Saving Mr. Banks

  • Informationen zum Film
  • Saving Mr. Banks

  • Originaltitel:
    Saving Mr. Banks
    Produktionsjahr:
    2013
    Kinostart Österreich:
    06.03.2014
    Kinostart Deutschland:
    06.03.2014
    Kinostart USA:
    20.12.2013
    Verleiher Deutschland:
    Walt Disney Studios
  • Inhalt
  • Ein erfolgsgewohnter Hollywoodproduzent (Walt Disney gespielt von Tom Hanks), der seit 20 Jahren mit allen Mitteln das Lieblingsbuch seiner Töchter auf die Leinwand bringen möchte, trifft auf eine widerspenstige Romanautorin (Emma Thompson als P. L. Travers), die ihre geliebte Titelheldin nicht freigeben will.

  • Filmkritik

  • Im Erstkontakt mit dem Medium Film sind Eltern in der Regel besonders behutsam, greifen dennoch meist ohne überhaupt darüber nachzudenken zu einem Film von Disney. Die ausgewogene Balance einer ernsten Geschichte und kindlichen Inszenierung soll der jüngsten Generation stets die richtigen Werte vermitteln und dabei auch noch Spaß machen. Dieses Rezept zaubert seit jeher auch Erwachsenen ein Lächeln ins Gesicht, wenn es ihnen zur selben Zeit auch Tränen in die Augen treiben mag – ein wahrhaft einzigartiges Phänomen. Einen kleinen Einblick hinter die Kulissen von Walt Disneys Schaffen ermöglicht nun Saving Mr. Banks, der die Entstehungsgeschichte von Robert Stevensons Klassiker Mary Poppins erzählt. Bevor es allerdings dazu kam, galt es die zauberhafte Nanny samt Regenschirm und Reisetasche von Papier auf Zelluloid zu bringen. Und dahinter verbirgt sich eine Geschichte, die ohne jeden Zweifel selbst einem Disney-Drehbuch entspringen könnte, was sie Dank Kelly Marcel und Sue Smith nun auch tatsächlich tut.

    Nicht ahnend, was dabei auf ihn zukam, versprach Walt Disney seinen Töchtern einst, die Geschichte von Mary Poppins auf die Leinwand zu bringen. Jene Rechnung machte er jedoch ohne die starrköpfige Autorin des Originalromans, P.L. Travers. Denn die unnahbare Britin erklärt sich erst nach jahrelangem Hin und Her dazu bereit, Mr. Disney, wie sie ihn nennt, ihre Geschichte zur Verfügung zu stellen – unter der Voraussetzung, dass sie als Autorin größtes Mitspracherecht besitzt. Die gemeinsame Arbeit am Drehbuch lässt jedoch zwei Welten aufeinanderprallen, die sich unähnlicher nicht sein könnten. Dabei ahnen Walt und Pam, wie er sie nennt, aber noch nicht, dass sie sich mitten auf einer Reise in ihre eigene Vergangenheit befinden…

    Regisseur John Lee Hancock scheint seine Berufung in der Nacherzählung wahrer Geschichten und auch den Weg zur Regisseurs-Stammrunde der Academy Awards gefunden zu haben. Nach Blind Side, der Sandra Bullock ihren ersten Oscar einbrachte, sollte Saving Mr. Banks bei der diesjährigen Oscar-Verleihung, trotz starker Konkurrenz, ebenfalls Platz eingeräumt werden. Denn ausgesprochen selten bekommt man die Gelegenheit, sich in einer derart wunderbaren Geschichte zu verlieren, die Disneys Kinomagie neu definiert.

