Sharknado 2: The Second One

  • Inhalt
  • Surfer und Bar-Besitzer Fin (Ian Ziering) versöhnte sich im ersten Teil mit seiner Ex-Frau April (Tara Reid) und besucht gemeinsam mit ihr seine High-School-Freundin Skye (Vivica A. Fox) in New York. Doch auch hier kommen sie nicht zur Ruhe. Kaum angekommen, fegt ein bizarrer Wirbelsturm über die Stadt – ein Sharknado. Aufgrund eines ungewöhnlichen Wettersystems hatte er vor der Küste einen riesigen Haischwarm aus dem Meer gesaugt. Während die blutrünstigen Biester um „Miss Liberty“ und über den Broadway trudeln, setzen die Hai-Sturm-Veteranen Fin und April mit Kettensägen und selbstgebauten Bomben zum Gegenangriff an.

  • Filmkritik

  • Hai-Trash entwickelte sich in den letzen Jahren wohl zweifelsohne zum beliebtesten Subgenre von Filmemachern im Low Budget-Sektor. Wenig verwunderlich, denn wo auf Logik von vorne herein verzichtet wird, scheinen die Möglichkeiten grenzenlos. Und so durften wir uns in der Vergangenheit über zweiköpfige Haie, Geister-Haie, Mutanten-Haie oder Haie, die aus Sand oder Schnee kommen, freuen - herrlich absurd und im besten Fall auch unterhaltsam. Schon bevor Sharknado überhaupt abgedreht war, galt dieser ob seiner skurrilen Geschichte bereits als der Film der Filme - und dennoch machte sich weitestgehend Enttäuschung breit. Sharknado war ohne Zweifel unvergleichlich, deswegen aber noch lange nicht empfehlenswert. Mundpropaganda und eine äußerst geschickte Werbekampagne ließen den Film aber zum Hit und somit auch zur Goldgrube für The Asylum werden. Sharknado 2: The Second One ließ nicht lange auf sich warten...

    Fin und seine Ex-Frau April sind auf dem Weg nach New York, um dort Aprils neues Buch mit dem glorreichen Titel "How to survive a Sharknado" vorzustellen. Doch dazu sollte es nie kommen, denn gerade als ihr Flugzeug zur Landung ansetzt, kann Fin gar nicht glauben, was er gerade sieht. Haie, Haie überall! Kann es wirklich sein, dass sich das unerklärliche Naturereignis wiederholt?



    Sharknado 2: The Second One macht schon zu Beginn richtig, was er nur richtig machen kann. Denn nicht nur der Bezug zu Teil 1 wird mit Witz und Charme hergestellt, man weiß schon in der ersten Sequenz, womit man es hier zu tun hat. Denn der Drehbuchautor, der tatsächlich Thunder Levin heißt, macht aus dem zweiten bissigen Unwetter eine Parodie und gleichermaßen Hommage an das Action-Genre. Das beginnt bereits mit der Notlandung, wird mit einer Ansprache á la Independence Day fortgeführt und schließlich mit der Vernichtung der tierischen Bedrohung vollendet. Ob seiner Vorhersehbarkeit macht dieser vermutlich wenig ernst gemeinte Versuch, Emotionen und Charaktertiefe in das Trash-Fest zu bringen, umso mehr Spaß. 

    Mit der ersten Einstellung, ein Flugzeug, das in einem Meer aus Wolken versinkt und die Erscheinung eines Hais suggeriert, dürfte man das Zielpublikum schon nach Sekunden erreicht haben - und in der Tat dürfte man dies auch bis zum Ende bei der Stange halten! Schon im Vorgänger, als Fin sich auf den Weg machte um seine Ex-Frau und seine Tochter in Sicherheit zu bringen, versuchte man die Beziehungen zwischen den Hauptcharakteren nicht völlig außer Acht zu lassen, in Sharknado 2: The Second One kann man im direkten Vergleich aber fast schon von einem Familiendrama sprechen. Was zu Anfangs fast schon glaubhaft inszeniert wird - nämlich das Trauma des ersten Sharknados vs. die Realität - kostet es einem schon einige Lacher, wenn Hauptdarsteller Ian Ziering später versucht, seine Emotionen mimisch auszuleben. Ebenso wie Tara Reid versagt er schauspielerisch nahezu auf ganzer Linie, treibt den Spaßfaktor damit aber nur weiter in die Höhe. 

