Lone Survivor

  • Informationen zum Film
  • Lone Survivor

  • Originaltitel:
    Lone Survivor
    Produktionsjahr:
    2013
    Kinostart Österreich:
    20.03.2014
    Kinostart Deutschland:
    20.03.2014
    Kinostart USA:
    10.01.2014
    Verleiher Österreich:
    Constantin Film
    Verleiher Deutschland:
    SquareOne/Universum Film
  • Inhalt
  • Afghanistan 2005: Vier Soldaten der US-Spezialeinheit Navy SEALs werden mit der Aufgabe, den Aufenthaltsort eines führenden Taliban-Kämpfers zu verifizieren, auf eine Beobachtungsmission in die Berge der afghanischen Provinz Kunar entsendet. Als die Männer bei ihrem Einsatz eine folgenschwere moralische Entscheidung treffen müssen, überschlagen sich die Ereignisse: Kommunikativ abgeschnitten von ihrer Einheit sehen sich die Soldaten innerhalb kürzester Zeit einer Übermacht von Taliban-Kämpfern gegenüber. Ohne jede Fluchtmöglichkeit müssen sie sich in dem unwegsamen Gebiet der Berge Afghanistans einem schier aussichtslosen Kampf stellen, der sie nicht nur physisch, sondern auch mental an die Grenzen des menschlich Erträglichen führt…

  • Filmkritik

  • Krieg ist die Hölle. Dies haben schon Regisseure wie Stanley Kubrick, Francis Ford Coppola und Oliver Stone in ihren Filmen zum Thema gemacht. Joseph Conrad behandelte es in seinem Roman Heart of Darkness und Lev Tolstoy philosophierte in Krieg und Frieden über die Natur und Sinn des Krieges. In diesen Werken gibt es keine Helden. Peter Berg hat sich mir der Verfilmung des Sachbuches Lone Survivor auch an einen Kriegsstoff herangewagt, der vielleicht einige Überlegungen über Kriege und der Frage nach deren Sinn aufwerfen hätte können. Leider aber gelingt es dem Regisseur nicht, Stellung zu dem Thema zu beziehen oder eine Kritik an dem Krieg in Afghanistan anzubringen. Zwar sind die Soldaten nicht als strahlende Helden dargestellt, aber auch nicht als komplexe, den Krieg in seinem Sinn hinterfragende Figuren wie z.b in Apocalypse Now. Was bleibt ist eine zwar recht rasant inszenierte Schießerei und ein relativ intensiv inszenierter Überlebenskampf, jedoch ohne die Reflexion, die ein solches Thema erfordert.



    Berg versucht neutral zu bleiben, scheitert aber vor allem an der Darstellung der Talibankrieger, die in dem Film lediglich als Bedrohung dargestellt werden, sich allerdings in der Handlung nicht zu Charakteren entwickeln, während den Soldaten sentimentale Gegenstände gegeben werden, die uns an sie binden sollen. Die Darsteller des Films sind relativ gut gewählt, mit Mark Wahlberg, Emile Hirsch, Ben Foster und Eric Bana hat man Schauspieler ausgewählt, die eine gewisse Chemie miteinander haben. Sie wirken zusammen als Team der Navy SEALs glaubhaft, man hat das Gefühl, dass sich diese Figuren schon lange kennen. Auch Ali Suliman als Mohammad Gulab, der Marcus Lutrell das Leben rettete, ist überzeugend in seiner (doch recht kleinen) Rolle.



    Der Film wurde in der Gegend um Santa Fe in den Vereinigten Staaten gedreht und soll Afghanistan darstellen. Leider hat man von der ersten Minute, als die Mission beginnt (was schon ca. eine halbe Stunde dauert und man sich durch öd inszenierten Alltag und Teamgespräche der SEALS quälen muss), das Gefühl, dass dies doch niemals Afghanistan sein kann. Auch das später vorkommende Dorf wurde in New Mexico gedreht und kann als Kulisse des mittleren Ostens leider nicht überzeugen.



    Die Kameraarbeit von Tobias Schliessler ist relativ solide, die Aufnahmen der afghanischen Wildnis in Santa Fe produzieren teils schöne Bilder, ob dies nun die Arbeit des Kameramannes oder der natürlichen Umgebung ist, sei dahingestellt.
    Die Musik von Steve Jablonsky und Explosions in the Sky ist relativ minimalistisch und ruhig gehalten, was für Jablonsky eher ungewöhnlich ist. Auch wenn beim Klavierthema kurz Assoziationen zu Cliff Martinez Contagion auftauchen, ist die Musik nicht halb so einprägsam wie Martinez Kompositionen.




    Fazit: Lone Survivor ist ein relativ spannend inszenierter Kriegsfilm mit einem guten Ensemble. Eine Aussage sucht man in dem recht durchschnittlichen Werk allerdings vergebens, der Überlebenskampf der Hauptfigur(en) wird in den Vordergrund gestellt, eine Reflexion über das eigentlich schwierige Thema bleibt bei dem Film aus. Am Ende stellt sich die Frage, ob es überhaupt Sinn gemacht hat, diese zwar wahre, aber letztlich aussagelose Geschichte zu verfilmen.


  • Wertungen
  • Story
    3,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    3,0
    Verfasst von:
    Phil Heron
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Komentare (3)

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Ich glaub schon dass er die Seals glorizizieren wollte, aber so getan hat, dass es neutral ausschat damit sich keiner aufregt

geschrieben am 01.03.2014 um 17:50 Uhr #3

Also, da hätte ich mir schon weit mehr erwartet. Aber das verhältnismäßig hohe IMDb-Rating spiegelt dann wohl umso stärker die amerikanische Meinung wieder.

geschrieben am 28.02.2014 um 19:24 Uhr #2

Stimme der Kritik voll zu. Sehe den Film genauso. Nur glaibe ich nicht, dass Berg auch nur 1 Sekunde neutral sein wollte, dies aber nur nicht geschafft habe. Berg wollte mMn ganz klar die Seals glotifizieren und damit einmal mehr seine US Militär-Affinität unter Beweis stellen.

Schade, denn der Film hätte echtes Potential gehabt und etliche Szenen haben mich auch überzeugt

geschrieben am 28.02.2014 um 17:24 Uhr #1

 

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