Departed - Unter Feinden

  • Informationen zum Film
  • Departed - Unter Feinden

  • Originaltitel:
    The Departed
    Genre:
    Krimi, Thriller, Mystery
    Produktionsländer:
    USA, Hong Kong
    Produktionsjahr:
    2006
    Kinostart Österreich:
    08.12.2006
    Kinostart Deutschland:
    07.12.2006
    Kinostart USA:
    06.10.2006
    Verleiher Österreich:
    Warner Bros.
    Verleiher Deutschland:
    Warner Bros.
  • Inhalt
  • In South Boston hat die Polizei dem organisierten Verbrechen den Krieg erklärt. Um an den Unterwelt-Boss Costello heranzukommen schleusen Sie den jungen Polizisten Billy in seinen Clan ein. Noch ahnen Sie nicht, dass sich in eine ihrer Eliteeinheiten Colin Sullivan, ein Handlanger Costellos eingeschlichen hat. Bald wird beiden Seiten klar, dass sich Maulwürfe in Ihren Organisationen befinden.



    Colin und Billy versuchen so schnell wie möglich den anderen zu entlarven um ihre eigene Haut zu retten.

  • Filmkritik

  • Martin Scorsese ist wohl seit Jahrzehnten ranghöchster Regisseur von Gangsterfilmen. Nach Filmen wie GoodFellas oder Casino, die sich längst im Klassikerstatus sonnen dürfen, bewies er mit The Departed erneut, was er mittlerweile mit The Wolf of Wall Street (hier geht’s zur Kritik) einmal mehr untermauerte – er bleibt als Urvater des Genres (neben Francis Ford Coppola) das Maß aller Dinge. Da kann dem Großmeister auch die allgemeine Verachtung nichts anhaben, die Neuverfilmungen aktuell aus Prinzip entgegengebracht wird. Er drückt der asiatischen Vorlage, Infernal Affairs, seinen ganz persönlichen Stempel auf, was sich nicht nur in der Laufzeit des Films wiederspiegelt – der Film ist gut 50 Minuten länger als das Original, sondern auch in der knallharten Konsequenz seines cineastischen Genies.

    The Departed erzählt ein raffiniertes Katz-und-Maus-Spiel zwischen der Bostoner Polizei und dem Gangsterboss Frank Costello. Während dieser den jungen Colin Sullivan unter seine Fittiche nimmt, um ihn später als Spitzel bei der Polizei für ihn arbeiten zu lassen, wird der aufstrebende Jungpolizist Billy Costigan undercover in seine Kreise eingeschleust. Dort gewinnt er das Vertrauen des zwielichtigen Costello, bis seine Identität droht aufzufliegen. Und auch Sullivan blüht ein ähnliches Schicksal, es sei denn, er kann sich still und heimlich aus der Affäre ziehen. Doch in der Welt von The Departed wird für jeden Fehler bitter bezahlt…



    „Ich will kein Produkt meiner Umwelt sein. Ich will, dass meine Umwelt ein Produkt von mir ist.“

    Martin Scorsese ist bekannt für seine schonungslose Inszenierung abgebrühter Gangsterfilme und ließ mit The Departed verlauten, dass er noch längst nicht in die Jahre gekommen ist – zumindest aus filmischer Sicht. Wie es von einem Mann seines Formats auch nicht anders zu erwarten war, versucht er erst gar nicht, die Hong Kong-Vorlage aus dem Jahr 2002 zu kopieren, sondern nützt diese viel mehr als Input für seinen Film, der die Geschichte in völlig neuem Glanz erstrahlen lässt.

