verpackungsmaterialien und dem Müll, der dabei entsteht.

Hier sollte man bei jedem Kauf abwägen und sich bewusstmachen, dass man sich in der Regel nicht unbedingt die hochwertigsten Produkte zulegt. Trotzdem kauft man sich die verschiedenen Artikel, weil man einen Teil davon sein möchte und einen Teil seines Lieblingsfilms immer um sich haben will. Vor dem Kauf sollte man sich also ein paar Fragen stellen und abwägen:

  •  Will ich das wirklich?
  • Wird es mich glücklich machen?
  •  Ist der Gegenstand im Idealfall auch noch nützlich? Klar, ein Poster dient ausschließlich zu Deko-Zwecken und ein T-Shirt kann man nur anziehen. Darüber hinaus gibt es jedoch auch Produkte, die vielleicht nur schön aussehen und genau hier sollte man es sich erst recht zweimal überlegen.

Nebenprodukte, wie Fanartikel, bringen Film- und Fernsehstudios den Löwenanteil ihrer Einnahmen ein. Deshalb kann man wohl davon ausgehen, dass der Markt immer größer wird. Dennoch sollte man sich stets gut überlegen, ob man wirklich zu jedem Lieblingsfilm die passenden Fanartikel für zu Hause braucht.

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