Mario Golf: Super Rush [Nintendo Switch – Review]

Sportliches Talent

Nintendos Vorzeige-Maskottchen Mario ist schon seit seinen Anfangszeiten auch immer wieder mal sportlich unterwegs gewesen. Anfangs noch als Schiedsrichter in „Tennis“ auf dem NES, dann irgendwann selber als Golfspieler, Fußballer oder Olympionike. Ein wahres Multitalent also!

Auf Nintendos aktueller Konsole kann man Mario in zahlreichen Sportspielen steuern, so unter anderem bei „Mario Tennis Aces“ und „Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen Tokyo 2020“. Doch bisher konnte keines dieser Spiele so wirklich überzeugen, trotz toller Ideen wie einem Story-Modus oder einer umfangreichen Bewegungssteuerung. Immer gab es den ein oder anderen Schönheitsfehlern, den man sonst nicht von „Super Mario“-Spielen gewohnt ist. 

In unserem Test von „Mario Golf: Super Rush“, welches Mitte Juni exklusiv für die Nintendo Switch erschienen ist, erfahrt ihr, ob vielleicht diesmal ein rundum rundes Spiel geglückt ist.

Auf in’s Golf-Abenteuer!

„Mario Golf: Super Rush“ macht schon im Intro klar, dass es hier nicht sonderlich gemütlich und bedacht zu geht. Entspannte Bälle auf dem Grün schlagen? Das ist hier zwar auch möglich, lässt aber einen Aspekt des Spiels komplett außen vor. 

Doch kümmern wir uns zunächst – wie immer an dieser Stelle – erst einmal um die enthaltene Kampagne. Im sogenannten Golf-Abenteuer erstellt ihr euch einen eigenen Spieler oder wählt aus einem bereits existierenden Mii aus und beginnt mit diesem eure Golfer-Karriere. Ausgangspunkt hier ist das beschauliche Örtchen Grünbüschel, in dem ihr eure ersten Schritte als Golfer*in macht. So lernt ihr in einem Tutorial die Grundlagen und spielt erste Kurse und Löcher. Nach und nach schaltet ihr so mehr Turniere und vor allem Areale frei, die alle besondere Eigenschafen bieten. Mal gibt es besondere Klimabedingungen zu beachten, mal Hindernisse auf den Kursen selbst. 

Für gespielte Löcher bekommt ihr Erfahrungspunkte und bei jedem Levelaufstieg könnt ihr Punkte in Kategorien wie Kraft, Ausdauer, Kontrolle oder Spin investieren. In Shops könnt ihr außerdem euer sauerverdientes Geld in neue Ausrüstung oder Kleidung stecken, die euch meist nochmal zusätzliche Fertigkeiten verleihen. 

 

 

Auf dem Grün!

Seid ihr auf dem Kurs angekommen, bietet euch „Mario Golf: Super Rush“ zwei Steuerungsvarianten an. Neben einer traditionellen Eingabemöglichkeit per Buttons am Pad und Joy Con, könnt ihr aber auch die Bewegungssensoren letztgenannter nutzen und steht wie ein echter Golf-Profi in eurem heimischen Wohnzimmer. 

Wer sich abseits der Karriere mit dem Spiel auseinandersetzen will, kann sich in on- und offline in Standard-Matches messen und dabei aus einem der zahlreichen Charaktere wählen, die alle unterschiedliche Fertigkeiten haben. Von dem klassischen Capture-the-flag-Modi inspiriert, ist Battle-Golf eine spaßige Angelegenheit bei der es um Schnelligkeit und euer Können geht. Dank verschiedener Items kann man hier seinen Mitspieler*innen das Leben herrlich schwer machen.