    „Niemand schenkt dir etwas. Du musst es dir nehmen.“



    Scorsese räumt der Authentizität seiner Charaktere größte Bedeutung ein, baut eigentlich den ganzen Film auf deren glaubhafte Entwicklung und nimmt sich daher Zeit, viel Zeit um die einzelnen Figuren ausreichend zu beleuchten. Diese braucht der Film aber auch, um all den großen Namen nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Film gerecht zu werden – und selbst für einen Filmemacher wie Scorsese ist ein derart hochkarätiges Ensemble die Ausnahme. Neben einem überzeugend trockenen Matt Damon ist es vor allem Leonardo DiCaprio, der als heißblütiger Polizist an seine schauspielerischen Grenzen geht und seinem längst verdienten Oscar einmal mehr hinterherlaufen muss. Abgesehen von den beiden Hauptdarstellern wartet der Film mit Bestbesetzung bis in die Nebenrollen auf: Jack Nicholson als charismatischer, aber knüppelharter Gangsterboss, Martin Sheen als väterlicher Captain und Mark Wahlberg als dessen fluchender Sidekick, Ray Winstone als die rechte Hand der Unterwelt, Alec Baldwin als ranghoher Polizist und Vera Farmiga als betreuende Psychologin – sie alle bekommen genug Zeit, um The Departed so meisterhaft zu spielen, wie er auch geschrieben ist.

    Was den Film aber tatsächlich auszeichnet ist der unfassbare Spannungsbogen, den er im Versteckspiel zwischen den beiden Seiten entstehen lässt. Nicht zuletzt aufgrund der radikalen Härte, die dem Film einen konsequent bedrohlichen Unterton mitgibt, fiebert man mit Costigan und Sullivan um ihre Aufdeckung regelrecht mit. Jene Atmosphäre würde jedoch in Ketten liegen, hätte Scorsese nicht erneut auf den deutschen Kamermann Michael Ballhaus gesetzt, der seinem Schaffen bis dato auch noch der Oscar-gekrönte Höhepunkt fehlt. Außerdem sitzt das musikalische Thema, angeführt von den Dropkick Murphys, in jeder noch so kleinen Szene, was The Departed schlussendlich makellos werden lässt.




    Fazit:

    Martin Scorsese führt seine Reihe rauer, dreckiger Gangster-Filme fort und setzt ihr mit The Departed die Krone auf. Die packende Inszenierung einer intelligent verschachtelten Geschichte lässt dieses unbarmherzige Meisterwerk trotz zweieinhalb Stunden Länge niemals langweilig werden. Scorseses Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Gesetz und der Bostoner Unterwelt begeistert in Perfektion und Konsequenz und wird binnen weniger Jahr zwangsläufig ebenfalls zum Klassiker avancieren.

  • Wertungen
  • Story
    4,5
    Musik:
    5,0
    Unterhaltung:
    4,5
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    4,5
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
    Daniel Fabian
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Komentare (3)

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Der Film war echt gut

geschrieben am 17.01.2014 um 19:31 Uhr #3

Vorhersehbar eventuell, wenn man das Original kennt? Oder schon ein ausgefuchster Filmkenner ist... ;) Aber ich muss sagen, dass der Film für mich auch noch hervorragend funktioniert, wenn ich ihn schon 3-4x gesehen hab - und das hab ich echt selten. Ich konnt mich echt gut in die Geschichte einleben und mich mit allen Charakteren anfreunden... (vor allem mit Wahlbergs Figur :D)

geschrieben am 17.01.2014 um 16:53 Uhr #2

Wow, ich muss mir den echt nochmal ansehen... ich hab den in meiner Erinnerung als langatmig, vorhersehbar und fad gespeichert O.O
Aber ich denk, ich geb ihm nochmal eine Chance.

geschrieben am 17.01.2014 um 16:34 Uhr #1

 

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Mafia-Epos der Sonderklasse! Endlich wieder alle Zutaten vereint, die einen Scorsese-Film ausmachen:exzellente Darstellerleistungen und eine mit "Herzblut" erzählte Geschichte über Lügen, Korruption und Intrigen!

geschrieben am 29.07.2011 um 23:51

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Departed - Unter Feinden

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ø Wertung: 8,9/10 | Wertungen: 27 | Kritiken: 1

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