47 Ronin

  • Informationen zum Film
  • 47 Ronin

  • Originaltitel:
    47 Ronin
    Genre:
    Action, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2013
    Kinostart Österreich:
    30.01.2014
    Kinostart Deutschland:
    30.01.2014
    Kinostart USA:
    25.12.2013
    Verleiher Österreich:
    Universal Pictures International Austria
    Verleiher Deutschland:
    Universal Pictures International
  • Inhalt
  • Als ihr Fürst heimtückisch ermordet wird, bleibt 47 entehrten Ronin (= herrenlose Samurai) nur die Verbannung - deshalb wollen sie Rache. Der Krieger Oishi und seine Gefährten sind dabei auf die Unterstützung des Halbbluts Kai angewiesen, müssen ihn aber zunächst aus der Sklaverei befreien. Kai wurde einst vom Fürsten aufgenommen und erzogen und liebt seit langem die Tochter seines Herren. Obwohl die Ronin das Halbblut ihre Abneigung spüren lassen, schließt Kai sich ihrer Gruppe an und steigt schließlich sogar zum Anführer auf. Gemeinsam versuchen sie die Festung des Feindes zu stürmen und die Ehre ihres Fürsten wieder herzustellen. Doch auf dem Weg dorthin müssen sie sich gegen ihre Feinde, zu denen nicht nur Fabelwesen und eine verführerische Hexe zählen, wehren.

  • Filmkritik

  • Das feudale Japan ist ein ungemütlicher Ort. Bauern sind so wenig wert, dass die Samurai die Schärfe ihrer Schwerter an ihnen testen dürrften, die Samurai wiederum haben den willkürlichen Entscheidungen des Shogun zu gehorchen und müssten sich außerdem mit allerlei fremdartigen Drachen, Waldgeistern, Hexen und anderer dunkler Zauberei messen. Jedenfalls wenn es nach Regisseur Carl Rinsch geht, der mit 47 Ronin einen der bekanntesten japanischen Stoffe neu interpretiert und wer trotz der Poster mit Keanu Reeves in Samurai-Kluft, tätowierten Pistolenträgern und diverser Ungeheuer im Trailer noch die altbekannte Geschichte konservativ erzählt erwartet, wird mit 47 Ronin nicht glücklich werden.


    Samurai ist die heutzutage gebräuchliche Bezeichnung für den japanischen Kriegsadel. Verlieren Samurai ihren Herren, werden sie zu Ronin, herrenlosen Samurai. Die Geschichte der 47 Ronin ist eines der bekanntesten Ereignisse Japans. Darin schwören 47 Ronin im angehenden 18. Jahrhundert, die ungerechtfertigte Todesstrafe ihres Herren zu rächen, obwohl ihnen der Shogun Rache untersagt hat. In beispielloser Treue rächen sie ihren Herren. Durch Seppuku, die ritualisierte Art des männlichen Selbstmords (im Westen oft als Harakiri bezeichnet) retten sie nach erfolgter Rache die Familienehre. Mit 47 Ronin geht Hollywood höchst eigenwillig, aber auch interessant, an die schon vielmals erzählte Thematik. 



    Keanu Reeves in seiner Rolle als aufstrebender Außenseiter bereichert die Geschichte nicht wirklich mit Innovationen, doch punktet vor allem die Gestaltung der übernatürlichen Geschöpfe und das unverbrauchte Szenario. Während Fantasy in den letzten Jahren stark durch die Optik der Tolkien Verfilmungen geprägt war, wirken die asiatischen Drachen, weißen Wölfe und Tengu frisch, aber auch gewöhnungsbedürftig. Generell scheint die bunte Optik des Films mit ihren leuchtenden Farben stark an Zhang Yimous Ästhetik in Hero oder House of Flying Daggers zu erinnern, wobei die Farbgebung ähnlich wie in House of Flying Daggers mit zunehmender Dramatik an Leuchtkraft verliert. Besonders hervorzuheben sind die poetisch anmutenden Selbstmordszenen, die zwar die ehrenhafte Intention perfekt vermitteln, dadurch aber auch besonders exotisierend wirken. Warum man sich für das Erzählen einer japanischen Geschichte an der Optik chinesischer Filme orientiert, bleibt aber ein Rätsel.


