The Wolf of Wall Street

  • Informationen zum Film
  • The Wolf of Wall Street

  • Originaltitel:
    The Wolf of Wall Street
    Produktionsjahr:
    2013
    Kinostart Österreich:
    17.01.2014
    Kinostart Deutschland:
    16.01.2014
    Kinostart USA:
    15.11.2013
    Verleiher Österreich:
    Universal Pictures International Austria
    Verleiher Deutschland:
    Universal Pictures International
  • Inhalt
  • Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) träumt nicht nur vom amerikanischen Traum, er lebt ihn wie kein anderer! Mit viel Geschick und Gerissenheit schafft er es an der New Yorker Börse sein Leben in einen absolut exzessiven Erfolg zu wandeln: Geld, Macht, Frauen und Drogen inklusive. Jordan Belfort wird der unersättliche Wolf der Wall Street!

  • Filmkritik

  • Koks, keine Skrupel und zweimal täglich masturbieren sind die Schlüssel zum Erfolg, wie der junge Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) von seinem Vorgesetzten Mark Hanna (Matthew McConaughey) lernt, während die beiden in einem Luxusrestaurant sitzen, sich auf die Brust trommeln, vor sich hin summen und zeigen – in dieser Welt ist alles erlaubt, solange die Kohle stimmt. Belfort, nach New York an die Wall Street gekommen um das große Geld zu machen, saugt wissbegierig alles auf, bis er schließlich selbst alles, vom großen Geldverdienen bis zum Drogenkonsum und diversen anderen Maßlosigkeiten, perfektionieren wird.


    Martin Scorseses The Wolf of Wall Street basiert auf dem gleichnamigen Buch von Jordan Belfort, der darin seine Lebensgeschichte festhielt. In den Achtzigern verdiente Belfort als Aktienhändler mit seinem Unternehmen Stratton Oakmont ein Vermögen, 1998 folgte die Verhaftung wegen Betrugs und Geldwäsche. Nach zwei veröffentlichten Büchern ist er heute als Motivationstrainer und Unternehmensberater tätig.



    Scorsese lässt den selbsternannten Wolf der Wall Street, grandios von Leonardo DiCaprio gespielt und für diese Darstellung mittlerweile Golden Globe prämiert, als Ich-Erzähler seine eigene Geschichte erzählen. Nur in wenigen Szenen schwenkt die Erzählperspektive zugunsten eines Witzes oder um die Gedankenwelt anderer Figuren besser zu verstehen. Dabei bleibt allerdings offen, ob der Perspektivenwechsel nicht eher Belforts Interpretation seines jeweiligen Gegenübers darstellt. Spannend und gleichermaßen unterhaltsam ist auch, dass man Belforts Erzählung nicht trauen kann, denn er revidiert während des Erzählens bereits Erzähltes und ändert so immer wieder Details. Ein roter Sportwagen wird etwa ohne Unterbrechung der Szene zu einem weißen Sportwagen. Diese erzähltechnischen Kniffe machen nicht nur Laune, sondern spiegeln auch Belforts schwankenden Geisteszustand, die durch die ständigen Partys und den übertriebenen Konsum jeglicher erhältlichen und nicht mehr erhältlichen Rauschmittel zu jedem Zeitpunkt kippen kann.


    Durch die Innenansichten seines Hauptcharakters wird das Geschehen allerdings einseitig und kaum reflektiert dargestellt – im Gegenteil sogar verharmlost. Reue zeigt Belfort kaum, kritische Selbstreflexion findet keine statt, übertriebene Selbstverherrlichung schon. Carpe Diem scheint das Firmenmotto von Stratton Oakmont, wo einerseits in wenigen Stunden mehrere Millionen Dollar erwirtschaftet werden und andererseits die Ausschweifungen so weit gehen, dass sexfreie Zeiten im Büro festgelegt werden müssen. Ob Belfort mit einem Affen am Arm durchs Büro wandert oder sich im Kleinwüchsigen-Weitwurf übt, Spaß für sich und seine Mitarbeiter steht an der Tagesordnung und Prostituierte und Stripperinnen gehören fast schon zur Büroausstattung. Der Soziopath und Junkie Jordan Belfort rauscht in Wolf of Wall Street von einem Erfolg zum nächsten und von einem Kick zum anderen und wäre die Thematik beim Zuseher nicht durch tägliche Meldungen von irgendwelchen Rating-Agenturen, Bankenpleiten und Börsencrashs im höchsten Maße negativ konnotiert, man bekäme in The Wolf of Wall Street fast Lust in diesem berauschenden Spiel mitzumachen. So hinterlässt Scorseses neuer Film aber einen zynischen und bitteren Nachgeschmack.



