Vergiss mein Nicht!

  • Informationen zum Film
  • Vergiss mein Nicht!

  • Originaltitel:
    Eternal Sunshine of the Spotless Mind
    Genre:
    Romanze, Sci-Fi, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2004
    Kinostart Österreich:
    20.05.2004
    Kinostart Deutschland:
    20.05.2004
    Kinostart USA:
    19.03.2004
  • Inhalt
  • 'The world forgetting, by the world forgot: Eternal sunshine of the spotless mind! Each prayer accepted and each wish resigned' (Alexander Pope)

    Jemanden aus seinen Gedächtnis zu streichen wird selten so wörtlich genommen wie in Michel Gondry's ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND. Als ihre Beziehung in die Brüche geht, beschließen sowohl Joel (Jim Carrey), als auch Clementine (Kate Winslet) den Trennungsschmerz medizinisch zu umgehen. In der Praxis von Dr. Howard Mierzwaik (Tom Wilkinson) unterziehen sie sich seiner 'Behandlung' - sie lassen jedwede Erinnerung an den jeweils anderen aus ihren Gedächtnis löschen!

    Zunächst wird eine virtuelle 'Karte' aller Erinnerungen an die zu löschende Person angefertigt und in den Computer gespeist. Anschließend werden diese Erinnerungen im Gedächtnis des Patienten systematisch aufgespürt und gelöscht. Doch als die Assistenten von Dr. Mierzwaik (Elijah Wood, Thomas Jay Ryan) die Prozedur bei Joel durchführen, tritt ein unerwartetes Problem auf. Joel's Unterbewusstsein wehrt sich dagegen, er versucht an den Erinnerungen an Clementine festzuhalten. Während die Ärzte ihre Software nachjustieren, flüchtet Joel in die entlegendsten Winkeln seines sich langsam auflösenden Verstandes. Er geleitet Clementine in Erinnerungen, in denen sie ursprünglich gar nicht vorkommt (zB. seine Kindheit), um den Löschvorgang in die Irre zu führen und ihn womöglich aufzuhalten...
  • Filmkritik
  • Format C: -----
    ETERNAL SUNSHINE... ist ein Film über vergessen und vergessen werden. Was anfänglich als emotionell einfache Lösung des Trennungsschmerzes anmutet, entpuppt sich immer mehr zum absurden Wahnwitz. Menschen, die gestern noch sehr intim miteinander waren, sind heute nicht einmal mehr in der Lage sich an den anderen überhaupt zu erinnern. Tut uns leid, sie wurden gelöscht - ihr(e) Partner(in) war eben nicht glücklich mit ihnen.... Ruft man sich die Schlusseinblendung von AMORES PERROS in Erinnerung ('We are also what we have lost'), ahnt man schon wo die Problematik für den Patienten liegt. Wenn schon im vergessen nicht das wirkliche Seelenheil für die Filmfiguren liegt, dann schon gar nicht im vergessen werden. Besteht die Welt aus Fremden, die man vielleicht früher einmal sehr gut kannte? Erinnert sich überhaupt noch wer an mich? Existiere ich noch für die Welt? Und was passiert eigentlich, wenn sich die 'gelöschten' Exliebhaber erneut anziehend finden.....?

    The Mind Is a Terrible Thing to Taste -----
    Was in meiner Inhaltsangabe als linear erzählter Film wirkt, entpuppt sich im Kino als das exakte Gegenteil. Genauso wenig wie sich Erinnerungen und Eindrücke oftmals keinen linearen Schema unterordnen, wird Joel's 'Karte' der Erinnerungen zum puzzelartigen und irrwitzigen Bilderreigen, der jedwedes Zeitgefühl durcheinander wirbelt. Diese hoch komplexe Erzählweise wird zusätzlich durch viele surreale Elemente unterstützt, welche die Aufmerksamkeit des Zuseher vollständig für sich beansprucht. Ein Großteil des Films spielt eben im Kopf der Hauptfigur. Hat man sich mit dem Konzept erst mal angefreundet, bietet ETERNAL SUNSHINE... ein erlesenes und höchst originelles Potpourri aus köstlich absurden Situationen, irrwitzigen Pointen und sehr subtil gezeichneten Emotionen, die nahezu jede 'Romantic Comedy' der letzten Jahre als inhaltlich platte Gefühlsduselei dastehen lässt.

    Confessions of a Dangerous Mind -----
    Das Script zu ETERNAL SUNSHINE... stammt vom wahrscheinlich originellsten Drehbuchautor dieser Tage - Charlie Kaufman! Bereits mit seinen Scripts zu BEING JOHN MALKOVICH (1999) und ADAPTATION (2002) stellte er sein hervorragend entwickeltes Gespür für gleichsam intelligente, unterhaltsame und hochgradig absurde Themen und Situationen unter Beweis, und ist dem Zuseher dabei immer mindestens zwei Schritte voraus. Für eine perfekte Umsetzung seiner köstlich irren Story sorgen die differenzierten Darstellungen der Schauspieler. So benötigt zB. Elijah Wood in seinen ersten, wundervoll schrägen, Auftritt gerade mal 3 Sekunden, um sich vom 'Frodo' Image zu lösen. Die emotionelle Palette von Kate Winslet wird in lediglich 100 Minuten weitaus breiter gefächert als in drei Stunden TITANIC und Jim Carrey lässt nach THE TRUMAN SHOW und MAN ON THE MOON keinen Zweifel mehr daran bestehen, dass er auch als Charakterdarsteller imstande ist große Leistungen zu bringen. Bemerkenswert ist auch die Regie des Franzosen Michel Gondry (HUMAN NATURE). Effizient eingesetzte Unschärfen visualisieren den sich auflösenden Verstand der Hauptfigur, Kameraschwenks verbinden in flüssiger Weise auch komplexe Einstellungen miteinander, ohne sich den 'Luxus' eines Schnitts zu leisten, und überwinden dabei scheinbar mühelos alle zeitlichen und räumlichen Grenzen und Gesetze. Andererseits ist die Inszenierung aber wiederum zurückhaltend genug, um den Schauspielern Raum für ihre erstklassigen Performances zu bieten. Der sparsame Einsatz der CGI's lässt ein differenziertes Verständnis für Ausgewogenheit und Maß erkennen, und somit fügt sich der Film (samt Regie) zu einer effizienten und stilvollen Umsetzung seiner Geschichte zusammen.

    ETERNAL SUNSHINE... ist einfühlsam inszenierte, niveauvolle und ziemlich extravagante Unterhaltung mit inhaltlichen Tiefgang. Ohne Zweifel ein Highlight im heurigen Kinojahr!
  • Wertungen
  • Story
    5,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    4,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
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