Erbarmen

  • Informationen zum Film
  • Erbarmen

  • Originaltitel:
    Kvinden i buret
    Produktionsjahr:
    2013
    Kinostart Österreich:
    07.02.2014
    Kinostart Deutschland:
    23.01.2014
    Verleiher Österreich:
    Luna Filmverleih
    Verleiher Deutschland:
    NFP
  • Inhalt
  • Nach einem katastrophal gescheiterten Einsatz wird Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) in die neu gegründete Sonderabteilung Q abgeschoben. Sein Auftrag ist klar: Er darf nicht mehr selbst ermitteln, sondern soll ungelöste Fälle möglichst schnell und geräuschlos zum Abschluss bringen. Doch es dauert nur wenige Tage, bis seine Sturheit ihn und seinen Assistenten Assad (Fares Fares) auf die Spur von Merete Lynggaard (Sonja Richter) führt. Die bekannte Politikerin ist vor Jahren auf mysteriöse Weise von einer Passagierfähre verschwunden. Und der einzige Zeuge, ihr Bruder, ist nicht vernehmungsfähig. Der Fall wurde als wahrscheinlicher Selbstmord zu den Akten gelegt, doch Carl und Assad finden Hinweise, die sie an dieser Version zweifeln lassen. Trotz anders lautender Anweisungen nehmen sie eigene Ermittlungen auf, tauchen in die Tiefen von Merete Lynggaards Vergangenheit ein und beginnen langsam aber sicher zu verstehen, dass das Böse manchmal nur auf den richtigen Zeitpunkt wartet, bis es sich voller Grausamkeit und Horror in ein Leben drängt

  • Filmkritik

  • Die skandinavischen Thriller/Krimi Filme erfreuen sich spätestens seit der Verfilmung von Stieg Larssons Milennium Trilogie größter Beliebtheit. Mit dem Roman Erbarmen (OT: Kvinden i buret) hat Autor Jussi Adler-Olsen 2007 auch einen Hit gelandet, der mit Larsson verglichen wurde. Nun machte sich Regisseur Mikkel Nørgaard daran, auch diesen Stoff für leinwandfähig zu machen.
    Der Film beginnt mit einer missglückten Schießerei, bei der die Polizei, darunter auch Protagonist Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) von Kriminellen regelrecht niedergestreckt wird. Aufgrund seiner daraus resultierenden psychischen Probleme wird Mørck in eine Cold Case-artige Abteilung versetzt, in der er alte Fälle archivieren soll. Zur Seite stellt man ihm den Syrer Assad (Fares Fares).


    Hier beginnt auch die eigentliche Handlung des Films, denn Mørck lässt ein besonderer Fall nicht los, der damals als Selbstmord deklariert wurde bei dem es sich seiner Auffassung nach nur um Mord handeln konnte. Der Film springt ab diesem Punkt in der Handlung immer wieder zwischen der Vergangenheit, in der das Opfer, die Politikerin Merete Lynggaard (Sonja Richter) langsam in die Fänge eines Entführers (Peter Plauborg) gerät und Mørck und Assad gegen den Willen ihres Chefs den Fall wieder eröffnen.


    Nørgaard gelingt es hier, solide Spannung aufzubauen und den Zuschauer ins Grüblen zu bringen, was denn das Motiv des Entführers sei und wo und warum Merete von ihm eingesperrt wurde. Düster-verhaltene Szenen der Kommissare beim Ermitteln wechseln sich mit intensiven Szenen in dem Tank ab, in dem Merete eingesperrt ist. Herausragend ist in diesen Szenen besonders das Schauspiel von Sonja Richter, die die gequälte, aber doch die Hoffnung nicht aufgebende Merete gekonnt spielt, die selbstgefällige Stimme des Entführers stets im Rücken.
    Nikolaj Lie Kaas als Carl Mørck und Fares Fares als Assad geben ein ungleiches, aber gerade deswegen so passendes Ermittlerpaar ab. Während Mørck gerne in Selbstmitleid ertrinkt und meistens schlecht gelaunt und mürrisch ist, ist in Assad ein ruhiger und besonnener Kontrapunkt zu finden. Peter Plauborg als Entführer kann als widerlicher, aalglatt wirkender Entführer auch durchaus überzeugen.


    Die Inszenierung des Films stützt sich darauf, den Film in möglichst düstere und bedrückende Bilder zu setzen, was Erbarmen jedoch in Sachen visuelle Gestaltung nicht von seinen skandinavischen Kollegen abhebt. Eine Szene, in der die junge Merete nach einem verheerenden Autounfall verträumt durch den Schnee taumelt, ist jedoch der Inszenierung zu viel und wirkt prätentiös, seltsam, da der Film an allen sonstigen Stellen sich keiner solcher Stilmittel bedient.
    Die Kamera des Films ist besonderes in den Szenen im Tank gut platziert, fällt sonst jedoch nicht weiter auf, die Musik von Johan Söderqvist untermalt den Film mit düster-ruhigen Tönen, wie man es von Söderqvist gewohnt ist.


    Fazit:


    Erbarmen ist ein Thriller, der sich von anderen skandinavischen Thrillern nur wenig absetzt, was aber nicht unbedingt etwas Negatives sein muss. Wie die meisten anderen skandinavischen Thriller bietet Erbarmen nämlich auch gekonnt in Szene gesetzte Spannung und gutes Schauspiel mit guter Musik und der typischen düsteren Farbgebung. Erbarmen wird Fans dieser Art von Filmen sicherlich erfreuen und auch der reguläre Kinobesucher kann von dem Film durchaus gefesselt werden.


  • Wertungen
  • Story
    3,5
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Phil Heron
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Skandinavische Länder sind für ihre düsteren Thriller bekannt. Dazu gehört auch „Erbarmen“ als Buch geschrieben von Jussi Adler-Olsen, wurde das Buch in Deutsch auch sehr erfolgreich und es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis dieses auch ve...

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geschrieben am 23.02.2014 um 19:52

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ø Wertung: 7,4/10 | Wertungen: 5 | Kritiken: 1

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