Casanova Variations

  • Informationen zum Film
  • Casanova Variations

  • Originaltitel:
    Casanova Variations
    Produktionsjahr:
    2014
    Kinostart Österreich:
    23.01.2015
    Verleiher Österreich:
    Filmladen
    Verleiher Deutschland:
    X Verleih
  • Inhalt
  • Mozart meets Malkovich meets Casanova: Das ist, kurz zusammengefasst, die Essenz der „Casanova Variations“ von Michael Sturminger. Mit der Bildgewalt des Kinos, der Intimität des Theaters und der Leichtigkeit der Opernmusik wurde die Geschichte Giacomo Casanovas nun von Michael Sturminger auf die Leinwand gebannt. Und da keiner den legendären Venezianer so selbstverständlich verkörpern kann wie er, steht er auch für den Film als Hauptdarsteller vor der Kamera: John Malkovich. In der Rolle der Elisa steht ihm keine Geringere als Veronica Ferres zur Seite. Unterstützt werden sie von hochkarätigen Sängern: Dem Bariton Florian Boesch als singenden Casanova, Anna Prohaska als Caterina, Miah Persson als Elisa II und dem mehrfach ausgezeichneten, weltberühmten Tenor Jonas Kaufmann als Graf Branicki.

  • Filmkritik

  • Giacomo Girolamo Casanova (1725-1798) ist eine historische Persönlichkeit, die durch ihre Taten und Aussagen schon viele Filmemacher inspirierte und deren Name zu einem Synonym des berüchtigten Verführers geworden ist. Federico Fellini, Lasse Hallström und nun auch Michael Sturminger haben sich kritisch mit der Figur des Casanova auseinandergesetzt. Obwohl Fellinis Casanova wohl (und auch zu Recht) als der definitive Film zum Thema Casanova gilt, hat Michael Sturminger mit seiner Adaption The Casanova Variations eine vollkommen andere Herangehensweise genommen und sein mit The Giacomo Variations betiteltes Bühnenstück nun für die große Leinwand adaptiert.

    The Casanova Variations springt immer wieder zwischen zwei miteinander verbundenen Handlungssträngen umher. Die Bühnenaufführung in dem Opernhaus der Stadt Lissabon und der Zeit des Casanova selbst. Sturminger versteht es, die beiden Ebenen immer wieder clever miteinander zu verknüpfen und sehr interessante Übergänge zwischen diesen zu schaffen. Die Mischung aus Kammerspiel und Oper, die in seiner Fassung entsteht ist somit durchaus originell und bedient sich nicht an vorherigen Adaptionen, sondern bleibt eine eigene Betrachtung der Figur Casanova. 



    Doch kommt immer wieder das Gefühl auf, dass einige Szenen auf der Bühne wahrscheinlich besser funktionieren würden, Szenen, die bei einem Bühnenstück passen, einen Film allerdings in die Länge ziehen. Denn so interessant Sturmingers Einfälle sind, vermisst man als Zuschauer letztendlich doch die Substanz. Erzählt wird uns in The Casanova Variations bei weitem nichts neues.

    John Malkovich stand schon 2011 im Wiener Ronacher als Giacomo Casanova auf der Bühne, daher hat man den großen amerikanischen Schauspieler auch in der Leinwandadaption für die Hauptrolle besetzt. Malkovich ist (wie immer) hervorragend, er trägt den Film und spielt die Rolle des alternden Casanova mit all ihren Nuancen. Mal melancholisch, dann wütend und doch wieder verführerisch wie in alten Zeiten. Malkovich ist damit auch der Dreh-und Angelpunkt des Filmes. Veronica Ferres spielt Elisa von der Recke, deren Ziele und Motivationen geheimnisvoll sind. Ferres weiß in ihrer Rolle sehr zu überzeugen und harmoniert ideal mit Malkovich, dessen Figur sie immer wieder Widerworte und Kritik entgegensetzt. Als Opernsänger der Mozart/Da Ponte Stücke kann man Talente wie Jonas Kaufmann, Florian Boesch, Anna Prohaska oder Miah Persson bewundern, die allesamt virtuos singen und auf höchstem Niveau klassische Musik im Kinosaal erklingen lassen.



    Die ausgewählten Musikstücke fügen sich überraschend gut in die Handlung des Filmes ein, als wären einige der Texte allein für The Casanova Variations geschrieben worden. Ausgezeichnet dirigiert wird das Orchester Wiener Akademie von Martin Haselböck, der zugleich auch das sehr passende musikalische Konzept des Filmes entwickelte. Die musikalische Leitung steht in tadellosem Einklang mit den Sängern und machtden Film zu einem Fest für die Ohren. Visuell kann der Film leider nicht immer überzeugen, zu beliebig und ohne roten Faden wirkt die Kamera von André Szankowski, die an manchen Stellen zu verwackelt daherkommt und daher von dem Schauspiel ablenkt.

    Fazit:
    The Casanova Variations ist ein interessantes und originelles Projekt, das eine eigene Sichtweise auf die Figur Casanova mitbringt, allerdings dabei nicht die Intensität und Tiefe von Federico Fellinis Fassung von 1976 erreicht.
    Gesegnet ist der Film mit sehr gutem Schauspiel von John Malkovich und Veronica Ferres und virtuosen Opernsängern, die den Film zumindest zu einem musikalischen Ereignis machen. Trotz der fehlenden Tiefe und einiger Längen bleibt The Casanova Variations ein ungewöhnlicher Film, der nicht vorhersehbar ist und sich nicht auf gängige Klischees einlässt.



  • Wertungen
  • Story
    3,5
    Musik:
    5,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Phil Heron
    Bestellen bei:
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