Der große Trip - Wild

  • Informationen zum Film
  • Der große Trip - Wild

  • Originaltitel:
    Der große Trip - Wild
    Produktionsjahr:
    2014
    Kinostart Österreich:
    16.01.2015
    Kinostart Deutschland:
    15.01.2015
    Verleiher Österreich:
    Centfox
    Verleiher Deutschland:
    20th Century Fox
  • Inhalt
  • DER GROSSE TRIP – WILD ist die wahre Geschichte eines außergewöhnlichen Abenteuers: Nach Jahren des ziellosen Umhertreibens, einer Heroinsucht und dem Ende ihrer Ehe, trifft Cheryl Strayed (Reese Witherspoon) eine wagemutige Entscheidung. Verfolgt von Erinnerungen an ihre Mutter Bobbi (Laura Dern) und ohne jegliche Wandererfahrung begibt sie sich völlig allein auf einen Trip der Extreme. Drei Monate lang kämpft sie sich fast zweitausend Kilometer über die Höhenzüge des Pacific Crest Trail an der US-Westküste von Südkalifornien bis in den Norden Oregons. Eindringlich, kraftvoll und visuell beeindruckend zeigt DER GROSSE TRIP – WILD die Gefahren, Schrecken und Freuden dieses kräftezehrenden Fußmarsches, der sie Schweiß, Blut und Nerven kostet, aber gleichzeitig stärker macht und letztlich heilt.

  • Filmkritik

  • Eine Frau allein in der Wildnis. Ein Frau, die sich dort selbst findet. So in etwa könnte man die Erfahrungen von Cheryl Strayed beschreiben, die im Jahr 1994 nach einem beschwerlichen Leben im Alter von 26 Jahren die Entscheidung fällte, alleine die Pacific Crest Trail in den USA zu bestreiten. 2012 veröffentlichte sie dazu ihre Memoiren Wild: From Lost to Found on the Pacific Crest Trail. Schon kurze Zeit nachdem das Buch veröffentlicht wurde, holte sich Reese Witherspoon mit ihrer Produktionsfirma Pacific Standard die Filmrechte zu dem interessanten Stoff. Nun kommt der Film unter der Regie von Jean-Marc Vallée, der sich 2014 mit Dallas Buyers Club auch einer extremen und gerade dadurch interessanten echten Persönlichkeit annahm.

    Vallée nimmt sich auch wie in seinem vorigen Film der Geschichte mit einer authentischen und einfühlsamen Herangehensweise an, die die Hauptfigur respektvoll, aber auch mit ihren Fehlern darstellt. So sind auch die frühere Heroinsucht, Cheryls gescheiterte Ehe und der Tod ihrer Mutter Bobbi Dreh-und Angelpunkte von Wild. Für das sehr gute und ehrliche Drehbuch zeichnet sich Bestsellerautor Nick Hornby verantwortlich, der Strayeds Memoiren mit guten, glaubhaften Dialogen und einer sehr reduzierten Handlung adaptiert hat. Zwischen der schwierigen Reise über die Pacific Crest Trail sehen wir immer wieder Flashbacks in Cheryls voriges Leben. Manche davon werden nur kurz angeschnitten und tauchen fragmentartig auf, andere wiederum, wie z.b. der einschneidende Tod ihrer Mutter, werden zu wichtigen Ereignissen, die einem zu verstehen geben, warum Cheryl Strayed sich 1994 für diesen Trip entschied.



    Dass Reese Witherspoon sich 2012 sofort die Filmrechte an Wild gesichert hat, versteht man sehr gut, wenn man ihre Darbietung als Cheryl Strayed in dem Film sieht, denn Witherspoon scheint schon genau gewusst zu haben, dass dies die richtige Rolle für sie ist. Dies hat sich auch bewahrheitet, denn Witherspoon ist ausgesprochen authentisch und schauspielerisch makellos in dem Film und beweist auch, dass sie sich als Hollywoodstar nicht davor fürchten muss, einen ganzen Film lang in verdrecktem T-Shirt und ungeschminkt aufzutreten und setzt somit auch ein Zeichen gegen den Schönheitswahn Hollywoods, kein Wunder, da die echte Cheryl Strayed auch bekennende Feministin ist. 

    Laura Dern spielt in Wild Bobbi Lambrecht, Cheryls Mutter und Laura Dern ist schlichtweg fantastisch. Sie strahlt richtiggehend in ihren Szenen, die durch ihre einprägsame Performance von Wärme und Liebe durchflutet sind. Sie zeigt Bobbi als eine liebenswerte Frau von sonnigem Gemüt, die auch im Angesicht des Todes ihr Lächeln nicht verliert und somit den emotionalen Eckstein des Filmes legt. Auch der restliche Cast, der großteils aus wenige bekannten Darstellern besteht, kann überzeugen, besonders hervorzuheben sind hier Thomas Sadoski als Cheryls Exmann Paul, W. Earl Brown als Frank und Cliff De Young als Ed. 



    Kameramann Yves Bélanger hat die amerikanische Wildnis in sehr schöne Bilder gesetzt, in denen die einfache Schönheit der amerikanischen Natur in all ihrer Fülle und kargen Leere eingefangen wird. Auch die Szenen in Innenräumen sind makellos in Szene gesetzt. Die Ausstattung von Wild ist ebenfalls sehr gelungen, sei es in den Kostümen oder den Szenenbildern. Visuell ist der Film aber trotzdem nicht so bildgewaltig wie Juhn Currans 2014 erschienener Tracks, der ebenfalls ein änhliches Thema als Vorlage hatte. Wie auch bei Dallas Buyers Club hat man auf traditionelle Filmmusik verzichtet und ein passendes und gut gewähltes Gemisch von Musik als Soundtrack benutzt. 

    Fazit: 

    Wild ist ein gut gemachtes Selbstfindungsdrama, dass ohne Kitsch und Pathos auskommt und von seiner sehr nüchternen Regie lebt. Reese Witherspoon ist sehr gut in der Titelrolle, wird jedoch von Laura Dern an die Wand gespielt, die mit ihrer unwiderstehlichen Ausstrahlung jedem in Wild die Schau stiehlt. Vallée hat damit einen sehenswerten Film geschaffen, im Vergleich zu der ebenfalls wahren Geschichte von Roby Davidson, die dieses Jahr als Tracks mit Mia Wasikowska großartig verfilmt wurde, kann Vallées Film allerdings in Sachen Inszenierung und Intensität nicht ganz mithalten.



  • Wertungen
  • Story
    3,5
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Phil Heron
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