Nymphomaniac 2

  • Informationen zum Film
  • Nymphomaniac 2

  • Originaltitel:
    The Nymphomaniac Part 2
    Produktionsjahr:
    2013
    Kinostart Österreich:
    04.04.2014
    Kinostart Deutschland:
    03.04.2014
    Verleiher Österreich:
    Filmladen
    Verleiher Deutschland:
    Concorde Filmverleih
  • Inhalt
  • Schon jetzt wird Lars von Triers neuer Film mit Spannung erwartet und als „must see“ gehandelt. Der Regisseur hat ein großartiges Star-Aufgebot, angefangen bei Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgård, Stacy Martin und Shia LaBeouf bis hin zu Christian Slater, Jamie Bell, Uma Thurman und Willem Dafoe, vor die Kamera geholt. In NYMPH()MANIAC schildert er wild und poetisch das Leben von Joe, einer Frau, die sich seit ihrer Jugend in erotische Abenteuer stürzt und sich von ihrer Sucht nach immer neuen Affären treiben lässt.

  • Filmkritik

  • Zu Teil 1


    Lars von Trier scheint es wahrlich zu genießen, mit seinem Zuseher Spielchen zu treiben und dabei stets am längeren Ast zu sitzen. Nicht nur sind es die inszenatorischen Kniffe, die nie erahnen lassen, was als nächstes kommt, auch verweist er bewusst auf seine vorangegangenen Filme, bevor er seinem Publikum endgültig den Boden unter den Füßen wegreißt.

    Diesen Effekt erreicht Nymph( )maniac auch mit seiner unverblümten Darstellung von Sex und Gewalt, über die schon vorab ausgiebig debattiert wurde. Jene, für die von Trier auch bekannt ist, verblüffen mit unverfrorener Schonungslosigkeit und dem Übertreten von Grenzen, die sich konventionelle Kinogänger bewusst oder unbewusst setzen. Wer also körperliche Torturen, die echter nicht wirken könnten, oder detaillierte Großaufnahmen von Geschlechtsteilen auf der großen Leinwand nicht unbedingt erleben möchte, der wird sich im Kinosessel vermutlich des Öfteren unwohl fühlen. Interessant dabei ist die Entwicklung der Protagonistin vom kleinen Mädchen zur Frau, die die sexuelle Entwicklung und den Akt des Geschlechtsverkehrs so unerotisch, schmerzhaft und unterkühlt darstellt, wie man es bisher wohl in kaum einem anderen Film sehen konnte. Schon vorab wurde heiß diskutiert, ob die Darsteller, Doubles oder überhaupt jemand vor der Kamera den Liebesakt vollzog – bei einem solch authentischen Ergebnis, wie es hier vorliegt, spielt das aber weiß Gott keine Rolle.



    Man mag es kaum glauben, doch neben der eindrucksvollen Bildgewalt, die oft schwer verdauliche Geschehnisse allzu explizit in Szene setzt, schafft es Lars von Trier doch tatsächlich, Humor einzustreuen. Dabei steht vor allem eines der acht Kapitel im Vordergrund, dessen ausgelassene Hysterie und Absurdität zum Brüllen komisch ist, während das Geschehen eigentlich allen Anlass zum Heulen gibt. Uma Thurman ist es, die jene Szene zweifellos anführt und mit ihrer intensiven Darbietungen den Zuseher entweder auf die Seite des Täters oder des Opfers befördert, ohne ihm überhaupt eine Wahl zu lassen.

    Um einen vielschichtigen und außergewöhnlichen Stoff wie Nymph( )maniac zu einem intensiven Filmerlebnis zu machen, benötigt es nicht nur einen Regisseur, der sein Handwerk versteht, sondern auch Darsteller, die ihre Rollen mit der nötigen Hingabe verkörpern. Wirft man einen Blick auf die Besetzung, so ist ein augenblickliches Stirnrunzeln wohl die natürlichste aller Reaktionen. Neben Charlotte Gainsbourg und Willem Dafoe, die schon in von Triers Antichrist gemeinsam vor der Kamera standen, sollten auch Stellan Skarsgard, Uma Thurman, Shia LaBeouf, Jamie Bell, Christian Slater sowie einige unerfahrene Jungdarsteller in Hauptrollen zu sehen sein. Wer auch immer die endgültige Entscheidung über die Besetzung fällte, wird im Nachhinein für seinen Mut belohnt. Im Vordergrund stehen hierbei Skarsgard, sowie Gainsbourg und Stacy Martin, die sich die Rolle der Joe teilen. Sie bilden das schauspielerische Epizentrum des Films, das von allen anderen umgeben wird. Abgesehen von der grandios aufspielenden Uma Thurman machen aber auch der aus Jumper bekannte Bell und der ehemalige Teeniestar Shia LaBeouf gute Figur. Selbst Christian Slater, der sich zuletzt in drittklassigen Low Budget-Actionern versuchte, spielt seinen Part glaubhaft emotional. Der kleine Geniestreich ist es somit, nicht nur die Geschichte interessanter Charaktere zu erzählen, sondern diese ebenso unorthodox zu besetzen.



    Trotz der Genialität, die Nymph( )maniac von der ersten bis zur letzten Minute innewohnt, gibt es doch den einen oder anderen Punkt zu bemängeln. Auch wenn die acht Kapitel ein harmonisches Ganzes ergeben, schwächelt das ein oder andere für sich gesehen doch im direkten Vergleich. Außerdem macht sich allen voran bei routinierten Kinogängern wohl ein vermeintlicher Überraschungsmoment schon frühzeitig bemerkbar, was die bis dahin hervorragend aufgebaute Spannung unerwartet schnell abflauen lässt. Zudem entsteht gegen Ende der Eindruck, als müsse von Trier um jeden Preis noch eine Schippe „over the top“ nachlegen um seinen Kritikern neues Pulver einzuräumen, das sie auch nach der Veröffentlichung seines Skandalfilms noch zu verschießen haben. Jene Darstellungen sind somit nicht zwangsläufig der Geschichte dienlich, sondern scheinen lediglich den Zweck der Provokation zu erfüllen. Ansonsten bleibt die Veröffentlichungspolitik hinter dem Film jedoch das größte Manko. Denn, selbst wenn eine Zweiteilung von Nymph( )maniac als absolute Notwendigkeit herangezogen werden musste, wirkt der Film schlussendlich erst durch den eineinhalb-monatigen Abstand zwischen Volume 1 (20. Februar) und Volume 2 (3. April) zerrissen, da beide Filme unabhängig voneinander nicht bestehen können.


    Fazit:

    Die malerische Bildgewalt, die Konsequenz der radikalen Darstellung von Sex und Gewalt, der bedachte Einsatz von Musik und die Ausflüge in die Geschichte von Religion, Gesellschaft und Identität lassen ein bizarr-kontroverses und dennoch über alle Maßen stimmiges Gesamtbild entstehen, das den Film in seiner Urform als Kunst definiert.


  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Musik:
    4,5
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    4,5
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Daniel Fabian
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