    Während man im Vorgänger-Film kaum auf die Hintergründe dieser einzigartigen Naturgewalt einging, bekommen wir in Sharknado 2: The Second One immer wieder Erklärungen, wie es denn tatsächlich zum größten Sharknado aller Zeiten käme - damit auch alle Zweifler, die die Geschichte für weit her geholt halten, besänftigt werden! 
    Aber nicht nur die Berichterstattung eines US-amerikanischen Moderatoren-Duos gefällt, vor allem die Wetter-Lady amüsiert uns köstlich mit ihrer Vorhersage, die natürlich nicht ohne Hai-Grafiken vonstatten geht! Aber bekommen die bissigen Killermaschinen, als die sie in Szene gesetzt werden, denn tatsächlich jenen spektakulären Auftritt, den sie verdienen?



    Man freut sich förmlich, wenn die laienhaften Darsteller dem Erdboden gleichgemacht werden und auf unterschiedlichste Weise beseitigt werden. Zivilisten, die während dem Sharknado fröhlich die Straße entlang spazieren, erwischt es ebenso wie diejenigen, die gar nicht erst auf die Idee kommen, dem rollenden Kopf der Freiheitsstatue mit einem Schritt zur Seite auszuweichen. Wohl nicht zuletzt dank des Erfolgs von Sharknado und einem unvergleichlichen Werbe-Deal mit Subway hatte man aber vermutlich auch das nötige Kleingeld, um das Effektrepertoire ein wenig zu erweitern. So sieht es nicht nur besser aus, wenn Haie mittels Kettensäge, Axt oder Baseballschläger bezwingt werden, der Film gipfelt in einer wahrhaftigen Schlacht, die glücklicherweise im "good old America" stattfindet. Denn so ziehen Passanten nicht nur mit Schneeschaufeln und Heugabeln in den Krieg, sondern ziehen schwerste Geschütze auf! Und selbst wenn einen stets das Gefühl begleitet, man könnte jene Special Effects (die in gewisser Weise tatsächlich sehr "speziell" sind) an einem Nachmittag auch auf dem eigenen Computer erstellen, geht dies zumindest nicht blutleer über die Bühne. Köpfe werden ebenso wie Hände abgetrennt, Gesichter verunstaltet und ganze Menschen zermatscht - und der rote Saft spritzt (meist animiert) in alle Richtungen. Nur die Motorsäge, mit der Fin gegen Ende einen Hai in zwei Hälften teilt, glänzt auch danach wie neu...

    Der Hype um Sharknado, den vermutlich erfolgreichsten Trash-Film der letzten Jahre, sorgte weltweit für Aufsehen, aber auch für Begeisterung. Stars aus der zweiten Reihe sahen darin ihre Chance und waren sich nicht zu schade, um sich für Sharknado 2: The Second One herzugeben! So sehen wir neben Vivica A. Fox - u.a. bekannt aus Quentin Tarantinos Kill Bill - auch Billy Ray Cyrus als Arzt, Judd Hirsch (Independence Day) als Taxifahrer, Richard Kind aus Chaos City als ehemaligen Baseball-Profi, Kelly Osbourne als Stewardess oder Robert Hays aus Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug passenderweise als Pilot eines mindestens genau so skurrilen Fliegers. Ein Faktum, das dem Film zusätzliche Sympathiepunkte einbringt. 




    Fazit:

    Nicht allzu schwer sollte es sein, Sharknado mit einem Sequel in den Schatten zu stellen. Tatsächlich dürfen sich Trash-Fans aber über einen Film freuen, der seinen Vorgänger in allen Belangen übertrifft. Sowohl Haie als auch Menschen segnen in Sharknado 2: The Second One auf diverse Arten das Zeitliche ganz im Sinne der Ideenvielfalt. Darüber hinaus gibt es nicht nur unzählige Anspielungen, beispielsweise auf Teil 1 oder das Sportler-Drama 42, man parodiert mit der Geschichte auch noch eine vor Sarkasmus und Selbstironie strotzende Hommage an den Actionfilm der 90er Jahre - Overacting, scheinheilige Dramaturgie und klischeehafte Story-Entwicklung zu Gunsten des Protagonisten inklusive. All das gipfelt in einem explosiven Finale, das spektakulärer kaum hätte ausfallen können. Fin reitet zu seinem glorreichen Triumph und dürfte Trash-Fans damit hellauf begeistern, anderen wiederum die Sprache verschlagen.

    Anthony C. Ferrante weiß um den Status seiner Filme und macht sich diesen in Sharknado 2: The Second Onezunutze. Während man sich beim ersten Teil noch voll und ganz auf den Filmtitel und Mundpropaganda verlassen hat, punktet das Sequel mit besseren, vielfältigeren Effekten, zahlreichen Cameos und einer Geschichte, die ihren Zweck voll und ganz erfüllt. Gerade deswegen sollte man The Second One aber umso weniger Ernst nehmen.

  • Wertungen
  • Story
    2,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    1,0
    Spannung:
    2,0
    Darsteller:
    1,5
    Gesamt:
    2,5
    Verfasst von:
    Daniel Fabian
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