MLB: The Show 21 [PlayStation5 – Review]

Von Sony in die Stadien dieser Welt

Während Electronic Arts und 2K ihre Sportsimulationen in den letzten Jahrzehnten eigentlich auf so ziemlich jeder Plattform veröffentlichten, war man als Baseball-Fan an die PlayStation-Hardware gebunden. Denn auch wenn es einige Arcade-lastige Varianten des Sports für andere Konsolen gab und in Japan auch einige Titel mit der dortigen Liga-Lizenz erschienen sind, war „MLB: The Show“ seit 2006 exklusiv auf den Sony-Plattformen zuhause und somit ein Pflichtprogramm für jeden Simulationsfan. 

In diesem Jahr erscheint der Baseball-Titel von Sonys San Diego Studio zum ersten Mal auch auf der Xbox, wird dort aber von der MLB höchstpersönlich vertrieben. Ein ganz schön bedeutender Schritt für die Marke, sicherlich will die US-amerikanische Profiliga hier aber einfach ihr potentielles Publikum erweitern.

Wir haben uns die PlayStation5-Fassung von „MLB: The Show 21“ genauer angeschaut und können euch in unserem Test hoffentlich die meisten Fragen dazu beantworten.

Let’s play ball!

Die Grundregeln von Baseball sind ja im Grunde recht einfach. Zwei Mannschaften, ein Feld, ein Schläger und ein Werfer. Trifft der Mann mit dem Schläger den Ball so gut, dass er nicht direkt von einem der Feldspieler gefangen werden kann, rückt er mindestens eine Base vor. Im Idealfall schafft es einer der Kameraden bis zur letzten Base und erzielt somit einen Punkt. Dies macht die angreifende Mannschaft so lange bis drei Spieler „out“ sind und dann wechselt der Ballbesitz. Klingt doch ganz einfach, oder? 

Und „MLB: The Show 21“ tut das Möglichste, um es dem Spieler oder der Spielerin so einfach zu machen wie gewünscht. So startet ihr das Spiel mit einem umfangreichen Tutorial in dem ihr die verschiedenen Bedienungsmöglichkeiten austesten und bei Gefallen speichern dürft. So kann man es etwas komplizierter und herausfordernder mit den Würfen und Schlägen haben, aber auch simple Ein-Button-Mechaniken stellt euch das Spiel zur Verfügung. Selbiges gilt für das sogenannte Fielding, also das Agieren auf dem Feld inklusive Fangen und Werfen des Balls zur nötigen Base. Hier macht euch „MLB: The Show 21“ wirklich das Leben leicht und begeistert mit seiner Weitsicht, dass auch Genre-fremde Neulinge mal reinschauen wollen.

 

 

Wie soll ich denn jetzt Karriere machen?

Dreh- und Angelpunkt von „MLB: The Show 21“ sind die verschiedenen Karrieremodi „Diamond Dynasty“, „Road to the Show“ und „March to October“. Ersteres bietet euch ähnlich FUT ein Karten-basiertes Spielprinzip, in dem ihr eure Mannschaft aus den erspielten – wahlweise erkauften – Karten-Packs zusammenstellt. In „Road to October“ könnt ihr die Geschicke hinter einer MLB-Mannschaft übernehmen und seid nicht nur für das verantwortlich was auf dem Rasen passiert, sondern auch für Spielerverträge, Scouting & Co. Aber auch hier könnt ihr das Spiel ganz nach euren Bedürfnissen einstellen. Sogar eine komplett eigene Mannschaft mit einem frischen Kader lässt sich erstellen, samt eigener Logo- und Stadion-Kreation.

Im „Road to the Show“-Modus erstellt ihr euch euren eigenen Spieler und startet bei einem Minor League Baseball-Team. Hier müsst ihr euch erst einmal hocharbeiten und müsst Leistung auf dem Platz bringen. Neu ist hier das Feature, dass euer Spieler Hitter und Pitcher gleichzeitig sein kann, was nochmal viel Abwechslung ins Gameplay bringt. Zwischen den Partien berichten Fachmänner  und -frauen von eurem Talent oder ihr verbringt die Zeit mit Minispielen, die eure Fertigkeiten verbessern.

Stärker werdet ihr aber auch durch Erfahrungspunkte, die ihr nach jeder Partie erhaltet und mit verschiedenen, ausrüstbaren Fertigkeiten. Diese hören auf den Namen Loadout und können für unterschiedliche Positionen angepasst und gewählt werden. 

