Lebendig gefressen

  • Informationen zum Film
  • Lebendig gefressen

  • Originaltitel:
    Mangiati vivi!
    Genre:
    Abenteuer, Horror
    Produktionsland:
    Italien
    Produktionsjahr:
    1980
    Kinostart Deutschland:
    10.04.1980
    Kinostart USA:
    18.10.1985
  • Inhalt
  • In New York werfen mysteriöse Mordfälle einige Rätsel auf. Immer wieder werden Männer und Frauen die Opfer eines mit einem Blasrohr bewaffneten Mannes. Schliesslich gelingt es der Polizei den Attentäter in die Enge zu treiben - doch leider wird dieser kurz vor seiner Verhaftung das Opfer eines Verkehrsunfalls. In der Tasche des Toten entdecken die Polizisten schliesslich einen 8 Millimeter Film - und dieser zeigt die grausamen Rituale einer mysteriösen Sekte in Neu Guinea. Durch die Polizei erfährt die junge Sheila von der Existenz des Films und hofft nun, durch die nach Neu Guinea zielenden Hinweise das Schicksal ihrer kürzlich verschollenen Schwester zu klären. Ein Wagnis - eine gefährliche Expedition in die tiefen Regenwälder von Neu Guinea.
  • Filmkritik
  • Am 10. April 1980 feierte die italienische Produktion 'Mangiati Vivi' ihre Geburtsstunde in den deutschsprachigen Lichtspielhäusern. Der deutsche Verleih Alemannia Arabella verlieh dem Film den reißerischen Titel 'Lebendig gefressen' und die Kinos garnierten ihre Schaukästen in einer für heutige Verhältnisse unvorstellbaren Form mit Aushangfotos die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen. Der für diese Produktion zuständige Regisseur Umberto Lenzi liess es sich darüberhinaus nicht nehmen, seiner Story den Hauch eines halbdokumentarischen Charakters zu verleihen.

    Die in dem Film gezeigte Purifikationssekte existierte nämlich durchaus auch in der Realität, allerdings in abgewandelter Form und war zwei Jahre zuvor - im Sommer 1978 - durch einen Massenselbstmord in die Schlagzeilen geraten. Ganz offensichtlich wollte Regisseur Lenzi die zu diesem Zeitpunkt noch sehr frische Tragödie publikumswirksam ausschlachten - und so vermische er Fiktion und Realität. Aus Sicht des Genrefans bietet 'Mangiati Vivi' einige harte Effekte im üblichen Stil des kannibalistischen Subgenres.

    Leider ist ein nicht unbeachtlicher Teil der im Film gezeigten Effekte aus bereits vorher produzierten Genrebeiträgen herausgeschnitten und in das Endprodukt 'Mangiati Vivi' hinein kopiert worden. Diese Dreistigkeit dürfte zumindestens dem erfahrenen Genrefan schon beim ersten Hinsehen ins Auge fallen. Die Crew rund um Herrn Lenzi war offensichtlich zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt als das sie sich noch um die eigene Gestaltung von Tieraufnahmen oder gar Spezialeffekten hätte kümmern können.

    Insbesondere der von Sergio Martino im Jahre 1978 produzierte Streifen 'Mountain of the Cannibal God' der in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter dem Titel 'Die weisse Göttin der Kannibalen' vermarktet wurde, musste für zahlreiche verwendete Kameraeinstellungen herhalten. Lenzi kopierte aus diesem Film sowohl einige Szenen welche Tiersnuff beinhalteten, als auch einige Einstellungen welche dem Zuschauer die Brutalität der Kannibalen vor Augen führen sollten.

    Für die weibliche Hauptrolle in 'Manigiati Vivi' wurde die damals noch sehr junge Janet Agren verpflichtet, welche die Kinozuschauer bereits wenige Monate später (Herbst 1980) in dem von Lucio Fulci kreierten Film 'Ein Zombie hing am Glockenseil' wieder zu Gesicht bekommen sollten, dort spielte Janet die Rolle des jungen Mediums 'Sandra'. Die schauspielerischen Leistungen der Darsteller in dem Genrebeitrag 'Mangiati Vivi' bewegen sich auf dem gewohnten Niveau - lediglich Ivan Rassimov in der Rolle des Sektenfüheres Jonathan sticht ein wenig unter der eher grau in grau wirkenden Riege von Schauspielern ein klein wenig hervor.

    Kurioserweise lässt sich der Film 'Lebendig gefressen' trotz der bereits erwähnten Unverschämtheiten seines Regisseurs und der gewohnt durchschnittlichen Akteure noch in das Mittelmaß des Kannibalengenres einordnen. Um in die höher gelegenen Regionen des Subgenres vorzustoßen fehlt dieser Produktion die durchdachte Regiearbeit eines 'Cannibal Holocaust' oder die qualitativ wesentlich besseren Splattereinlagen eines 'Cannibal Ferox'. 'Mangiati Vivi' ist - gemessen am Genre - weder Kaviar noch Magerkost sondern ein kleiner Happen für zwischendurch der einmal verschluckt auch schnell wieder vergessen wird.

    Die DVD aus der Bloodedition von Laser Paradise liefert gemessen an Budget und Alter des Films eine respektable Bild-und Tonqualität. Der Silberling beinhaltet den Film in mehreren verschiedenen Fassungen. Eine der zur Verfügung stehenden Versionen entspricht der alten deutschen Kinofassung, während die beiden anderen und länger dauernden Versionen geringfügig mehr Gore zum Preis von nicht deutsch synchronisierten Stellen zu bieten haben.
  • Wertungen
  • Story
    3,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    2,5
    Anspruch:
    1,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    2,5
    Gesamt:
    3,0
    Verfasst von:
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geschrieben am 06.01.2013 um 02:11

Ein Kannibalenfilm der seine Wirkung nicht verfehlt!Gute Effekte (1980!) vermischt mit einer soliden Story und "Tiersnuffszenen"!

geschrieben am 31.07.2011 um 11:10

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ø Wertung: 6,6/10 | Wertungen: 17 | Kritiken: 2

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