Den Namenszusatz „Super Rush“ hat sich „Mario Golf“ aber besonders durch einen Modus verdient, das Speed-Golf. Hier geht es nicht gemütlich von Ball zu Ball, sondern hier geht es um Zeit. Nach eurem Abschlag müsst ihr eurem Ball nämlich so schnell wie möglich hinterher und den Kurs als erster beenden. Dafür könnt ihr nicht nur einen Sprint einsetzen, ihr könnt den gegnerischen Ball sogar durch Überrennen in eine andere Richtung fliegen lassen oder schubst euren Kontrahenten und bremst ihn somit aus.

Weiterhin stellt euch das Spiel einen umfangreichen Ratgeber zur Verfügung, denn die Möglichkeiten an Schlägen mit Spins und anderen Effekten sind zahlreich. 

Kein Hole-in-one!

Auch „Mario Golf: Super Rush“ macht es deutlich: eine technisch aufgepeppte Switch wäre wirklich fein! Das Spiel sieht gut aus und macht mit seiner farbenfrohen Optik definitiv viel richtig, aber auf einigen der Kurse gibt es wirklich häßliche Ecken mit kantigen Polygonen, schlecht aufgelösten Texturen und Kantenflimmern. Besonders im mobilen Modus hat man hier die ein oder andere Einschränkung und pixelige Kanten bemerkt. Das ist man so von Nintendo eigentlich nicht gewohnt.

Die Steuerung des Spiel ist gut gelungen und die Tutorials erklären einem die Besonderheiten der verschiedenen Schlagvarianten recht gut. Das ist bei einem Golf-Spiel immer recht wichtig, um ordentlich voran zu kommen. Auch die Gestaltung der Menüs und die vielen kleinen Details in den Hubs vor den Turnieren sind recht nett und auf gewohnt hohem Nintendo-Niveau. 

Was aber gar nicht geht und schon nach wenigen Minuten für ein Abdrehen des Tons gesorgt hat, war die akustische Untermalung des Ganzen. Während es bei der Musik auf den Kursen hin und wieder ganz gute Stücke gibt, sind die Soundeffekte eine einzige Katastrophe. Dies fällt vor allem bei den Dialogen mit anderen Charakteren auf, das ständige „Hey“, „Oho“, „Hrmpf“…und Co. erinnern eher an die Teletubbies und sind wirklich fürchterlich. 

 

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
3.4

FAZIT: Nett!

Leider bewahrheitet sich auch bei „Mario Golf: Super Rush“, was ich im Vorwort schon angesprochen habe. Auch Marios neuestes Golf-Abenteuer entspricht nicht dem gewohnt hohen Nintendo-Niveau, wenn es um Spiele mit dem beliebten Klempner geht. Inhaltlich kann man nicht viel meckern: der Karriere-Modus lockt Spieler*innen zahlreiche Stunden an den Controller, auch das Leveln ist motivierend. Die verschiedenen Spiel-Modi sind eine nette Dreingabe, so richtig gekickt hat aber das eigentliche Haupt-Feature, das Speed-Golf, nicht so richtig. Dafür macht Battle Golf für einigen Runden echt Spaß!

Die größten Kritikpunkte finden sich aber auf der technischen Seite wieder. Wenn selbst ein Spiel wie „Mario Golf: Super Rush“ grafisch nicht mehr auf einem hohen Niveau abliefern kann, muss man sich entweder über die Qualität der Hardware oder die der Entwickler Sorgen machen. Spiele wie „Monster Hunter Rise“ zeigen, dass selbst die Switch doch noch zeitgemäße Optik bieten kann. Warum dann kein hauseigener Titel von Nintendo?

Von der Akustik will ich hier nicht mehr sprechen, die seltsamen Laute haben sich immer noch in meinen Gehörgängen festgebrannt und lassen mich an der geistigen Gesundheit der Entwickler zweifeln. Selten so was Schlimmes gehört.

Wer auf der Suche nach einem Arcade-Golf ist, das sich nicht zu ernst nimmt, ist mit „Mario Golf: Super Rush“ sicherlich gut beraten. Habt ihr aber auch eine PlayStation4 im Haus, greift lieber zu „Everybody’s Golf“. 

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Über Christian Suessmeier 1665 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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