Ein Sommer in der Provence

  • Informationen zum Film
  • Ein Sommer in der Provence

  • Originaltitel:
    Avis de mistral
    Produktionsjahr:
    2014
    Kinostart Österreich:
    26.09.2014
    Kinostart Deutschland:
    25.09.2014
    Verleiher Österreich:
    Concorde Filmverleih
    Verleiher Deutschland:
    Concorde Filmverleih
  • Inhalt
  • Für Léa (Chloé Jouannet), Adrien (Hugo Dessioux) und ihren kleinen Bruder Théo (Lukas Pelissier) stehen die Ferien vor der Tür. Dieses Jahr fahren sie das erste Mal zu ihrem Großvater Paul (Jean Reno), den sie wegen eines Familienstreits nie zuvor kennengelernt haben. Das Reiseziel – die Provence: Wohl kaum der Urlaub, von dem die Drei träumen. Auch die Freude von Großmutter Irène (Anna Galiena) über diesen Familienurlaub ist da kein Trost. Hinzu kommt, dass ihnen der Vater ausgerechnet am Tag vor der Abreise sagt, dass er die Familie verlassen wird. Also nicht gerade die besten Aussichten auf gute Laune und eine spaßige Ferienzeit. Kaum in der Provence angekommen prallen auch schon die Differenzen der beiden Generationen aufeinander. Zwischen den Jugendlichen und ihrem Großvater, der, wie die Kids meinen, ein sturer Esel ist, kommt es immer wieder zu Streitigkeiten. Dabei spielt auch Pauls turbulente Vergangenheit immer wieder eine Rolle. Es beginnt ein chaotischer Sommer in der malerischen Provence, in dem beide Generationen versuchen das Miteinander zu meistern, die Vergangenheit zu verarbeiten und sich vor allem daran zu erinnern, dass sie trotz aller Widersprüche eine Familie sind.

  • Filmkritik

  • Der gebürtige Marokkaner Jean Reno gehört spätestens seit Filmen wie Leon - Der Profi oder Ronin nicht nur zu den größten Schauspielern Frankreichs, auch in Hollywood hat er sich längst etablieren können. In den letzten Jahren ließ der mittlerweile 66-Jährige ein wenig Ruhe einkehren, so durfte man ihn vorwiegend in kurzweiligen Komödien wie Kochen ist Chefsache oder Die Vollpfosten sehen. Ob er sich mit Rose Boschs Ein Sommer in der Provencedavon ein wenig absetzen kann oder das überhaupt will? Nun, zumindest autobiographische Züge könnte man in das heitere, provinzielle Drama durchaus interpretieren.

    Ein Sommer in der Provence ist die Geschichte einer zerrütteten Familie, die sich wohl oder übel zusammenraufen muss. Denn die Eltern von Léa, Adrien und Théo trennen sich zu Ferienbeginn und haben berufliche Herausforderungen zu bewältigen, weswegen die drei Geschwister den Sommer kurzerhand bei ihren Großeltern verbringen sollen. Das wäre eigentlich auch kein Problem, wenn die Kinder ihren Großvater überhaupt kennen würden. Aufgrund seines Alkoholproblems wurde ihm nämlich der Kontakt zu seinen Enkeln von deren Mutter verwehrt...



    Ja, für die jugendlichen Adrien und Léa sowie für ihren kleinen Bruder geht es vom turbulenten Paris in die verschlafene Provence - 2 Kilometer bis ins nächste Dorf, 10 Kilometer bis zum nächsten Kino, Handyempfang Fehlanzeige. Und als wäre das noch nicht genug, scheint ihr Großvater auch noch der Teufel höchstpersönlich zu sein, der vom Besuch seiner Enkeln wenig begeistert ist. Léas Haarpracht wird als Bin Laden-Look abgetan (von ihrem getackerten Gesicht ganz zu schweigen) und Adrien als Stubenhocker, der selbst bei schönstem Wetter in paradiesischer Umgebung nicht ohne Facebook kann. Auf diese Ferien könnten alle verzichten. 

    Nach und nach beginnen die Generations-Barrieren aber zusammen zu fallen, die beiden Seiten zeigen Interesse für die Geschichte der anderen und zeigen schlussendlich doch Verständnis. Ja, inhaltlich verläuft Ein Sommer in der Provence wenig überraschend. Eine Familie lebt im Streit, findet letzten Endes aber doch zueinander. Dieser Entwicklung gibt Regisseurin Rose Bosch nur sehr wenig Zeit und so ist es wenig glaubhaft, wenn Charaktere von einer Szene zur nächsten einen Sinneswandel durchlebt haben sollen. Schade, denn sowohl die Charaktere als auch die Hauptdarsteller sind nicht nur sympathisch, sondern überzeugen ausnahmslos. Angefangen vom kleinen taubstummen Théo bis zum herausragenden Jean Reno, der gegen Ende sogar zu Tränen rührt - die Besetzung ist zweifelsfrei gut gewählt.



    Aus 670 weggeworfenen, nicht recycleten Dosen könnte man ein Fahrrad bauen und wenn es keine Möglichkeit von Rechts wegen gibt, dann von Links wegen - jene kleinen Ausgefallenheiten mit Wiedererkennungswert sind es, die man gerne aus dem Film mit nimmt, in Klischees und abgedroschenen Eigenheiten aber untergehen. Ob nun einzelne Liebesgeschichten, die Entwicklung der Charaktere oder der Soundtrack, der beinahe ausnahmslos aus Klassikern besteht, die ob ihres Selbstzwecks aber ein wenig lieblos eingestreut und somit deplatziert wirken - der Film wirkt aus einigen Gründen schlichtweg unrund. Da helfen weder die wunderschön ländlichen Settings oder die herzlichen Figuren noch die charmante Inszenierung, die Ein Sommer in der Provence zweifellos ausmacht. 


    Fazit:

    Ein Sommer in der Provence vermengt klassische Genre-Konventionen zu einem provinziellen Komödien-Drama, was die Geschichte von Beginn an vorhersehbar werden lässt. In Anbetracht der tiefgreifenden Story geht es oftmals leider viel zu schnell, sodass die Glaubhaftigkeit und somit auch der eigentliche Reiz des Films verloren geht. Dennoch ist es nicht nur ein großartiger Jean Reno, der auch im Jahr 2014 nichts an schauspielerischer Klasse eingebüßt hat und den Sommer in der Provence zu einem Wohlfühlfilm für verregnete Nachmittage werden lässt. Auch die Balance zwischen Witz und Emotion wird durchwegs gut gehalten, was den Film letzten Endes als angenehmes Erlebnis in Erinnerung bleiben lässt. Ein wenig mehr Mut zur Andersartigkeit, die szenenweise immer wieder hervorblitzt, hätte Ein Sommer in der Provence aber dennoch gut getan. 



  • Wertungen
  • Story
    3,0
    Musik:
    2,5
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    2,0
    Darsteller:
    3,5
    Gesamt:
    3,0
    Verfasst von:
    Daniel Fabian
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