Für Zwischendurch

Doch auch abseits der Karrieremodi könnt ihr einiges an Zeit mit „MLB: The Show 21“ verbringen. Neben einem Homerun Derby, in dem ihr die Bälle um die Wette schlagt, könnt ihr euch auch klassischen Herausforderungen stellen oder eine selbst erstellte Liga mit Freunden starten. Freunde ältere Baseball-Videospiele wählen den Retro-Modus in dem nicht nur die Steuerung auf die Basics reduziert wurde, auch in Sachen Inszenierung wird hier ordentlich gegeizt. Hier geht es wirklich nur um den reinen Ballsport in Arcade-Form.

Für absolvierte Spiele und erledigte Herausforderungen erhaltet ihr sogenannte Stubs, eine Ingame-Währung, die man aber auch für echtes Geld kaufen kann. Im Store des Spiels könnt ihr damit auf Shoppingtour gehen und euch entweder Trikots, Eigenschaften, Spielerkarten und Ausrüstungsgegenstände kaufen. Stichwort Karten: die für „Diamond Dynasty“ nötigen Spieler erhaltet ihr hier und durch das Aufsteigen im Spielerlevel. Habt ihr Karten doppelt oder sind sie für euch nicht von Nutzen, könnt ihr sie anderen Spielern verkaufen. Ganz wie echte Sammelkarten also…

 

 

Luft nach oben

Für die PlayStation5-Version eines Sportspiels ist die Optik ganz schön unterwältigend. Normalerweise sind ja gerade Titel wie „NBA 2K“ oder „FIFA“ immer ein erster Gradmesser für die technische Überlegenheit neuer Hardware, hier aber definitiv nicht. „MLB: The Show 21“ sieht zwar gut aus und ist wie eine echte TV-Übertragung aufgemacht, im Detail fehlt es dem Spiel aber an Klasse. Gerade die Stadien wirken sehr steril, das Drumherum sehr kahl und trist. 

Die Animationen und Details der Spieler sind dafür aber recht gut umgesetzt, können aber bei weitem nicht mit der Konkurrenz vom Schlag eines „NBA 2K21“ konkurrieren. Das sieht man vor allem an den Bewegungsabläufen abseits des Platzes, Zwischensequenzen wie sie in der Karriere häufiger vorkommen wirken sehr steif und durch den monotonen Erzähler wie eine langweilige Doku im Discovery Channel. 

Akustisch gibt euch das Spiel aber so einiges auf die Ohren. Neben dem recht coolen Soundtrack mit Hip Hop-Acts wie Run the Jewels oder Onyx, sind auch einige rockigere Töne, z.B. von den Foo Fighters vorhanden. Die Spiele selbst werden von einem guten, englischen Sprecher kommentiert, die Stadionatmosphäre kommt auch ganz gut rüber.

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
4.1

FAZIT: Perfekt für Baseball-Fans und Neugierige!

Auch wenn „MLB: The Show 21“ also technisch nicht solche Maßstäbe setzt wie „NBA 2K21“, muss man die San Diego Studios loben. Denn selten hat man sich so viele unterschiedliche Steuerungsarten für ein Sportspiel ausgedacht und es somit den Nutzern so einfach gemacht in eine – zuweilen doch recht komplexe – Sportart einzusteigen. Das Tüpfelchen auf dem i wäre hier noch eine deutsche Übersetzung, denn in Verbindung mit den zahlreichen Abkürzungen entsteht hier ganz schnell recht verwirrendes Kauderwelsch.

Auch in Sachen Umfang kann man die Baseball-Sim nur loben. Egal ob Freund von umfangreichen Karrieremodi oder Multiplayer-Fanatiker, hier gibt es zahlreiche Spielarten zum austoben. Wie schon bei der Basketball-Konkurrenz von 2K ist hier der Ingame-Shop aber ein Dorn im Auge. Zum einen sind die aufgerufenen Preise in der Stubs-Währung schon recht hoch, auch ein gewisser Pay-to-win-Faktor kann dem Spiel nicht abgesprochen werden. 

Ansonsten kann man „MLB: The Show 21“ nur jedem Baseball-Fan ans Herzen legen. Etwas realistischeres wird man aktuell sowieso nicht finden und dank der vielen Tutorials kann man selbst als Neuling mal reinschauen. Schade nur, dass die Baseball-Sim auf der PlayStation5 nicht technisch die Muskeln spielen lässt. Dann im kommenden Jahr…

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Über Christian Suessmeier 1643 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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