Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung [Nintendo Switch]

Musou X The Legend of Zelda

Die Musou-Spiele von Omega Force sind seit Jahren ein Garant für Massenschlachten mit taktischer Komponente quer durch die Weltgeschichte. Aber auch viele beliebte Franchises wurden mittlerweile vom Studio aus Ashikaga mit einem Serien-Spinoff bedient. „One Piece“, „Fist of the North Star“, „Berserk“, „Gundam“…die Liste könnte man noch etwas fortführen.

Aber auch Nintendo nimmt die Dienste des Entwicklers mittlerweile gerne in Anspruch und ließ dort nicht nur einen „Fire Emblem“-Ableger machen, sondern gab ihnen auch eine ihrer größten Marken in die Hände, „The Legend of Zelda“.

Während der Erstling auf WiiU, 3DS und Switch sowas wie ein Best-of der Reihe war und allerlei Figuren aus der Serien-Geschichte auftreten ließ, ist der Nachfolger nun eine Vorgeschichte zum Fan-Liebling „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“.

Ob sich dieser besser schlägt als der Vorgänger und man auch abseits der Kämpfe etwas Inhalt geboten bekommt, verraten wir euch in unserem Test.

Es war einmal…

Als Link in „Breath of the Wild“ aus seinem hundertjährigen Schlaf erwacht, hat er keine Ahnung was damals eigentlich passiert ist. Auch die Spielerinnen und Spieler werden lange Zeit im Unklaren gelassen, erfahren dann jedoch nach und nach wie es zur Verheerung Ganon Besetzung kam.

Haben euch die Wächter in „Breath of the Wild“ noch das Leben schwer gemacht, ist es ausgerechnet eines dieser Wesen – wenn auch in Miniaturformat – das die Verheerung verhindern will und dafür durch die Zeit reist, um Zelda und Co. zu warnen. 

Nach einigen Nachforschungen und dem Auftauchen eines mysteriösen Turms, sind sie von der Botschaft des kleinen Wächters überzeugt und stellen sich der aufkeimenden Bedrohung entgegen. Zusammen mit Zelda, Impa und den vier Recken zieht Link nun also in die Schlacht!

 

 

Bekannte Elemente mit neuen Ideen

Dreh- und Angelpunkt von „Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung“ ist die altbekannte Karte Hyrules aus „Breath of the Wild“. Von dort startet ihr nicht nur in die regulären, etwas umfangreicheren Missionen, auch Herausforderungen und kleinere Nebenmissionen können von dort ausgewählt werden. Während es sich bei ersteren um kurze Aufträge mit einem bestimmten Zeil handelt, müsst ihr bei bei letztgenannten häufig nur irgendwelche gesammelten Materialien abgeben. Dadurch lernt ihr dann zum Beispiel neue Rezepte, ein erweitertes Moveset oder schaltet Händler frei. Dort bekommt ihr neue Lebensmittel, verbessert eure Waffen oder trainiert eure Fertigkeiten.

In den Herausforderungen geht ihr nicht nur mit Link an den Start, hier dürft ihr auch immer wieder mal die anderen Charaktere spielen und deren Werte somit verbessern. Das sorgt für ordentliche Abwechlsung!

Aber wir sind ja nicht hier für die kleinen Kloppereien und Aufträge zwischendurch, oder? Was passiert denn auf dem Schlachtfeld?

Gegnermassen und Physikspielereien

Schön, dass ihr fragt. In den großen Missionen selber ist „Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung“ ein Musou durch und durch. Meist zieht ihr mit mehreren Helden auf das Schlachtfeld und müsst bestimmte Aufträge erledigen, so zum Beispiel Vorposten befreien oder andere Hauptmänner im Kampf unterstützen. Neben zahlreichen Standardfeinen in Hundertschaften gibt es aber auch immer wieder mal größere Feinde, deren Schwachpunktanzeige ihr zunächst einmal leeren müsst, dann sind sie aber für einen Schmetterangriff anfällig und leicht zu besiegen. Generell verfügt eure Figur immer über einen leichten und einen schweren Angriff, die Kombination aus beiden macht es hier aber wieder einmal aus.