    Fazit:


    Scorseses Kinematographie und vor allem DiCaprios grandioses – fast schon übertriebenes – Schauspiel unterstützen zu jeder Zeit Belforts Erzählung seines Lebens auf der Überholspur. Inhaltlich scheint The Wolf of Wall Street wie Brian de Palmas Scarface ohne Waffen, doch während bei Scarface 1983, noch vor Belforts tatsächlichem kometenhaften Aufstieg, Al Pacino als Verbrecher letztendlich an seiner eigenen Gier zugrunde ging, bleibt bei Scorseses The Wolf of Wall Street Jordan Belforts – für den Zuseher – ernüchternde Erkenntnis: „Ich habe Geld, was soll mir schon passieren?“. The Wolf of Wall Street schafft es, dank seiner amüsanten Erzählweise und den tollen Schauspielern einen Rausch zu vermitteln, der dem Publikum trotz einer höchst kurzweiligen Laufzeit von 180 Minuten über die gesamte Spiellänge ein süffisantes Grinsen aufs Gesicht zaubert – bei einer Thematik, die eigentlich zum Weinen ist.


  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Musik:
    4,5
    Unterhaltung:
    5,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
    Johannes Mayrhofer
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BILDER ZUM FILM

Komentare (6)

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Bin gespannt, ob er tatsächlich seinen längst verdienten Oscar bekommt. In bisherigen Kritiken wird er zwar immer hervorgehoben, aber Matthew McConaughey soll ja mit der besten Darbietung seiner Karriere fast noch besser spielen...

geschrieben am 21.01.2014 um 12:00 Uhr #6

Also für mich war der Film einer der genialsten den ich in der letzten Zeit gesehen habe. Absolut genial vorallem Di Caprio.

geschrieben am 20.01.2014 um 20:28 Uhr #5

Hatte höchste Erwartungen an den Film, die er dann doch nicht ganz erfüllen konnte. Auch wenn ich sagen muss, dass mich der Film trotz 3 Stunden Laufzeit zu keiner Sekunde langweilte und er sich wie 90 Minuten anfühlte, hat mir was gefehlt. Wahnsinnig lustige Einlagen, geile Charakte und top gespielt... aber irgendwie konnte er mich nicht so mitreißen, wie erhofft. Trotzdem, ganz großes Kino! Und DiCaprio sollte endlich seinen Oscar bekommen, wenn es meiner Meinung nach auch nicht seine beste Performance unter Scorsese war.

geschrieben am 17.01.2014 um 16:12 Uhr #4

Hört sich (wie erwartet) sehr vielversprechend an! Kann's kaum erwarten, den Streifen endlich zu sehen.

geschrieben am 14.01.2014 um 15:24 Uhr #3

Finde ich auch!

geschrieben am 13.01.2014 um 21:00 Uhr #2

Ich liebe ihn! Zusammen mit "Saving Mr. Banks" ein richtig schöner Start ins neue Kinojahr!

geschrieben am 13.01.2014 um 14:51 Uhr #1

 

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Sex, Drogen und Geld verschwenden, was man sich erschlichen hat. Genau das erlebt man in 3 Stunden bei „The Wolf of Wall Street“. Dabei sollte man sich aber drauf einlassen, dass es keine Moral gibt. Denn wir erleben hier die Wirklichkeit. Dinge ...

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geschrieben am 26.01.2014 um 11:41

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ø Wertung: 9,4/10 | Wertungen: 19 | Kritiken: 1

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