Divergent - Die Bestimmung

  • Informationen zum Film
  • Divergent - Die Bestimmung

  • Originaltitel:
    Divergent
    Produktionsjahr:
    2014
    Kinostart Österreich:
    11.04.2014
    Kinostart Deutschland:
    10.04.2014
    Kinostart USA:
    21.03.2014
    Verleiher Österreich:
    Constantin Film
    Verleiher Deutschland:
    Concorde Filmverleih
  • Inhalt
  • Fünf Fraktionen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice (Shailene Woodley), wie alle Sechzehnjährigen ihrer Welt, die in einer nicht allzu fernen Zukunft liegt, wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr zukünftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie. Doch der Eignungstest, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte, sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich. Und damit gilt sie als Gefahr für die Gemeinschaft. Beatrice entscheidet sich, ihre bisherige Fraktion, die Altruan, zu verlassen, und sich den wagemutigen Ferox anzuschließen. Dort aber gerät sie ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht …

  • Filmkritik

  • Young Adult Novels erfreuen sich nicht nur in den USA größter Beliebtheit, seien es schmalzige Wälzer mit glitzernden Vampiren oder halbherzige Dystopien, die Teenagern vorgesetzt werden, um ihnen vermeintlich eine Aussage zu vermitteln (oder eher viel mehr Merchandise zu verkaufen). Mit Divergent – Die Bestimmung verfilmte Neil Burger den gleichnamigen ersten Roman der Trilogie von Jessica Roth. Auf den ersten Blick wirkt der Film wie ein Abklatsch auf Suzanne Collins The Hunger Games Trilogie. Jedoch ist der Film viel mehr als das, allerdings nicht im positiven Sinne. Denn während The Hunger Games den jungen Lesern noch interessante Helden und moralische und politische Zwickmühlen in den Weg legen, ertrinkt Divergent in Klischees, ausgelutschten Dialogen und unausgereiften Charakteren.


    Zuallererst gibt es Shailene Woodley als Tris Prior, die heldenhafte und perfekte Hauptfigur des Films. Sie ist immer gut zu allen, mutig und arbeitet sich zu einer der besten in ihrer Fraktion hoch. Tris fehlen jegliche Facetten und sie ist dafür, dass sie anders als alle anderen sein soll, eigentlich sehr gewöhnlich ausgefallen, denn die Gründe, die sie anscheinend zu etwas Besonderem machen, kommen in dem Film nie heraus. Stattdessen wird dauernd davon gesprochen, wie besonders sie doch ist. Mary Sue lässt grüßen. Woodley kann der eindimensionalen Figur durch die fehlende Charakterisierung leider auch nicht mehr geben, als im Buch steht. Sie scheint bemüht, schafft es allerdings dich nicht, in diesem Machwerk Leben einzuhauchen. Was uns Theo James in der Rolle als Four versucht, als Schauspiel zu verkaufen, ist schlichtweg eine Frechheit: es scheint so, als hätte dieser Mensch nur drei Gesichtsausdrücke, die sich in den jeweiligen Szenen immer wieder abwechseln. 'Schau mal böse in de Kamera' kann man schon Regisseur Neil Burger rufen hören. Selbst die sonst großartige Kate Winslet oder Ashley Judd können dem Film nicht mehr helfen.



    Neben den unausgereiften Charakteren gibt es allerdings noch eine ganze Reihe weiterer Probleme, die auch mit der „Aussage“ des Films zu tun haben. Anhand des Fraktionensystems versucht man eine Dystopie zu erschaffen und damit Strukturen aufzuzeigen, die den Menschen in Kategorien einteilen. Die Intention sollte hier sein, diese Strukturen zu hinterfragen, die Handlung des Films scheint dieses System aber geradezu zu bestätigen. Einzig und allein Tris und Four sind anders, alle anderen Figuren verhalten sich genau so wie ihre Fraktionen es von ihnen erwarten. Einzig und allein die Abnegation Fraktion, die Fraktion der Selbstaufgabe, wird als gut dargestellt. Andere Fraktionen, die Ehrlichkeit, Wissenschaft und Mut darstellen, werden als die Inkarnation des Bösen angesehen. Gerade Selbstlosigkeit, wenn man es definiert, ist das Fehlen eines Selbst. Genau dieses Fehlen einer Identität macht totalitäre Systeme erst möglich. Die Waffen gegen Totalitarismus sind genau diese Fraktionen, die im Film als Antagonisten aufgeführt werden: Ehrlichkeit, Wissenschaft und Mut. Selbstaufgabe hat in einem Kampf gegen Totalitarismus nichts verloren, weil er ein inhärenter Bestandteil seiner Funktionalität ist. Divergent ist somit ein weiteres Kapitel in Hollywoods im Moment boomenden sozialen Aufopferungsfantasien, wie man sie schon in Neill Blomkamps Elysium sah.





    Fazit:
    Divergent – Die Bestimmung ist leider ein derivatives Werk, das sich auf vorhergehende Werke wie Ninteteen Eighty-Four, Brave New World oder The Hunger Games stürzt, aber dabei bei weitem nicht die Bandbreite bzw. Komplexität dieser Werke erreicht. Neben fehlendem Schauspiel, austauschbarer Musik und Szenenbildern, die zu oft aussehen, als ob auf einer Baustelle gedreht wurde, kann der Film nur manchmal mit dem einen oder anderen witzigen Spruch punkten. The Hunger Games haben bewiesen, dass Young Adult Novels nicht unbedingt klischeebeladen und einseitig sein müssen, von Divergent - Die Bestimmung kann man dies leider nicht behaupten.


  • Wertungen
  • Story
    2,0
    Musik:
    1,0
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    1,0
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    2,5
    Gesamt:
    1,5
    Verfasst von:
    Phil Heron
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