Wie in „Breath of the Wild“ können Link und Co. dank dem Shieka-Stein allerlei Modulkräfte anwenden. So werft ihr Bomben auf die Feinde, lähmt diese mit dem Stasiseffekt oder schlagt mit einem Eisenblock um euch, den ihr dank Magnetkraft bewegen könnt. Auch einen Eisblock könnt ihr erzeugen, der – falls im Wasser ausgelöst – Feinde erfrieren lässt oder euch in die Lüfte katapultiert und den Feind auflaufen lässt. Mit Hilfe des Zauberstabs sind außerdem Feuer-, Eis- und Elektrokräfte einsetzbar. Dieser und die Modulkräfte müssen sich aber nach deren Einsatz erstmal wieder aufladen.

Da die Wege oft weit sind und man hin und wieder doch unter Druck gerät, um pünktlich an Punkt A oder B zu sein, kann man seine Gefährten auch schon mal losschicken, während man sich selber noch um die anderen Feinde kümmert. Mit dem D-Pad kann man dann durch die Verbündeten wechseln, die alle andere Standardattacken haben. 

Übrigens kann man in vier Missionen auch in die Rolle der Titanen schlüpfen. Diese steuert man fast aus einer Ego-Ansicht und kann mächtige Angriffe auf tausende von Gegner prasseln lassen.

 

 

Zeitloser Stil

Der leicht minimalistische Stil von „Breath of the Wild“ findet auch in „Hyrule Warriros: Zeit der Verheerung“ Verwendung und zieht so eine ganz deutliche Verbindung zwischen den beiden Spielen. Manchmal fühlt es sich gar wie ein actionreicher Nachfolger an. Viele der Level und Orte sind altbekannt an, wenn man den „Vorgänger“ gespielt hat und das trägt ungemein zum Komfort des Spiels bei.

Die Kämpfe sind spaßig und gehen leicht von der Hand, wenn man sich an die vielen Bedienungselemente und -optionen gewöhnt hat. Gerade die Kombination von einfachen Angriffen mit Spezialattacken lassen einen nach kurzer Zeit wie den Helden fühlen, der Link und die anderen sind.

In Sachen Musikuntermalung und Soundeffekten kann man auch nicht viel meckern. Hier wird gewohnt hohes Niveau erreicht, was das Geschehen perfekt untermalt. Sowohl im TV- als auch Handheld-Modus konnte das Spiel großteils mit flüssigem Gameplay überzeugen, hier und da waren mal kleinere Ruckler zu bemerken. Diese störten aber nicht sonderlich.

 

 

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
4.3

FAZIT: „Breath of the Wild“ meets Action

Die Skepsis zu „Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung“ war vor allem dem Vorgänger geschuldet. Dieser war zwar ganz ok, aber wirkte wie ein Musou mit „The Legend of Zelda“-Skins. Der Nachfolger fühlt sich da schon ganz anders an und das nicht nur wegen der Story. Auch in Sachen Design und Grafik wirkt der Titel wie eine Fortsetzung von „Breath of the Wild“ beziehungsweise ein Prequel. Dies macht das Spiel automatisch hochwertiger, aber auch das Gameplay stimmt einfach.

Zwar hat man es sich mit den Nebenmissionen, in denen man einfach ein paar Materialien oder Zutaten abgibt, etwas arg einfach gemacht, aber die eigentlichen Story-Missionen sind unterhaltsam und nicht zu lang. Das Aufleveln und Verbessern der Heldinnen und Helden sowie der Waffen ist motivieren, die Physikspielereien mit Feuer, Eis & Co. genauso unterhaltsam wie in „Breath of the Wild“. „Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung“ ist die perfekte Unterhaltung bis zum Release eines neuen, „richtigen“ „The Legend of Zelda“-Abenteuers.

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Über Christian Suessmeier 643 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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