Paranoia - Riskantes Spiel

  • Informationen zum Film
  • Paranoia - Riskantes Spiel

  • Originaltitel:
    Paranoia
    Produktionsjahr:
    2013
    Kinostart Österreich:
    20.09.2013
    Kinostart Deutschland:
    19.09.2013
    Kinostart USA:
    16.08.2013
    Verleiher Österreich:
    Constantin Film
    Verleiher Deutschland:
    Studiocanal Filmverleih
  • Inhalt
  • Adam Cassidy (Liam Hemsworth) kommt aus Brooklyn und ist ein junger, talentierter Angestellter bei Wyatt Telecom, einem der führenden US-Hightech-Unternehmen der Mobilfunkindustrie. Sein ganzes Leben schon arbeitet er auf seine große Chance hin – den einen Moment, in dem er es allen beweisen kann. Als sein Ex-Chef, Wyatt Telecom CEO NicolasWyatt (Gary Oldman), ihm mit einem unmoralischen Angebot diese Gelegenheit bietet, muss er zugreifen und geht einen gewagten Deal ein. Er soll sich bei Wyatt Telecoms größtem Konkurrenten Eikon Systems einschleusen. Um erfolgreich bei Eikon Systems und dessen exzentrischen CEO Jock Goddard (Harrison Ford) einzusteigen, wird Adam neu ausgebildet: erstklassiger Stil, perfekte Manieren und ein Auftreten, maßgeblich geprägt von Geld und Erfolg. Mit einer grandiosen Idee gewinnt er Goddards Vertrauen. Doch oben in der Welt der Topunternehmen angekommen, begreift er, dass seine Entscheidung ein fataler Fehler war. Diese Erkenntnis bringt nicht nur ihn, sondern sein ganzes Umfeld in größte Gefahr. Vor allem Emma (Amber Heard), die den wahren Menschen in ihm sieht, möchte er um keinen Preis verlieren. Adam entschließt sich, das riskante Spiel einzugehen und Nicolas Wyatt die Stirn zu bieten. Doch auch Jock Goddard ist ihm immer einen Schritt voraus und so bleibt ihm nur ein einziger Versuch, um das Blatt zu wenden.

  • Filmkritik

  • Was ist notwendig, um mit der Regie eines Thrillers über Industriespionage zwischen Schauspielgrößen wie Harrison Ford und Gary Oldman vertraut zu werden? Nun, für Robert Luketic genügten einige Romcoms nach Hollywoodrezept (Natürlich blond!, Kiss & Kill) und ein kurzer Ausflug ins Thriller-Genre (21), um in Paranoia – Riskantes Spiel einige große Namen aufeinandertreffen zu lassen. Was im ersten Augenblick vielversprechend klingt, ist in der Tat das traurige Paradebeispiel für verschenktes Potential, denn hier wurde aus einem interessanten Stoff ein 106-minütiger Langweiler geschaffen, den es zu überstehen gilt.

    Liam Hemsworth läuft nachts durch die Straßen, wovor er flüchtet weiß man vorerst nicht, doch mit seinen ersten Worten spricht er seinem Publikum aus der Seele – zumindest im Nachhinein betrachtet. Denn sein Statement „I’m not gonna make excuses. I asked for this, all of it.” dürfte auch durch den Kopf seines Zusehers schießen, nachdem Paranoia über den Schirm lief. Denn trotz aller negativen Kritiken, die man sich vorbereitend vielleicht angesehen oder durchgelesen haben dürfte, hat man beschlossen, dem Film nicht nur eine Chance zu geben, sondern ihn bis zum Ende zu sehen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zwar zuletzt, hat in Paranoia aber schon von Anfang an ein schweres Spiel.

    Industriespionage ist ein äußerst lukratives und prekäres Geschäft in gesetzlichen Grauzonen – Köpfe rollen, Millionen stehen auf dem Spiel. Ja, diese Voraussetzungen sollten doch ausreichend Stoff für einen soliden Thriller um Leben und Tod, Erfolg und Verlust liefern, könnte man meinen. Das Interesse des jungen Publikums gewinnt man auch vor allem mit der Veranschaulichung des einstigen amerikanischen Traums, den es so heute nicht mehr zu geben scheint. Die Eintrittskarte in die Welt von maßgeschneiderten Anzügen, Luxus-Karossen und Designer-Wohnungen kann nur noch durch Lügen und Intrigen gelöst werden – diesen Eindruck versucht zumindest Paranoia zu wecken. Dabei fuchtelt der Film stets pseudo-belehrend mit erhobenem Zeigefinger um seine Message, dass lügen schlecht ist und Geld nicht glücklich macht, zu überliefern. Für alle, die das noch nicht wussten, bietet Paranoia immerhin etwas Neues.

    Eine Geschichte wie diese baut auf weitestgehend reale bzw. zumindest mögliche Tatbestände, weswegen Authentizität oberstes Gebot ist. Leider wird das Drehbuch immer wieder von Ungereimtheiten eingeholt, die der Geschichte so lange Rückschläge verpassen, bis der Zuseher sich endgültig aus dem Film ausklinkt. Um Momente der Spannung zu erzeugen greift Robert Luketic auf die Inszenierung eines altbackenen Krimis zurück, aufgrund derer der Film jederzeit durchschaubar bleibt. Wer nun aber im Glauben ist, die guten Darsteller könnten die Kastanien aus dem Feuer holen, könnte damit leider nicht falscher liegen. Liam Hemsworth wirkt derart gelangweilt und desinteressiert, dass man meinen könnte, er wäre vertraglich an das verantwortliche Filmstudio gebunden und müsste in Paranoia gegen seinen Willen spielen. Hat man sich erstmals an Harrison Fords Frisur gewöhnt, bleibt er zumindest glaubhaft (wenn auch nicht überragend), wenn auch blass neben Gary Oldman, der als einziger sein gewohnt gutes Spiel abzieht. Amber Heard tut das was sie immer tut und sieht gut aus, Julian McMahon ist als fieser Handlanger solide wie immer, Richard Dreyfuss kommt hingegen nicht zur Geltung, was aber nicht ihm selbst, sondern der flachen Charakterzeichnung zuzuschreiben ist.

    Bei aller Kritik muss man Paranoia auch seine Stärken lassen, die nicht von der Hand zu weisen sind. Der Thriller fällt inhaltlich zwar flach aus, geizt dafür aber nicht mit optischen Reizen und lebt von unglaublich stylischen Bildern. Die kalte Optik spiegelt den Zeitgeist einer modernisierten Welt wider und sieht, bis auf einige vibrierende Einstellungen, sehr gut aus. Leider vermag der Look des Films aber nicht über die Schwächen von Drehbuch und Darstellern hinwegzutäuschen.


    Fazit:

    Regisseur Robert Luketic schien mit 21 einen Glückstreffer gelandet zu haben und sollte wohl bei seinen romantischen Komödien bleiben, denn mit Paranoia hat er sich als Thriller-Regisseur sicherlich nicht empfohlen. Sich eine interessante Geschichte mit Potential zu picken und das Glück, einige große Namen für sich zu gewinnen reichen scheinbar nicht aus, um einen guten Film auf die Beine zu stellen. Und auch wenn der Film nicht völlig missraten ist, schmerzt die Tatsache, dass man aus den gegebenen Möglichkeiten weit mehr hätte vollbringen können.


  • Wertungen
  • Story
    2,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    2,0
    Spannung:
    2,0
    Darsteller:
    2,5
    Gesamt:
    2,5
    Verfasst von:
    Daniel Fabian
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