    „The rain brings life.“ – „So does the sun.“

    L.P. Travers hält nichts von erfundenen Wörtern, analysiert unwesentliche Aussagen ihrer Mitmenschen und bringt lediglich ein uninteressiertes Schnauben hervor, wenn man ihr mit Bewunderung begegnet. Mit ihrer sarkastisch-ablehnenden Attitüde stößt sie bei ihrem Gegenüber zwar auf Verwunderung oder gar Entsetzen, sie kratzt das aber nicht im Geringsten. Andererseits obliegt ihr nicht zuletzt deswegen die Macht, mit kleinsten Gesten – einem Fußtipper, Schulterklopfen oder Augenzucken – ihren Gesprächspartner aus der Fassung zu bringen. Kaltschnäuzig und trocken spielt Emma Thompson jene Fassade dennoch charmant. Ihr Herz steckt sie allerdings in Emotionen, die sich dahinter verstecken. Ihre Darbietung bildet ohne Frage das schauspielerische Glanzstück des Films, das eine Oscar-Nominierung selbstverständlich machen sollte.
    Tom Hanks spielt einmal mehr groß auf und lässt den Filmmagnaten ungemein sympathisch, herzlich und menschlich wirken. Sämtliche fragwürdigen Informationen, die Walt Disney in den Medien schlecht dastehen ließen, bleiben dabei zwar außen vor, sind für Saving Mr. Banks aber nicht von inhaltlicher Relevanz. Mit Paul Giamatti (Sideways, 12 Years a slave), Colin Farrell (7 Psychos, Nicht auflegen), Jason Schwartzman (Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt), B.J. Novak (Inglourious Basterds) und Annie Rose Buckley ist der Film aber auch bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt.

    „Disappointments are to the soul, what the thunderstorm is to the air.”

    Saving Mr. Banks erzählt im Grunde zwei Geschichten, die 1906 in Australien und 1961 in England bzw. Amerika angesiedelt sind. Die Zeitsprünge zwischen Ms. Travers Kindheit und der Produktion der Mary Poppins-Verfilmung werfen Anfangs einige Fragen auf, die nach und nach geklärt werden sollten. Mit subtilen Übergängen und Darstellern, Kostümen, Settings und Musik, die an Authentizität nicht zu überbieten sind, gelingt es John Lee Hancock sämtliche Unklarheiten so ganz im Nebenbei zu beantworten, ohne mit dem Finger auf offenkundige Unstimmigkeiten zeigen zu müssen. Und obwohl der Fokus auf die Arbeit an Mary Poppins‘ Drehbuch gelegt wird, besticht der Film durch schlichte Kulissen, die beeindruckend in Szene gesetzt werden und dem Publikum ein glaubhaftes Abbild der Filmwelt in den 60er Jahren geben. Saving Mr. Banks lässt sein Publikum wahrlich in eine wunderbare Welt eintauchen, von der man sich wünscht, sie würde kein Ende nehmen.


    Fazit:

    Von Saving Privat Ryan zu Saving Mr. Banks – Tom Hanks macht Walt Disney alle Ehre, wird neben einer überwältigenden Emma Thompson allerdings zur Nebenattraktion. Die im Handbuch für Disney-Filme vorgegebenen Prinzipien erfüllt Saving Mr. Banks bravourös, weswegen es dem Meister selbst höchstwahrscheinlich ein Vergnügen gewesen wäre, jenen Film abzusegnen. Ein magischer, geheimnisvoller Soundtrack, prachtvolle Bilder, eine warmherzige Geschichte voller Leid und Freud und ein harmonisches Darsteller-Ensemble versprühen Disney-Magie mit Gänsehautgarantie – ansehen und verzaubern lassen.


  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Musik:
    4,5
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
    Daniel Fabian
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Komentare (5)

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Freue mich schon wie wild auf den Film, dürfte genau nach meinem Geschmack sein.

geschrieben am 17.01.2014 um 15:28 Uhr #5

Ja, sieht ganz so aus. Überrascht mich auch gerade, hatte einen Termin Ende Januar im Kopf...

geschrieben am 12.01.2014 um 10:34 Uhr #4

Was? Wir müssen noch bis März warten??? Aber ich bin auch schon sehr gespannt!

geschrieben am 11.01.2014 um 14:31 Uhr #3

... das ist Saving Mr. Banks in der Tat!

geschrieben am 10.01.2014 um 09:46 Uhr #2

auf den film warte ich seit ich den ersten trailer gesehen hatte... sieht nach einer schönen geschichte aus...

geschrieben am 10.01.2014 um 01:50 Uhr #1

 

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