Fitness Boxing Fist of the North Star [Nintendo Switch – Review]

Es lebe der Sport!!

Seitdem Nintendo mit der Wii die Bewegungssteuerung bei Videospielen revolutioniert hat, findet man regelmäßig Fitness- und Sportspiele auf den aktuellen Plattformen des Unternehmens, die zum Mitmachen motivieren. 

Auch die Switch kann dank ihrer abnehmbarer Joy-Cons und deren technischer Features für solch schweißtreibende Zwecke genutzt werden, neben „Nintendo Switch Sports“ gibt es vor allem zahlreiche Spiele von Drittherstellern. Eine der bekannteren Marken dürfte dabei „Fitness Boxing“ sein, welches mittlerweile schon aus zwei Teilen besteht und bei Entwickler Imagineer entstanden ist.

Und genau dieses Studio hatte nun eine kongeniale Idee. Was wäre, wenn man das erfolgreiche Workout-Spiel mit einer zugkräftigen Anime-Lizenz verknüpfen könnte? Am besten mit einer, die sowieso schon für Muskeln, Faustkämpfe und viel Power steht? 

Das Ergebnis hört nun auf den Namen „Fitness Boxing Fist of the North Star“ und erschien vor einigen Wochen für die Nintendo Switch. Wir haben uns das verrückte Crossover mal genauer angeschaut und verraten euch, ob es das Geld wert ist.

Your are already…fit?!?

„Fist of the North Star“ ist eine Marke, die man vor allem als Anime- und Manga-Jünger der 90er Jahre kennen dürfte. Damals machte vor allem der abendfüllende Animationsfilm von sich reden. Blutfontänen, platzende Köpfe und eine hoffnungslose Endzeitstimmung waren für damalige Verhältnisse nämlich nichts, was man von einem Zeichentrickfilm erwartete. Doch leider verschwand die Franchise im deutschsprachigen Raum relativ schnell wieder von der Bildfläche, unter anderem wurde ein Release des klassischen Manga nach wenigen Bänden wieder eingestellt. 

Doch gerade in Japan ist das Werk von Tetsuo Hara und Buronson auch vierzig Jahre nach Erstveröffentlichung immer noch ein Dauerbrenner. Und auch im Westen rückt dieser zeitlose Klassiker der Manga-Kunst endlich wieder in den Fokus der Fans, so gibt es unter anderem aktuell eine Veröffentlichung des Comics in einer wunderschönen Master Edition.

In Sachen Videospielen fand sich „Fist of the North Star“ aber schon häufiger in den Laufwerken wieder, so zum Beispiel in Form des Musou-Ablegers „Ken’s Rage“ oder dem „Yakuza“-Spin-off „Lost Paradise“. Vor allem Letzteres konnte damals mit einer coolen Umsetzung der Vorlage punkten und machte viel Spaß!

Und jetzt muss Held Kenshiro, den man vor allem durch die Narben auf seiner Brust und seinem ikonischen Spruch „You are already dead!“ kennt, euer Fitness-Level wieder auf Vordermann bringen.

Tägliche Qual

Wer schon einmal mit der Wii oder einer ähnlichen Bewegungssteuerung gespielt hat, wird sich auch hier recht schnell zurechtfinden. Die Joy-Cons werden also von der Switch abgenommen, in beiden Händen platziert und im besten Fall noch mit den Straps am Handgelenk befestigt. So könnt ihr dann das komplette Spiel ganz normal bedienen, in den Workouts und Kämpfen nehmt ihr dann eine klassische Boxer-Haltung ein. Hier gibt euch das Spiel sowohl den richtigen Stand vor, als auch eine Einweisung in die unterschiedlichen Schlagarten.  

