Dänische Delikatessen

  • Informationen zum Film
  • Dänische Delikatessen

  • Originaltitel:
    De grønne slagtere
    Genre:
    Komödie, Drama
    Produktionsland:
    Dänemark
    Produktionsjahr:
    2003
    Kinostart Deutschland:
    19.08.2004
  • Inhalt
  • Bjarne (Nikolaj Lie Kaas) und Svend (Mads Mikkelsen) haben die Nase voll davon, in den Hinterräumen Würste aufzuhängen und sich von ihrem Chef Unverschämtheiten anzuhören. Die beiden Metzger machen kurzentschlossen ihren eigenen Laden auf. Doch die Kundschaft bleibt aus. Bis ihr ehemaliger Chef bei ihnen hämisch Party-Catering bestellt, der neurotische Svend von seiner Freundin verlassen wird und zu allem Überfluss auch noch einen Elektriker tot im Kühlraum vorfindet. Hart an der Grenze zur Unzurechnungsfähigkeit entwickelt Svend eine neue Kreativität und ein neues Filet nach eigenem Rezept. Die Gemeinde bekommt Heißhunger auf die neue Spezialität und die beiden haben alle Hände voll zu tun, für Nachschub zu sorgen und ihr Rezept zu hüten.
  • Filmkritik
  • I Danmark spiser de menneske


    Beim deutschen Titel fällt einem sofort „Delikatessen“ ein, was kaum die Absicht des Autors gewesen sein kann (der Originaltitel „The Green Butchers“ verweist auf Status, Talent und farbliche Vorlieben der Metzger). Aber Gemeinsamkeiten tun sich zwischen den beiden auf. Auch hier kommt Menschenfleisch auf den Tisch und zumindest Svend hat gehörig einen an der Waffel. Nicht nur in französischen Wohngemeinschaften oder im amerikanischen Outback bereichert man gerne den Speiseplan menschlichen Überbleibseln. Auch im beschaulichen Dänemark ist es also soweit.

    Wer bei dieser Handlungsskizze und bei Regisseur und Autor Anders Thomas Jensen (Flickering Lights, In China essen sie Hunde, Mifune, Open Hearts, Skagerrak, Wilbur Wants To Kill Himself, Stealing Rembrandt) eine schwarze Komödie erwartet, liegt nicht ganz falsch. Von den offen komischen Stellen abgesehen, ist der Humor so Kühlraum-temperiert wie das gelagerte Arbeitsmaterial. Mehr als einmal gefriert einem das Lachen im Leib.

    Mads Mikkelsen darf den Vollpsycho geben, der hinter der Mauer aus Minderwertigkeitskomplex und Perfektionsneurose hervorbricht. Eine fiese Frisur räumt seiner Stirn und seinem einprägsamen Gesicht noch mehr Platz ein. Eine Aufforderung zum Mienenspiel, der Mikkelsen als Schweiß-Svendt nachkommt und – von Nikolaj Lie Kaas als seinem Kompagnon noch übertroffen wird. Dem reicht ein Blick und die kurze An- oder Entspannung einiger Gesichtsmuskeln, um seine Sätze zu illustrieren oder stumm zu reden. Line Kruse, Ole Thestrup und Bodil Jørgensen ergänzen den guten Cast.

    Schon nach der ersten Viertelstunde wird klar, dass Jensen sich nicht nur auf skurrile Einfälle, Situationskomik und Tempo verlässt. Seine Protagonisten sind Träger unserer Sympathie im etymologischen Wortsinne. Indem er die Figur des Bjarne mit einer alten Familiengeschichte konfrontiert, aus der ein neuer Konflikt und eine Bedrohung seiner Liebe erwachsen, führt Jensen seine bedauernswerten Schlachter an den Rand des Tragischen. Doch er will ihnen weder Fallhöhe noch Fall zugestehen. Nicht nur, dass sich Jensen sich nicht mit einem Genre in Reinkultur aufhält, er inszeniert auch nicht eine Geschichte allein. Obwohl er einem großen Handlungsstrang treu bleibt, bringt er neben Svendts und Bjarnes Treiben auch Bjarnes Beziehungen zu seinem Bruder und seiner Freundin ein. Das bleibt manchmal sehr ausschnitthaft. Gerade die Liebe zwischen einem Skelette sammelnden Metzger und einer Friedhofsbediensteten hätte noch mehr Potential gehabt. So bleibt Dänische Delikatessen eine skurrile Komödie mit ernsten Tönen, tragischen Zügen und kleineren Lücken.
  • Wertungen
  • Story
    3,5
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
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Userkritiken

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Der Drehbuchautor von „In China Essen sie Hunde“ schrieb bei diesem Film nicht nur das Skript sondern führte auch Regie. Anders Thomas Jensen, fast schon als dänisches Pendant von Quentin Tarantino zu bezeichnen, schuf auch in diesem Film wiede...

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geschrieben am 24.07.2011 um 20:03

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ø Wertung: 7,6/10 | Wertungen: 7 | Kritiken: 1

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