Metroid Dread [Nintendo Switch – Review]

Samus gibt sich die Ehre!

Die „Metroid“-Reihe gehört zweifelsfrei zu einer der beliebtesten Serien im Nintendo-Portfolio, verschwand aber schon häufiger jahrelang in der Versenkung. So gab es immer wieder längere Pausen, zwischen „Super Metroid“ und dem GBA-Nachfolger lagen zum Beispiel acht Jahre. Auch im vergangenen Jahrzehnt gab es für „Metroid“-Fans nicht viel Grund zu feiern, lediglich das 3DS-Remake von Teil 2 war ein anständiger Zeitvertreib, die anderen Ableger sollten an dieser Stelle eher ignoriert werden.

Während die Spielerschaft nun außerdem seit Jahren auf das versprochene „Metroid Prime 4“ wartet, kündigte Nintendo aus dem Nichts heraus den fünften Teil der Haupt-Reihe, „Metroid Dread“ für die Switch an.

Diesen haben wir uns für die Review mal genauer angeschaut und können euch verraten, ob Samus’ neuestes Abenteuer der Reihe gerecht werden kann.

Direkte Fortsetzung

Nach den Ereignissen aus „Metroid Fusion“ ging man eigentlich davon aus, dass man den X-Parasiten ausgelöscht hatte. Doch als neue Bilder davon auf dem Planeten ZDR auftauchen, schickt die Föderation spezialisierte Roboter, die sogenannten E.M.M.I. auf diesen. Dort soll er überwacht und für Forschungszwecke beobachtet werden. Doch schon bald reißt der Kontakt zu den E.M.M.I. ab und so schickt man unsere Heldin Samus Aran auf den Planeten.

Dort angekommen wird relativ schnell klar, dass irgendetwas nicht stimmt. Ein mysteriöser Chozo-Krieger attackiert sie und nimmt ihr die Fähigkeit, ihre zahlreichen Fertigkeiten zu nutzen. Als wäre der Rückweg zur Planetenoberfläche so nicht schon schwer genug, trifft sie auch noch auf wildgewordene E.M.M.I.-Roboter, die nahezu unzerstörbar sind und ihr an den Kragen wollen.

 

Klassisches Metroidvania

Bei „Metroid Dread“ handelt es sich um ein Action-Adventure in 2,5D-Perspektive. So steuert ihr Samus aus der Seitenansicht durch die unterschiedlichen Locations und betriebt dabei einiges an Backtracking. Denn – den Regeln des Genres entsprechend – schaltet ihr erst nach und nach eure Fertigkeiten wieder frei und kommt so an vorher nicht erreichbare Stellen im Level.

Samus greift dabei auf altbekannte Fähigkeiten zurück, kann sich zum Beispiel in den Morph Ball verwandeln, dabei Bomben legen oder mit einem Power Sprint Mauern durchbrechen. Doch auch eure Waffen könnt ihr modifizieren und somit für zahlreiche Rätsel und Herausforderungen nutzen. Neben dem normalen Schuss und dem Einsatz von Raketen, bekommt ihr später noch einen Dreifach-Schuss oder den Grapler Beam. Mit Letzterem hangelt ihr euch an entsprechenden Stellen entlang oder könnt Hindernisse verschieben. Nach und nach ergibt sich so ein ordentlicher Fundus an Fähigkeiten, die euch das Überleben auf ZDR einfacher machen.

Wie aus dem Remake von Teil 2 gewohnt, könnt ihr auch wieder auf eine Nahkampf-Attacke zurückgreifen, mit der ihr euren Feind – das richtige Timing vorausgesetzt – erheblichen Schaden zufügen könnt.

Ich lauf’ besser weg!

Auf ZDR gibt es jedoch nicht nur Feinde, denen eure Schusswaffen gefährlich werden können. In bestimmten Abschnitten müsst ihr euch den E.M.M.I.-Robotern stellen, die eure Schritte hören  können und euch bei Sichtkontakt verfolgen bis ihr euch aus dem Staub gemacht habt. Sollten sie euch erwischen, habt ihr zwar die geringe Chance ihre Attacke zu kontern, meist gewinnt aber der E.M.M.I. und ihr seid tot. 