Die Struktur von „Fitness Boxing Fist of the North Star“ orientiert sich an gängigen Sportspielen dieser Art. So steht im Zentrum des Ganzen euer tägliches Workout, das euch nach und nach fitter werden lassen soll. Bevor es hier in die Vollen geht, müsst ihr lediglich ein paar Angaben zu eurem Körper machen und euer Ziel festlegen. Wollt ihr lieber Gewicht reduzieren oder Muskeln aufbauen? Je nach Wahl, wird euch das Spiel mit entsprechenden Workouts quälen…äh…dienen.

Habt ihr eure tägliche Routine erledigt, stehen aber noch weitere Modi zur Verfügung. So könnt ihr euch im freien Training austoben oder ihr startet eine Runde „Kampf“ und haut dort bösen Buben auf die Nase. 

Für das Erledigen von Tages-Missionen oder dem Abhaken von Erfolgen, spendiert euch das Spiel dann virtuelle Punkte. Diese könnt ihr anschließend im Laden gegen neue Songs, weitere Trainer und neue Outfits für diese ausgeben.

Fanservice deluxe

In Sachen Technik kann „Fitness Boxing Fist of the North Star“ überzeugen. Zwar sind einige der Hintergründe in den Kämpfen und Workouts recht trist, aber fällt das ehrlicherweise nicht so sehr auf. Man ist sowieso damit beschäftigt, die richtigen Schläge und Aktionen im richtigen Rhythmus auszuführen, so dass man eher auf das Geschehen im Vordergrund achtet.

Das Spiel erkennt die Bewegungen recht gut, allerdings ist es wie bei so vielen anderen Sportspielen dieser Art auch: man kann das ganze auch im Sitzen machen und nur ein bißchen mit den Händen herumfuchteln. Denn letztlich ist die Erkennung eurer Bewegungen nicht so exakt, dass sie den kompletten Ablauf des Schlags erkennen kann. 

Sehr gut gelungen ist die Präsentation des Spiels, die sich einfach komplett an der Vorlage orientiert. Egal ob Musik, Charaktere oder ikonische Moves, da hüpft das Fan-Herz ganz schnell mal ganz hoch.

Schade ist nur, dass es keine japanische Synchro für das Spiel gibt. Die englischen Stimmen machen zwar auch einen guten Job, alles in allem wären aber die Original-Sprecher*innen halt doch die Kirsche auf der Torte gewesen. 

©2023 Imagineer Co., Ltd. ©Buronson & Tetsuo Hara/COAMIX 1983 Approved No.EB-212

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
3.6

FAZIT: Schweißtreibende Angelegenheit

„Fitness Boxing Fist of the North Star“ ist mal wieder einer dieser typischen Fälle von Sportspiel und kann in zwei Extremen gespielt werden. Denn der Titel kann euch durchaus zum Schwitzen bringen und – vom Tester in der Praxis bestätigt – Muskelkater erzeugen. So solltet ihr das Warmmachen vor den eigentlichen Box-Partien ernst nehmen und auch auf die Anweisungen zu Körperhaltung und Muskelspannung hören. Wer mit einem Vorschaden unkontrolliert vor dem Fernseher herum hampelt, könnte ganz schnell die Quittung dafür bekommen. Ihr werdet durch „Fitness Boxing Fist of the North Star“ sicherlich nicht zum Box-Superstar, aber für ein paar Grundlagen und das Verbrennen von Kalorien ist es sicherlich geeignet.

Wer den Titel aber nur mal kurz und ohne viel Anstrengung anspielen will, nimmt gemütlich auf dem Sofa Platz und bewegt im passenden Moment mal den Joy-Con nach vorne. So kennt man das ja aber auch von anderen Genre-Vertretern!

Grafisch hätte Entwickler Imagineer noch etwas mehr in die Technik-Kiste greifen können, auch ein aufwändigerer Story-Modus wäre vielleicht eine schöne Idee gewesen. Ebenso ist der Preis von 50,-€ recht happig…somit spricht man erst mal vermutlich nur Hardcore-Fans von „Fist of the North Star“ an.

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Christian Suessmeier
Über Christian Suessmeier 3855 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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