Der Pate

  • Informationen zum Film
  • Der Pate

  • Originaltitel:
    The Godfather
    Genre:
    Krimi, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1972
    Kinostart Deutschland:
    24.08.1972
    Kinostart USA:
    24.03.1972
  • Inhalt
  • Don Vito ist das Oberhaupt der Familie Corleone. Mit ihm an der Spitze kontrolliert der Corleone-Clan alle Mafia-Familien in New York. Vito duldet keinen Widerspruch und führt gemeinsam mit seinen Söhnen ein strenges Regime. Doch sein Imperium bekommt Risse, als er sich weigert, gemeinsam mit den anderen Dons in das Rauschgiftgewerbe einzusteigen. Seine ablehnende Geschäftspolitik ruft Konflikte mit den anderen Familien auf den Plan, die darauf abzielen, den alten Don zu entmachten. Die Position der Corleone-Familie gerät in Gefahr, als Vito auf offener Straße niedergeschossen wird. Nur schwer verletzt überlebt er den hinterhältigen Anschlag auf sein Leben. Vitos Sohn Sonny übernimmt vorübergehend die Familiengeschäfte und provoziert einen regelrechten Krieg zwischen den Familien. Nach Sonnys Ermordung liegt es an Michael, die Geschäfte seines Vaters wieder aufzunehmen und sein Erbe als neuer Don anzutreten...
  • Filmkritik
  • 1971 befand sich Hollywood an einem historischen Wendepunkt.Die Traumfabrik drohte ihre Vormachtstellung in der Filmwelt zu verlieren. Nicht mehr zu übersehen war die starke, unaufhaltsame Konkurrenz, insbesondere aus Europa. Die US-Filmindustrie schlitterte in eine schwere Krise. Folglich steckte auch Paramount in das nächste Projekt keine großen Erwartungen, für das man den noch unbekannten, nichtsdestotrotz zielstrebigen, jungen Regisseur Francis Ford Coppola verpflichtete. Erste Szenen gaben den Befürchtungen des Studios recht. Das Projekt war zum Scheitern verurteilt. Coppola drohte der Rausschmiss. Nur Hauptdarsteller Marlon Brando konnte diesen noch verhindern. Letztendlich durfte Coppola den Film zu Ende drehen und das Unmögliche geschah. Der vorprogrammierte Studioflop wird weltweit zum Rekorde brechenden Kassenfüller und mit einem Einspiel von 245 Mio. US $ einer der erfolgreichsten Filme der Siebziger. Von Coppolas epischer und zugleich tiefgehender Mafia-Chronik zeigen sich sowohl Kritik als auch Zuschauer gleichermaßen hellauf begeistert. "DER PATE" - das "Opus Grande" der Filmgeschichte war geschaffen.

    Die Mutter aller Mafiafilme...
    Damals wie heute fasziniert und beeindruckt uns Coppolas packende und authentische Leinwandadaption nach Mario Puzos Romanbestseller. In unglaublich stimmungsvollen, detailgetreuen Bildern und mit sehr viel Feingefühl in der Charakterzeichnung schildert Coppola eine Geschichte von epischer Bandbreite über moralische und menschliche Gegensätze, familiäre Tragödien, Machtübergabe und damit verbundene Generationenkonflikte innerhalb einer Mafiafamilie. Sein Werk avancierte zum Prototyp eines ganzen Genres, war Auftakt einer neuen Welle in Hollywood, beeinflusste den weiteren Werdegang der amerikanischen Filmindustrie und inspiriert bis heute Filmemacher in aller Welt. "Der Pate" erlebte 1974 und 1990 noch zwei hervorragende Fortsetzungen und musste dutzende Nachahmer erdulden, aber kein nachfolgender Film sollte sich mit Coppolas beeindruckender und komplexer Charakterstudie messen können und an die Klasse des legendären Originals heranreichen.

    Einen großen Beitrag zum gigantischen Erfolg trug das von Coppola und Puzo oscarprämierte Drehbuch bei, welches sich besonders um detailreiche Authentizität und facettenreiche und realistische Charaktere bemüht. Schlichtweg atemberaubend ist die unglaublich schöne Optik und edle Atmosphäre des Films. Von der stimmungsvollen Hochzeitsszene am Anfang, den düsteren Zimmern des Dons, den Außenszenen des New Yorks aus den 40ern, bis hin zu den poetischen und sinnlichen Aufnahmen der sizilianischen Landschaft. Jede Szene aus dem Film könnte man reinrahmen und sich zuhause über den Kamin hängen. Die ungewöhnlich starke Bildsprache dieses Meisterwerks bleibt auch 30 Jahre später eindrucksvoll erhalten und hat nichts von ihrer ergreifenden Intensität verloren. Gleichermaßen überzeugt auch Nino Rotas unverkennbare Musik, deren sizilianische Klänge sich in den ausdrucksstarken Bildern wie der Geschmack eines guten Weines langsam entfalten.

