Chappie

  • Informationen zum Film
  • Chappie

  • Originaltitel:
    Chappie
    Produktionsjahr:
    2015
    Kinostart Österreich:
    06.03.2015
    Kinostart Deutschland:
    05.03.2015
    Kinostart USA:
    06.03.2015
    Verleiher Österreich:
    Sony Pictures
    Verleiher Deutschland:
    Sony Pictures
  • Inhalt
  • Jedes Kind, das auf die Welt kommt, ist voller Zuversicht. Und auf niemanden trifft das mehr zu als auf Chappie: Er ist talentiert, etwas ganz Besonderes und schlicht ein Wunderkind. Wie jedes Kind, gerät er unter den Einfluss seiner Umwelt – einiges davon ist gut, anderes schlecht. Er wird sich letztlich darauf verlassen, was sein Herz und seine Seele ihm sagen, um seinen Platz in der Welt zu finden und der Mann zu werden, der er sein will. Doch es gibt eine Sache, die Chappie von allen anderen unterscheidet: Er ist ein Roboter. Der erste Roboter, der die Fähigkeit hat, eigenständig zu denken und zu fühlen. Das ist eine gefährliche Idee – und bald auch eine große Herausforderung für Chappie. Denn einige mächtige und destruktive Kräfte möchten sicher stellen, dass er der Letzte seiner Art ist.

  • Filmkritik

  • Als ein Niemand, der von Peter Jackson produziert wird, brachte Neill Blomkamp 2009 den Science Fiction-Thriller District 9 in die Kinos. Der Mix aus Sozialkritik, bildgewaltiger Action und einem unkonventionellen Setting funktionierte hervorragend, sodass das Regiedebüt des Südafrikaners prompt vier Oscar-Nominierungen erhielt – u.a. für die Special Effects, die trotz eines Budgets von nur 30 Mio. US-Dollar innovativen Charakter annahmen. Vier Jahre später folgte ein nicht ganz so ausgereifter Genrefilm, Elysium, bei dem Blomkamp, wie er heute selbst sagt, vieles falsch gemacht hat. Doch der gerade 35-Jährige ist auf Wiedergutmachung aus. Und wer weiß, vielleicht klappt das ja schon mit seinem neuen Film, Chappie.


    Schon in District 9 wagte Neill Blomkamp viel. Denn zum einen versuchte er anspruchsvolle Thematiken mit spektakulären Bildern zu vereinen, was oft nicht in Einklang zu bringen ist – und das auch noch in einer Location wie Johannesburg. Zum anderen hatte er für den Film und dessen Effektgewitter gerade einmal halb so viel Produktionsbudget zur Verfügung, wie beispielsweise eine Komödie von Adam Sandler. Heute weiß nicht nur Blomkamp, sondern die ganze Welt um seine Stärken. Denn auch in Chappie ist sein Talent, Filme teurer aussehen zu lassen als sie eigentlich sind, mit dem eines Guillermo Del Toros zu vergleichen.



    Schon im Vorfeld schlug Chappie, der vermutlich menschlichste Roboter der Filmgeschichte, hohe Wellen. Nicht nur, weil die Spezialeffekte einmal mehr atemberaubende Bilder versprachen, sondern auch, weil Genre-Kenner darin einen Hybrid aus verschiedenen Science Fiction-Filmen zu erkennen glaubten. Nun, das mag zum einen zwar stimmen, zum anderen aber keineswegs das Filmvergnügen trüben, da sich Blomkamp einmal mehr mit ausgefallenen, unwillkürlichen Elementen von der Konkurrenz abhebt. Angefangen bei dem nach wie vor unkonventionellen, wenn auch für ihn typischen Setting Johannesburg über die Hauptdarsteller – die südafrikanische Rap-Rave-Band Die Antwoord – bis hin zum Charakter des Films, der ebenso sozialkritisch wie düster eine Dystopie in der nahen Zukunft darstellt, gleichzeitig aber auch ordentlich Spaß macht.


    Ja, auch in Chappie hält Blomkamp nichts von Schwarz-Weiß-Malerei. Gut und Böse liegen einmal mehr nah beieinander und verschmelzen regelrecht miteinander – und das auf eine nachvollziehbare Art und Weise, die einen nicht nur nachdenklich macht, sondern geradezu rührt. Doch auch wenn die Dramaturgie des Films auf Drama-Komponenten setzt und der Spannungsbogen gegen Ende richtig stramm angezogen wird, ist Chappie keineswegs als Drama einzuordnen. Trotz eindeutiger Genre-Anleihen soll Chappie nämlich auch Spaß machen. Und das tut die Entwicklung des intelligenten Roboters spätestens dann, wenn ihm die Gangster aus JoBurg – wie es die Einheimischen nennen – vermeintlich überlebensnotwendige Weisheiten näherbringen.



    Die Antwoord verschmelzen geradezu mit ihrer filmischen Umwelt und machen ihre Sache vor der Kamera überraschend gut. Zudem versorgen sie Chappie aber auch mit einem fetzigen Soundtrack, der einem zweifellos noch länger in Erinnerung bleibt. Der Score wird zudem mit unglaublicher Wucht eingesetzt, was vor allem den Actionsequenzen den letzten Feinschliff verleiht.


     


    Fazit:


    Chappie mag an den einen oder anderen Genre-Vorgänger erinnern und nicht gänzlich ohne Logiklöcher auskommen, dennoch sollten all jene, die District 9 oder auch Elysium für gelungen empfinden, auch für Neill Blomkamps neuesten Streich ein Kinoticket lösen. Einmal mehr gelingt es dem Südafrikaner nämlich mit einem bunten Genre-Mix zum Denken anzuregen während in Actionsequenzen kein Stein auf dem anderen bleibt. Abgerundet mit einem (positiv) aufdringlichen Soundtrack, einer überzeugenden Geschichte und einer ordentlichen Portion Humor legt Chappie eine eindrucksvolle Gratwanderung hin, die zweifellos zu den Kino-Highlights des Frühjahres 2015 zu zählen ist.


  • Wertungen
  • Story
    3,5
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    4,5
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    3,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Daniel Fabian
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geschrieben am 05.08.2015 um 23:39

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ø Wertung: 7,9/10 | Wertungen: 10 | Kritiken: 1

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