    Neben Carl Rinsch stecken auch Chris Morgan, Hossein Aminind und Walter Hamada als Drehbuchautoren hinter dem Projekt. Besonders Hossein Amini ist hervorzuheben, der sich zwar einerseits mit dem Drehbuch zu Drive rühmen kann, andererseits aber auch weniger gelungene Skripte wie Snow White and the Huntsman zu verantworten hat. Mit 47 Ronin gelingt dem Team eine solide Umsetzung, der es teilweise an Spannung mangelt. Auch die Kinematographie schwankt und schafft es nicht, ihren Stil durchzuziehen. Wieso gibt es beispielsweise bei einem Kampf Zeitlupe, bei anderen nicht? Man kann darüber hinwegsehen, dass es absolut schwachsinnig ist, dass die noble japanische Gesellschaft englisch spricht, wieso muss sie das zusätzlich mit einem grauenvoll stereotypen Akzent tun, der die Inkongruenz von englischer Sprache und japanischer Kultur besonders hervorhebt? Die Darsteller um Keanu Reeves, Hiroyuki Sanada (The Wolverine), Ko Shibasaki und Tadanobu Asano (Thor) machen ihre Sache zweckmäßig, doch zeichnen sich derlei Fantasy-Abenteuer sowieso selten durch meisterhaftes Schauspiel aus. 



    Fazit:


    Die Geschichte um die ehrenhaften 47 Rächer ist hinreichend bekannt, die neue Erzählweise mit Drachen und Dämonen ist aber, wenn man sich darauf einlassen will, durchaus ein netter Einfall. Kundige der (vermeintlichen) japanischen Kultur werden viele bekannte Stichworte wie Bushido, Tengu et cetera aufschnappen, müssen sich aber ebenfalls auf eine Neuinterpretation dieser gefasst machen.


    Wer sich mit dem Bruch dieser Konventionen abfinden kann, wird mit 47 Ronin ein kurzweiliges Fantasy-Feuerwerk mit schönen Effekten und einem erfrischend ungewohnten Szenario bekommen, dem ein bisschen mehr Spannung aber nicht geschadet hätte und das sich selbst zu ernst nimmt. Als Meilenstein des Samurai-Films, des Schwertkampffilms oder generell des Fantasy-Films kann 47 Ronin nicht bezeichnet werden.  


  • Wertungen
  • Story
    2,5
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    2,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Johannes Mayrhofer
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BILDER ZUM FILM

Komentare (4)

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Stimmt - wie ich geschrieben hab, absolute Zhang Yimou Optik. (Nur, dass der ein richtiger Meister ist und das nur ein müder Versuch... wenn man sich aber darauf einlässt, ist 47 Ronin angenehm erfrischend und auf jeden Fall ganz unterhaltsam.

Betrachtet man das ganze von einer japanologischen Seite, könnte man auch die Originalgeschichte, die klassische Verfilmung und die generelle Mythologisierung "japanischer" Kultur in und außerhalb Japans noch ins kleinste Detail zerlegen und anzweifeln, ergo finde ich es bisschen falsch, sich darüber aufzuregen, dass Hollywood hergeht und ein eigenes Ding daraus macht. Es ist ihr gutes Recht, wie sie es auch beispielsweise in diversen Sandalenfilmen, Ritterfilmen oder Western gemacht haben. Keiner muss das mögen, ich kann mich darauf einlassen und fand das Ergebnis erfrischend nett, wenn auch weit von umwerfend entfernt.

geschrieben am 30.01.2014 um 00:33 Uhr #4

Klingt ja zu Possitiv. Ich finde es merkwürdig, das man keinen einzigen Japaner am Drehbuch mit schreiben lies und auch bei der Optik klingt es so, als ob man dachte China, Japan wo ist da schon ein unterschied

geschrieben am 28.01.2014 um 15:43 Uhr #3

Hört sich nach dem an, was ich erwartet hab. Mal schauen, vielleicht wird's sogar a Kinobesuch!

geschrieben am 27.01.2014 um 11:36 Uhr #2

Also ein Rotten Tomatoes Rating von 12% finde ich absolut ungerechtfertigt! Falls übrigens irgendjemand den Film nur wegen dem tätowierten Typ am Poster anschauen will – klassischer Vermarktungsfail – der Herr hat im Film vielleicht 15 Sekunden Screentime. ;-)

geschrieben am 27.01.2014 um 11:14 Uhr #1

 

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