    Überdurchschnittlich und unvergessen bleiben auch die schauspielerischen Leistungen in Coppolas unsterblichem Mafia-Epos. Im Besonderen natürlich Hollywoodlegende Marlon Brando in der bedeutsamsten Rolle seines Lebens. Die Karriere des 2004 verstorbenen Weltstars begann mit der adaptierten Broadwayverfilmung von Tennessee Williams' Klassiker "Endstation Sehnsucht" ("A Streetcar Named Desire"). Weltruhm erlangte der zweifache Oscarpreisträger durch Elija Kazaans gefühlvollem, mehrfach ausgezeichnetem "Die Faust im Nacken" ("On the Waterfront"), ehe er mit dem Bikerfilm "Der Wilde" ("The Wild One") zur Kultikone einer ganzen Generation aufstieg und sich damit einen Platz im Olymp der unsterblichen Kinolegenden sicherte. Brando beherrscht den italo-amerikanischen Mafiapaten bis zur Perfektion. Er spielt nicht Vito Corleone, er IST Vito Corleone. Mit einer speziell angefertigten Zahnprothese (nur für den Screentest fanden die "berühmt-berüchtigten" Wattebällchen Verwendung) wurden die Wangen des Schauspielers ausgepolstert. Darüberhinaus spricht bzw. nuschelt (mehr als sonst) der künstlich gealterte Brando mit italienischem Akzent und lässt seine Augenlider nur halb geöffnet. Marlon Brandos überragende und äußerst charismatische Performance steht naturgemäß über alle anderen schauspielerischen Leistungen. Die Figur des Mafiaoberhauptes Vito Corleone (im zweiten Teil von "Taxifahrer" Robert De Niro verkörpert) festigte den unsterblichen Mythos der Patenfilme.

    Ihm zur Seite steht sein Sohn Michael, der Sympathisant und zentrale Charakter des Films. Anfangs möchte er sich vom Familiengeschäft raushalten, entwickelt sich aber zusehends zu einem gewissenlosen Machtmenschen, einem kühl kalkulierenden Don, der später, um seine Autorität zu bewahren, nicht davor zurückschreckt, seinen eigenen Bruder zu töten. Charakterdarsteller und Oscarpreisträger Al Pacino ("Scarface") stellt in der Rolle des Michael einmal mehr sein schauspielerisches Genie unter Beweis und schafft mit seinem sehr zurückhaltenden Spiel eine beunruhigende Aura um seinen Charakter. Gleichzeitig kann sich das Publikum sehr gut mit ihm identifizieren. James Caan als hitzköpfiger Sonny Corleone erweist sich mit seiner aufbrausenden Art als Idealbesetzung und zeigt dem Zuschauer die kompromisslose und überaus brutale Seite der Mafia. John Cazale als tollpatschiger Fredo Corleone, Robert Duvall als Tom Hagen, der Consilieri des Dons, und der Rest des bis in die Nebenrollen perfekt besetzten Casts wissen gleichermaßen zu überzeugen.

    Mein Fazit: Francis Ford Coppolas mit 9 Oscarnominierungen geadelter "Der Pate" ist bis heute unumstritten DAS unerreichte Meistwerk der Filmgeschichte: episch, fesselnd, mitreißend, tragisch, überwältigend - schlichtweg genial in allen Belangen und zu Recht einer der besten Filme aller Zeiten! Diese "cineastische Götterspeise" gehört zu den letzten Sternstunden Hollywoods und man sollte sich Coppolas oscarprämierten Meilenstein schon alleine wegen den überragenden schauspielerischen Darbietungen keinesfalls entgegen lassen. Kinomagie pur!
  • Wertungen
  • Story
    5,0
    Musik:
    5,0
    Unterhaltung:
    5,0
    Anspruch:
    5,0
    Spannung:
    5,0
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    5,0
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ø Wertung: 9,3/10 | Wertungen: 31 | Kritiken: 0

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