Glücklicherweise gibt euch das Spiel ab einem gewissen Zeitpunkt bestimmte Hilfen mit an die Hand, so könnt ihr euch zum Beispiel unsichtbar machen und werdet so von dem Roboter nicht gesehen. Die E.M.M.I. könnt ihr nur mit einem speziellen, mächtigen Schuss besiegen, den ihr nur einmal nach Erlangen nutzen könnt. Aber dann ist zumindest in dem bestimmten Abschnitt Ruhe und ihr könnt ihn endlich frei erkunden.

Und Erkunden steht in „Metroid Dread“ an vorderster Stelle. So verstecken sich in den Level zahlreiche hilfreiche Items mit denen ihr eure Lebensenergie oder den Raketenvorrat aufstocken könnt. Aber auch Teleporter und Ladestationen finden sich in den weitläufigen Arealen und machen das Spiel nach und nach zugänglicher. 

Damit es euch aber nicht zu langweilig wird, haben sich die Entwickler*innen bei MercurySteam einige fiese Endgegner aufgetaucht, die euch zwischendrin immer wieder mal gehörig Nerven kosten und mit mehreren Phasen auch ordentlich an Munition einstecken können.

 

 

Spielzeug-Samus

„Metroid Dread“ sieht vor allem im Handheld-Modus der Switch oft aus wie ein Spielzeug-Diorama und hat dadurch einen ganz besonderen Charme. Die hochauflösenden Grafiken sind hin und wieder zwar etwas farbarm geraten, gefallen aber mit ihren Details und dem generell stimmigen Stil. 

Sowohl in TV- als auch Handheld-Modus lief das Spiel während unseres Tests flüssig und ruckelfrei, von dem Stottern in den Ladebildschirmen mal abgesehen. Dennoch ist „Metroid Dread“ vor allem am Fernseher mit Pro Controller empfehlenswert, denn die – zum Ende hin deutlich überladene Steuerung – profitiert dann doch von einem ordentlichen Pad und leidet etwas unter den fummeligen Joy Cons.

Passend zur stimmigen Optik gefällt auch die musikalische Untermalung mit ihren sphärischen Klängen, die eigentlich perfekt zur Stimmung des Spiels passen. In den Kämpfen wird es dann etwas schneller und hektischer, aber auch das passt gut zum Geschehen. Eine deutsche Synchronisation ist mit an Bord, meist gibt es aber sowieso nur Dialoge in Alien-Sprache oder KI-Infos, die an die Vorlese-Funktion des iPhones erinnern.

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
4.3

FAZIT: Switch-Highlight des Jahres?

In den letzten zwei Jahren musste sich die Switch den Vorwurf gefallen lassen, dass es kaum noch richtig spielenswerte AAA-Produktionen für die Hardware gibt. Neben neuen Teilen von „Animal Crossing“ und „Monster Hunter“ gab es eben fast nur Aufgewärmtes und das ließ die Euphorie rund um die Switch etwas abfallen. Doch mit „Metroid Dread“ zeigen Nintendo und MercurySteam endlich wieder, dass es auch anders gehen kann. 

Samus’ neustes Abenteuer gefällt somit nicht nur mit seiner stimmigen Optik bestehend aus abwechslungsreichen Settings, eklig-fiesen Bossen und kleinen Details, sondern auch mit gelungenem Gameplay. Zwar ist die Steuerung nach einigen Stunden wirklich überladen und man muss sich nach dem Erlernen der ein oder anderen Fertigkeit erstmal austesten, aber durch die vielen Fähigkeiten erforscht man den Planeten nach und nach und freut sich immer über neue Abschnitte und Geheimnisse. 

Auch die Verfolgungsjagden mit den E.M.M.I. klingen nur auf dem Papier nervig und sind zum Glück eigentlich gut zu meistern. Kopfzerbrechen können aber einige Bosse bereiten, aber auch hier kommt es vor allem auf das Lernen der einzelnen Angriffsmuster an.   

Kritisieren könnte man die Story, die für „Metroid“-ferne Spieler*innen viele Fragezeichen beinhaltet und dass man doch manchmal etwas ratlos dasteht und der nächste Schritt nicht immer ganz nachvollziehbar ist. 

Dennoch…“Metroid Dread“ ist großes Kino für die Nintendo Switch und endlich mal wieder ein neuer Titel, der für viele unterhaltsame Stunden sorgen kann. 

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Über Christian Suessmeier 1674 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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