Aviator

  • Informationen zum Film
  • Aviator

  • Originaltitel:
    The Aviator
    Genre:
    Biographie, Drama
    Produktionsländer:
    USA, Deutschland
    Produktionsjahr:
    2004
    Kinostart Österreich:
    20.01.2005
    Kinostart Deutschland:
    20.01.2005
    Kinostart USA:
    25.12.2004
  • Inhalt
  • In den 1930er und 1940er Jahren revolutioniert der junge Multimillionär Howard Hughes Hollywood und wird einer der erfolgreichsten Produzenten der Traumfabrik. Nebenbei ist er waghalsiger Pilot und eine treibende Kraft der modernen kommerziellen Luftfahrt. Die Frauen liegen ihm zu Füßen und er hat skandalträchtige Affären mit dem eleganten Hollywoodstar Katharine Hepburn und der sinnlichen Leinwandgöttin Ava Gardner. Doch Howard Hughes hat nur eine Liebe: das Fliegen.

  • Filmkritik

  • Howard Hughes kam mit einem angeborenen Hörschaden auf die Welt, wurde mit 18 Jahren Vollwaise und kurz darauf Erbe eines Vermögens. Er sortiert Erbsen nach ihrer Größe und gerät wegen bekleckerten Sakkos oder öffentlichen Türgriffen in Panik, schließt im Gegenzug aber Millionendeals ab, ohne mit der Wimper zu zucken. Ja, Howard Hughes war nicht nur einer der erfolgreichsten, sondern auch außergewöhnlichsten Unternehmer Amerikas im 20. Jahrhundert. Der Filmfreund und Flugzeugnarr pumpte all sein Geld in Investitionen, die nur so lange auf öffentliche Gelächter stießen, bis er auf jenen Grundfesten ein Milliardenimperium errichtete. Der eindrucksvollen Geschichte des zwielichtigen Exzentrikers Howard Hughes nahm sich kein geringerer als Martin Scorsese (GoodFellas, The Departed) an, der dem Unternehmer mit Aviator ein majestätisches und gleichsam schockierendes Denkmal setzt.

    Leonardo DiCaprio scheint sich in Rollen wohl zu fühlen, die nicht nur nach Macht und Prestige, sondern auch nach Geld streben. Die Millionen, die er aktuell als Jordan Belfort in The Wolf of Wall Street (hier gibt’s die Kritik) scheffelt, ließen ihn zuletzt in The Great Gatsby trotz großer Parties vereinsamen. Jahre zuvor galt es aber erst als selbsternannter Aviator paranoiden Exzentriker und erfolgreichem Unternehmensmagnat unter einen Hut zu bringen und dabei eigentlich nur der Leidenschaft des Howard Hughes zu folgen, die ganz im Zeichen des Kinos und des Fliegens stand.




    Und was DiCaprio in diesem Biopic, das eher einem mondänen Epos gleicht, abliefert, ist Schauspielkunst auf höchstem Niveau und neben Catch me if you can und Gangs of New York nur die Einleitung zu seinem endgültigen Durchbruch. Ob kleinlich, von sich überzeugt, verzweifelt oder charmant – DiCaprio überzeugt auf ganzer Linie und verpasste nur knapp seinen ersten Oscar, der ihm längst zustünde. Gerade in Momenten, die von seiner Performance leben, lässt er mit einem einzigen Blick in die Kamera und dem Buchstabieren eines Wortes den Atem seines Publikums stocken. Als einer der ganz großen ist Martin Scorsese dafür bekannt, nichts dem Zufall zu überlassen, was sich auch in der Auswahl der restlichen Besetzung bemerkbar macht. John C. Reilly (Der Gott des Gemetzels), Alec Baldwin (The Departed) und allen voran Cate Blanchett (Der seltsame Fall des Benjamin Button), die alleine für ihren angelernten Akzent den Oscar mit Berechtigung erhielt, sind nur einige große Namen Hollywoods, die in Aviator genauso vor Überzeugung sprühen, wie der Swing-lastige Soundtrack. Selbst hinter kleinen Nebenrollen verstecken sich vollends authentische Darsteller wie Ian Holm, Kate Beckinsal, Alan Alda oder Jude Law – ja, so ein Star-Ensemble liegt nur den ganz Großen des Kinos zu Füßen, die sie auch goldrichtig einzusetzen wissen.



    Interessanten, verfilmbaren Stoff zur Verfügung zu haben ist die eine Sache, jene Geschichte aber detailgetreu und dennoch unterhaltsam zu inszenieren eine ganz andere. Martin Scorsese beherrscht dies zwar wie kein Zweiter, ist aber dennoch auf seinen Drehbuchautor angewiesen. Und John Logan hat sich mit seinen Arbeiten an Gladiator und Last Samurai gerade dafür aufgedrängt, ein weiteres monumentales Drehbuch zu verfassen, das Martin Scorsese zu einem der schönsten und intensivsten cineastischen Erlebnisse des Jahres 2004 werden ließ.

    Was er mit Aviator erschuf, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Mit einem klassischen Dreiakter kostet er erst die unendliche Freiheit aus, die in Howard Hughes bzw. Leonardo DiCaprio zu Fleisch und Blut wird und sowohl die finanzielle Freiheit, als auch die des Fliegens, sowie des menschlichen Verstandes behandelt, um anschließend die resultierenden Gefahren deutlich zu werden lassen, mit deren Konsequenzen schlussendlich gelebt werden muss. Dabei schafft Scorsese ein authentisches Abbild der 30er Jahre, das trotz Wirtschaftskrise in Glanz und Gloria zu ertrinken droht. Die offensichtlichsten Animationen sind zwar als solche auszumachen, werden von Scorsese aber geschickt auf die Filmindustrie der damaligen Zeit umgelegt, was Aviator nur zusätzlichen Charme verpasst. Des Weiteren gelingt es ihm mit spektakulären Kamerafahrten die Grenzen der Leinwand zu überschreiten und einen 3D-Effekt zu erzeugen, der in Wirklichkeit gar nicht da ist. Andere Aufnahmen bekommen hingegen leichten Vintage-Einschlag oder werden von Scorseses Feingespür für Slow Motion bestimmt, jedes Szenenbild ist aber für sich genommen ein Kunstwerk.




    Fazit:

    Aviator erzählt die Geschichte eines Überfliegers, der wortwörtlich hoch hinaus will. Die Geschichte eines Mannes, der für seine Leidenschaft bis an die Grenzen des Möglichen und darüber hinausgehen würde, stets auf der Jagd nach Erfolg und Fortschritt. Scorsese beleuchtet die einzigartige Figur des Howard Hughes detailverliebt, lässt die 170 Minuten dabei aber wie im Flug vergehen. Charakterstudie, Psychodrama, Abenteuerfilm – Aviator ist ein bisschen was von allem und vereint Schauspiel und Regieführung auf höchstem Niveau.

  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Musik:
    5,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
    Daniel Fabian
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Komentare (3)

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Kann ich echt net sagen... irgendwas hat mir im direkten Vergleich z.B. zu Departed gefehlt. Makellos, aber ich denke, ein bisschen mehr wäre trotzdem noch drin gewesen. Vor allem nach ca. der ersten Stunde.

geschrieben am 17.01.2014 um 16:54 Uhr #3

Ist wahnsinnig gut - aber verglichen zu Wolf find ich ihn ein bisschen langatmig. Btw. warum hier keine Höchstpunkte?

geschrieben am 17.01.2014 um 16:32 Uhr #2

Wahnsinnig guter Film! Hat mich verdammt positiv überrascht!

geschrieben am 17.01.2014 um 15:05 Uhr #1

 

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